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HLA MEISTERLIGA 2026/27: Teil 1 – Sechs Vereine im großen Saisoncheck

HLA MEISTERLIGA 2026/27: Teil 1 – Sechs Vereine im großen Saisoncheck
HLA MEISTERLIGA 2026/27: Teil 1 – Sechs Vereine im großen SaisoncheckHLA / Eva Manhart

Neue Trainer, prominente Abgänge und ein Sensationswechsel nach Barcelona: Die HLA MEISTERLIGA startet am Wochenende des 4. bis 6. September in eine Saison, die schon vor dem ersten Wurf für Gesprächsstoff sorgt. Im ersten Teil unseres großen Saisonchecks blicken wir auf ALPLA HC Hard, Bregenz Handball, die BT Füchse Style your Smile, FÖRTHOF UHK KREMS, HC FIVERS WAT Margareten und HC LINZ AG.

Insgesamt vermelden die zwölf MEISTERLIGA-Klubs in diesem Sommer 45 Zugänge und 52 Abgänge. 15 Spieler beendeten ihre aktive Karriere, darunter mit Fabian Schartel vom amtierenden Meister roomz JAGS Vöslau ein echter Aushängeschild-Spieler. Für Aufsehen sorgte vor allem der Abgang von FIVERS-Torhüter Sergej Novakovic: Der 18-Jährige wechselt zum FC Barcelona. Neu im Feld der zwölf Vereine ist außerdem Aufsteiger MADx WAT Atzgersdorf, der den Platz von Absteiger UHC Clickmasters Hollabrunn einnimmt – mehr dazu im zweiten Teil unseres Saisonchecks.

 

ALPLA HC Hard

Bei den Vorarlbergern hat sich der Umbruch vor allem auf der Trainerbank vollzogen. Hannes Jón Jónsson wurde nicht verlängert, für ihn übernimmt der 47-jährige Grieche Spyros Balomenos das Traineramt. Der ehemalige Rückraumspieler war in seiner aktiven Karriere in sechs Ländern aktiv, absolvierte rund 150 Länderspiele für Griechenland und kennt die HLA bestens: Als Aktiver lief er für Union Leoben und Sparkasse Schwaz auf, als Trainer stand er zuletzt bei roomz JAGS Vöslau und der HSG Holding Graz an der Seitenlinie. 2021 gewann er mit AEK Athen als Teil des Trainerstabs den EHF European Cup. Seinen Stil beschreibt Balomenos selbst als „direkt und menschlich" sowie „analytisch und anspruchsvoll". Seine drei Grundprinzipien für Hard: jeden Ballbesitz nutzen, jede Abwehraktion mit vollem Einsatz führen und an Siege glauben.

Auch im Kader tut sich einiges. Mit Jens Svane Peschardt kommt ein sehr erfahrener Rückraumspieler: Der 29-jährige Däne war bei KIF Kolding jahrelang Kapitän und soll sich bei den Roten Teufeln zum Führungsspieler entwickeln. Dazu verstärkt der ebenfalls dänische Rückraumspieler Mathias Sonne Domino den Kader, im Tor komplettiert der griechische Nationalteamtorhüter Eleftherios Papazoglou das Duo hinter Golub Doknic – dessen Karriereende der emotionalste Abgang des Sommers ist. Nach unglaublichen 15 Jahren im Hard-Tor beendet der mittlerweile 44-Jährige seine aktive Laufbahn. Neben Doknic verlassen auch Caspar Mosblech, Martin Manaskov, Tumi Rúnarsson und Tryggvi Jónsson den Verein.

Ein Aushängeschild bleibt die Nachwuchsarbeit: Mehr als die Hälfte des HLA-Trainingskaders ist selbst ausgebildet, das Future Team führt zudem seine Liga an. Zum Auftakt der neuen Saison reist Hard auswärts zu den BT Füchsen Style your Smile.

 

Bregenz Handball

Auch beim Rekordmeister gibt es einen prominenten Wechsel auf der Trainerposition, allerdings mit besonderer Note: Julian Rauch kehrt als neuer Cheftrainer an den Bodensee zurück – an jenen Ort, an dem er einst selbst als Profi aktiv war. In einem Auswahlprozess setzte er sich gegen mehr als 20 europäische Bewerber durch. Rauch will Akademie, Zweitmannschaft und Profiteam unter einer gemeinsamen Philosophie zusammenführen und setzt auf „schnelles, mutiges Spiel mit klaren taktischen Ideen". Langfristige Entwicklung soll dabei Vorrang vor schnellen Erfolgen haben. „Ich freue mich riesig auf diese Aufgabe und fühle mich geehrt, Trainer dieses Klubs zu sein", so Rauch zu seiner Rückkehr.

Im Kader verstärkt sich Bregenz vor allem im Rückraum und auf Kreisläufer-Position: Mit Guðmundur Bragi Ástþórsson kommt ein neuer Spielmacher, der 24-jährige Isländer wechselt vom dänischen Erstligisten TMS Ringsted an den Bodensee. Dazu stoßen Kreisläufer Jón Ómar Gíslason, das deutsche Rückraum-Talent Tyler Grömling und Philipp Wäger zum Team. Auf der Abgangsseite verabschiedet sich Louis Mönch aus persönlichen Gründen und setzt seine Karriere beim HC Oppenweiler/Backnang fort. Tommaso Romei zieht es zum 1. VfL Potsdam in die 2. deutsche Bundesliga, auch Srdjan Predragovic verlässt den Verein. Niklas Günther beendet seine aktive Laufbahn.

Zum Saisonauftakt empfängt der Rekordmeister die HC FIVERS WAT Margareten.

 

BT Füchse Style your Smile

Bei den Steirern endet mit dem Abschied von Martin Breg eine Ära: Nach 23 Jahren verlässt der Kapitän seinen Heimatverein und setzt seine Karriere bei der HSG Holding Graz fort. Neben Breg verabschieden sich auch Thomas Nenadic zur Handball Sportunion Leoben, Julian Schiffleitner zum Aufsteiger MADx WAT Atzgersdorf sowie Adel Rastoder und Sandro Jankovic. Mit Florian Hofstätter, Fabian Kornsteiner und Felix Rachwalik beenden gleich drei weitere Spieler ihre aktive Karriere.

Für frischen Wind soll dennoch gesorgt sein: Mit Marc Gaydusek kommt ein erfahrener Rückraumspieler von der FÖRTHOF UHK KREMS, dazu verstärken Nico Fuchshofer-Feuchter, Borjan Damjanoski und Max Kelich den Kader. Besonders bemerkenswert: Mit Joel Höfer, Dorian Taurer, Maximilian Schnabl, Josip Milicevic und Philipp Schablas schaffen gleich fünf Spieler aus der eigenen Jugend den Sprung ins Herren-Team. Cheftrainer Benjamin Teras setzt konsequent auf Tempo: „Wir wollen aus einer standhaften Abwehr heraus schneller nach vorne spielen." Nach dem starken vierten Platz der Vorsaison soll das Eigenbau-Konzept trotz überschaubarem Budget weiter aufgehen. Rückraumspieler Tilen Kosi gibt die Marschroute vor: „Gegen Hard wollen wir die ersten Punkte holen, dann denken wir Schritt für Schritt weiter."

Die BT Füchse eröffnen die Saison mit dem Heimspiel gegen ALPLA HC Hard.

 

FÖRTHOF UHK KREMS

Die Wachauer gehen als amtierender ÖHB-Cupsieger in die neue Saison – wollten aber auch beim Supercup endlich zuschlagen. Im Duell um den ersten Titel des Jahres unterlagen die Kremser roomz JAGS Vöslau am 29. August allerdings mit 31:35 und mussten damit bereits die dritte Supercup-Finalniederlage in Serie hinnehmen.

Im Kader hat sich einiges getan: Mit Maxim Schalles verpflichtete Krems einen Rechtsaußen vom deutschen Zweitligisten TV Großwallstadt, der künftig wichtige Impulse im Offensiv- und Tempospiel setzen soll. Dazu kommen Christoph Barta von Titelverteidiger roomz JAGS Vöslau und Jonas Myreng Elverhøy vom norwegischen Erstligisten Kristiansand Topphåndball. Auf der anderen Seite verlässt Thies Bergemann nach zwei Jahren und über 400 Toren die Wachau und wechselt zum TuS N-Lübbecke in die 2. deutsche Bundesliga. Auch Marc Gaydusek (BT Füchse), Tobias Auss (UHC busta Eggenburg) und Domen Knez (HSG XeNTiS Lipizzanerheimat) verlassen den Verein, ebenso Tilen Pausits und Robin Granlund.

Cheftrainer bleibt Ibish Thaqi, der auf einen jungen, dynamischen Kader mit einem Altersschnitt von 22,4 Jahren setzt. Krems bestreitet ab Oktober auch wieder international in der 2. Runde des EHF European Cups. Zum Ligaauftakt geht es auswärts zur HSG Holding Graz.

 

HC FIVERS WAT Margareten

Keine Zugänge, dafür ein Abgang, der für Schlagzeilen sorgte: Sergej Novakovic, gerade einmal 18 Jahre alt und zwei Meter groß, wechselt aus dem eigenen Nachwuchs direkt zum FC Barcelona. Der Torhüter hatte zuletzt mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht und wagt nun den Sprung zum spanischen Topklub. Leihweise verlässt zudem Lorin Lichtblau die Wiener und wechselt zum Aufsteiger MADx WAT Atzgersdorf. Leander Brenneis und Maximilian Riede beenden ihre aktiven Karrieren.

Konstanz gibt es auf der Trainerposition: Peter Eckl geht bereits in seine 16. Saison als Cheftrainer der FIVERS und gilt mit drei Meistertiteln und sieben Cupsiegen als erfolgreichster Trainer der Vereinsgeschichte. Erst im April 2025 verlängerte er seinen Vertrag um zwei weitere Jahre. „Ich brenne mit der gleichen Intensität wie am ersten Tag für diese wunderbare Aufgabe bei den FIVERS", so Eckl. Ins neue Jahr starten die Margaretner mit einer bitteren Erinnerung im Gepäck: Im Finale der Vorsaison unterlagen sie roomz JAGS Vöslau im zweiten Finalspiel erst in der allerletzten Sekunde.

Zum Auftakt der neuen Saison reisen die FIVERS zu Bregenz Handball.

 

HC LINZ AG

Nach dem frühen Aus im Viertelfinale der Vorsaison stehen die Linzer vor einem kompletten Neuaufbau. Mit Clemens Möstl (Füchse Berlin/Potsdam), Nils Moser (Sportunion die Falken St. Pölten), Andrei Klimavets (nach Frankreich) und Pavle Petrovic (HSG XeNTiS Lipizzanerheimat) verlassen gleich vier Leistungsträger den Verein, dazu wechselt Fabian Palan zum HSC Wels.

Für Ersatz ist gesorgt: Omer Mehmedovic, ein bosnischer Rückraumspieler vom mazedonischen Spitzenclub Eurofarm Pelister, ist in der HLA kein Unbekannter – 2024/25 lief er bereits für die HSG XeNTiS Lipizzanerheimat auf und bringt zudem Erfahrung aus der bosnischen Nationalmannschaft mit. Vom slowenischen Topklub RK Gorenje Velenje kommt Rückraumspieler Tarik Velic, dazu verstärkt Filip Jaszai vom HSC Wels die rechte Außenposition. Mit Bryan Nana Agyapong, Marques Nana Agyapong und Raphael Windhager rücken zudem drei Talente aus der eigenen Jugend in den Kader auf.

Cheftrainer Milan Vunjak startet nach dem Umbruch bewusst bescheiden: „Handballerisch liegt noch viel Trainingsarbeit vor uns", betont er und setzt auf Entwicklung von Spiel zu Spiel. Sportdirektor Maximilian Hermann schlägt in dieselbe Kerbe: Der Verein wolle sich voll auf sich selbst konzentrieren und von Partie zu Partie schauen. Kapitän Lucijan Fizuleto, der gemeinsam mit Jadranko Stojanovic zu den verbliebenen Konstanten zählt, bringt es auf den Punkt: Linz sei „eine komplett andere Mannschaft" als in der Vorsaison.

Die neue Saison beginnt für den HC LINZ AG auswärts beim SC kelag Ferlach.