Für Doppel-Olympiasieger Evenepoel war es der dritte Tour-Etappensieg der Karriere. Erstmals aber gewann der 26-Jährige eine schwere Bergetappe. 2024 und 2025 hatte Evenepoel jeweils ein Einzelzeitfahren gewonnen. Der dritte Sieg im Kampf gegen die Uhr könnte am Dienstag folgen, wenn auf der 16. Etappe das 26,1 km lange Einzelzeitfahren nach Thonon-les-Bains ansteht. Der Kurs ist wie gemacht für den dreimaligen Zeitfahr-Weltmeister.
Das Gelbe Trikot von Titelverteidiger Tadej Pogacar (+5:00 Minuten) ist für Evenepoel außer Reichweite. Inzwischen hat Evenepoel als Zweitplatzierter der Gesamtwertung aber auch 1:48 Minuten Vorsprung auf den fünftplatzierten deutschen Hoffnungsträger Lipowitz herausgefahren. So klar wie es scheint, ist die teaminterne Rangordnung aber noch nicht.
"Bleiben beim Zwei-Leader-Ansatz"
"Wir bleiben beim Zwei-Leader-Ansatz", sagte Sportchef Zak Dempster: "Natürlich ist Remco jetzt Zweiter. Der erste Part der Tour hat eher Remco in die Karten gespielt. Lipo hat eher einen Dieselmotor. Wir werden sehen, wie sie sich erholen."
Teamchef Ralph Denk äußerte sich im teameigenen Podcast nach der Etappe ähnlich. In der letzten Woche, wenn es wirklich ins Hochgebirge gehe, erwarte er "einen sehr, sehr starken Florian Lipowitz. Dann werden wir sehen, wie wir diese Stärke auch taktisch nutzen können", sagte Denk. Es sei aber noch zu früh darüber zu sprechen, wie genau diese Stärke taktisch zu nutzen sei.
Tour de France 2026
Am 4. Juli beginnt die Tour de France 2026 im spanischen Barcelona. 3.321,2 Kilometer und 22 Tage später – am 26. Juli – kommen die Fahrer der 18 Teams traditionell in Paris an. Bei Flashscore findest du alle Informationen zur berühmtesten Radrundfahrt der Welt.
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"Wir genießen erst einmal den Etappensieg von Remco Evenepoel. Dieser Sieg gehört der gesamten Mannschaft", sagte Denk: "Am Dienstag steht das Zeitfahren an. Erst danach werden wir uns die Gesamtwertung genau ansehen und entscheiden, mit welcher Taktik wir in die nächste Etappe gehen, wer für wen arbeitet und wie das Gesamtkonstrukt ausschaut."
Dass der friedliebende Lipowitz auch eine neue Rolle ohne Murren annehmen würde, darf als gesichert gelten. Andersherum, und auch das gehört zur Wahrheit im fragilen Teamgebilde von Red Bull, wäre das nur schwer vorstellbar.
Gleich zu Beginn der Tour fiel Evenepoel seinem Teamkollegen im Gespräch mit belgischen Medienvertretern verbal in den Rücken – Lipowitz habe ihn nicht ausreichend im Zielsprint unterstützt, maulte Evenepoel damals. Doch der Deutsche, der am Sonntag mehrfach seine Freude über den Etappensieg des Belgiers betonte, hegt offenbar keinen Groll.
