FC Liverpool 3:1 Crystal Palace
Der FC Liverpool hat einen riesigen Schritt Richtung Königsklasse gemacht. Nach drei schmerzhaften Niederlagen gegen Crystal Palace in dieser Saison gelang Arne Slots Team mit einem 3:1 endlich die Revanche. Doch über dem Sieg schwebte ein Hauch von Wehmut: Während Andy Robertson traf, drohte Mohamed Salah ein bittersüßes Ende seiner legendären Zeit bei den Reds.
Das Spiel begann mit hoher Intensität und einer frühen VAR-Entscheidung, die den "Eagles" zunächst den Hals rettete, nachdem Mohamed Salah im Strafraum zu Fall gekommen war. Doch der Druck wurde zu groß: Alexander Isak bewies seine Klasse, als er ein Zuspiel von Alexis Mac Allister technisch brillant verarbeitete und zur Führung einschob. Palace wehrte sich jedoch tapfer und zwang Liverpools dritten Keeper Freddie Woodman zu zwei Glanzparaden gegen Mateta und Lacroix.
Genau in diese Drangphase von Palace platzte der zweite Schlag der Reds. In einem Bilderbuch-Konter über Florian Wirtz und Curtis Jones landete der Ball bei Andy Robertson, der eiskalt vollstreckte. Für den Schotten, dessen Abschied im Sommer bevorsteht, war es ein emotionales Highlight. Zwar kam Palace durch ein bizarres Tor von Daniel Muñoz noch einmal heran – Woodman hatte sich bei der Abwehraktion zuvor verletzt –, doch Jørgen Strand Larsen vergab die Riesenchance zum Ausgleich und traf nur den Pfosten.
In der Nachspielzeit machte schließlich der überragende Florian Wirtz den Deckel drauf und krönte seine Leistung mit einem Distanzschuss in den Winkel. Die Freude über den Sprung auf Platz vier wurde jedoch durch die verletzungsbedingte Auswechslung von Salah getrübt. Die Szenen, in denen der Ägypter allen vier Stadionseiten applaudierte, wirkten wie ein vorgezogener Abschied.
Wolverhampton Wanderers 0:1 Tottenham Hotspur
Es war kein spielerisches Feuerwerk, aber für Tottenham Hotspur könnte dieser 1:0-Sieg bei Wolverhampton Wanderers der wichtigste der gesamten Saison sein. Nach einer quälenden Serie von 15 Spielen ohne Sieg verhinderte das Team von Roberto De Zerbi im Molineux Stadium einen historischen Negativrekord. Für die bereits abgestiegenen Wolves ging es um die Ehre, für die Spurs schlichtweg um die Existenz in der Premier League.
Die erste Halbzeit war geprägt von Nervosität und taktischem Geplänkel, wobei Torchancen absolute Mangelware blieben. Das größte Drama spielte sich im Lazarett ab: Dominic Solanke musste früh verletzt vom Feld und eine harte Attacke von André gegen Yves Bissouma wurde nicht mit einem Platzverweis geahndet. De Zerbis Handschrift war zwar in Sachen Ballbesitz erkennbar, doch im letzten Drittel fehlte lange Zeit jegliche Durchschlagskraft.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Pech den Londonern treu. Xavi Simons vergab die bis dahin beste Chance und musste später sogar mit der Trage vom Feld gebracht werden – ein weiterer bitterer Ausfall für die ohnehin dezimierte Mannschaft. Die Nachricht vom Führungstreffer des Konkurrenten West Ham verschärfte die Anspannung im Gästeblock spürbar. Es wirkte fast so, als würde die Uhr für Tottenham und ihre 50-jährige Erstklassigkeit unaufhaltsam ablaufen.
Erlösung brachte schließlich die 82. Minute: Eine Ecke von Pedro Porro landete über Umwege bei Richarlison, dessen Versuch der eingewechselte João Palhinha aus kürzester Distanz über die Linie drückte. Trotz des Sieges bleibt die Lage prekär, da West Ham ebenfalls punktete und Tottenham weiterhin auf einem Abstiegsplatz verharrt.
West Ham United 2:1 FC Everton
Es fühlte sich an wie ein Endspiel im Osten Londons. Für West Ham United war die Marschroute klar: Gegen Everton zählten im harten Abstiegskampf nur drei Punkte, besonders da der Rivale Tottenham zeitgleich gegen die bereits abgestiegenen Wolves antrat. Die "Hammers" starteten entsprechend energetisch und kontrollierten das Geschehen von Beginn an. Früh blitzte Gefahr auf, als Crysencio Summerville eine maßgeschneiderte Flanke auf Tomáš Souček zirkelte, doch der tschechische Kopfballspezialist setzte das Leder knapp über die Querlatte.
Trotz der optischen Überlegenheit fehlte der Mannschaft von Nuno Espírito Santo lange die letzte Konsequenz. Die erste Halbzeit plätscherte phasenweise dahin, was sich am deutlichsten in einem untypisch schwachen Abschluss von Jarrod Bowen widerspiegelte – bezeichnend für ein Team, das bis zur Pause keinen einzigen Schuss auf das Gehäuse von Jordan Pickford brachte. Doch der Seitenwechsel wirkte wie ein Wachmacher: Erst prüfte Taty Castellanos den Nationaltorhüter, und nur wenig später brach der Bann. Nach einer Ecke von Bowen stieg Souček am höchsten und wuchtete den Ball zur umjubelten Führung in die Maschen.
Wer dachte, der Führungstreffer würde Everton wachrütteln, sah sich getäuscht. Die Gäste wirkten lange Zeit seltsam lethargisch, fast so, als hätten sie die Saison bereits abgehakt, obwohl die europäischen Plätze theoretisch noch in Reichweite lagen. Erst in der Schlussphase erhöhten die "Toffees" den Druck. In einer dramatischen Abwehrschlacht avancierte Souček endgültig zum Helden des Tages: Erst blockte er in höchster Not im Strafraum, dann rettete er einen Kopfball von Thierno Barry artistisch auf der Torlinie. West Ham schien den knappen Vorsprung über die Zeit zu zittern.
Doch der Fußballgott hatte für die 88. Minute eine kalte Dusche vorgesehen: Kiernan Dewsbury-Hall nutzte eine Ablage von James Tarkowski und versenkte den Volley zum Ausgleich. Stille im London Stadium – West Ham stand zu diesem Zeitpunkt virtuell auf einem Abstiegsplatz. Doch in der achtminütigen Nachspielzeit folgte der ultimative Plot-Twist. In der 93. Minute tauchte Callum Wilson goldrichtig auf und erzielte den Siegtreffer zum 2:1.
