Davies erreichte bereits das Viertelfinale der English Open und setzte sich dabei gegen mehrere Top-Spieler durch. Nun reiht sich auch Zhou in diese Liste ein: Mit vier Breaks von über 50 Punkten machte Davies die Hoffnungen des Chinesen zunichte, sich noch rechtzeitig für die UK Championship unter die Top 16 der Weltrangliste zu schieben.
Zum Match-Center: Zhou Yuelong vs. Liam Davies
"Ich versuche einfach, alles in mich aufzusaugen", erklärte Davies im Interview mit der World Snooker Tour. "In solchen Arenen gegen Top-16-Spieler zu spielen und am Ende als Sieger vom Tisch zu gehen, ist für mich ein absoluter Traum. Auf diesem Niveau zu performen, macht mich extrem stolz."
Er fügte hinzu: "Ich glaube, genau für diese besonderen Momente spielen wir alle Snooker. Wenn man da rausgeht und seine Leistung abrufen kann, gibt es keinen besseren Ort. Das treibt einen an, selbst wenn es mal zäh wird. Heute bin ich phasenweise an meine Grenzen gestoßen und habe mich müde gefühlt. Aber wenn man sich umblickt und sieht, wo man steht, motiviert das ungemein. Ich liebe einfach die große Bühne."
Dass Davies etablierte Namen schlägt, ist inzwischen keine Überraschung mehr. Der ehemalige U21-Europameister konnte in dieser Spielzeit bereits Erfolge gegen Wu Yize, Shaun Murphy, Ding Junhui, Barry Hawkins und Gary Wilson verbuchen.
Mentaltrainer als Schlüssel für Davies?
Ganz anders im letzten Jahr: Damals tat er sich schwer, auf der Profi-Tour Fuß zu fassen, und stieg am Ende nach einem gescheiterten Klassenerhalt ab. Über die Q School kämpfte sich Davies jedoch umgehend zurück auf die Tour und tritt seitdem wie ausgewechselt auf.
Während derzeit oft Stan Moody im Rampenlicht steht, gilt Davies aktuell für viele als das vielleicht vielversprechendste Talent Großbritanniens. Auf die Frage, wie es zu diesem Wandel kam, sagte Davies: "Da kommen einige Faktoren zusammen. Ich habe schon immer sehr hart trainiert, arbeite mittlerweile aber auch mit einem Mentaltrainer zusammen."
"Das hilft mir enorm, wenn es mal nicht so läuft. Zudem arbeite ich intensiv mit Lee Walker zusammen. Und ich habe mich schlichtweg an die Tour gewöhnt. Ich fühle mich am Tisch und in der Players’ Lounge viel wohler und kenne die anderen Spieler besser. Das hilft alles. In den ersten zwei Jahren kam ich mir noch vor wie das Sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange, aber jetzt bin ich angekommen."
In der nächsten Runde des International Championship trifft Davies auf den ehemaligen Turnier-Champion Ricky Walden. Da er in der Ein-Jahres-Rangliste bereits solide unter den Top 32 platziert ist, stehen die Chancen gut, dass er sich für den World Grand Prix Anfang kommenden Jahres in Hongkong qualifiziert. Da Davies auf der offiziellen Zwei-Jahres-Weltrangliste zudem keine Punkte aus dem Vorjahr zu verteidigen hat, könnte er bis zum Ende der Saison sogar erstmals den Sprung unter die Top 64 schaffen.
Zum Match-Center: Ricky Walden vs. Liam Davies
