Micaleff warnte in seinem Beitrag, dass kommerzieller Erfolg den Fußball stärken und "nicht verschlingen" sollte. Zudem wies der Politiker aus Malta darauf hin, dass das Vorhaben der FIFA "wichtige wettbewerbsrechtliche Fragen" aufwerfe. Die EU-Kommission werde die Pläne im Rahmen ihrer Zuständigkeiten "sorgfältig" prüfen.
"Besondere Bedenken entstehen, wenn die Regulierungsbefugnisse der FIFA mit den finanziellen Interessen privater Unternehmen in Einklang gebracht werden. Wenn der Wert von Investitionen von Entscheidungen der FIFA abhängt. Das wirft tiefgreifende Fragen hinsichtlich der Governance, der Unabhängigkeit und von Interessenkonflikten auf", schrieb Micallef.
Kritik an FIFA wächst
Die englische Times, der Telegraph und die Financial Times hatten am Dienstag berichtet, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-WM an private Investoren abtreten will. Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Dienstagabend weitgehend. Basierend auf einer Unternehmensbewertung von 20 Milliarden US-Dollar werde die FFE in diesem Jahr bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar aufbringen. Laut den Berichten sollen bis zu 20 Prozent der Anteile verkauft werden.
Der aktuelle Stand der Dinge - alle Fragen und Antworten zum WM-Investorendeal der FIFA
Unter anderem die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte die Pläne heftig kritisiert. Laut Sky, ESPN und Bloomberg soll bei der UEFA noch in dieser Woche eine Dringlichkeitssitzung abgehalten werden, bei der auch über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden soll.
