Formel 1: Überflieger Antonelli bleibt cool – "Spüre nicht mehr Druck"

Kimi Antonelli mischt bislang die Formel-1-Saison auf.
Kimi Antonelli mischt bislang die Formel-1-Saison auf.SAM BAGNALL / GETTY IMAGES VIA AFP

Kimi Antonelli grinste beim Familienselfie aus dem Flugzeug breit in die Kamera. Auf dem Weg in die USA strahlte der Italiener an der Seite seiner Liebsten, jegliche Form der Anspannung war beim jüngsten WM-Spitzenreiter in der Geschichte der Formel 1 nicht zu erkennen. Der Teenager bleibt auch als Gejagter cool, die erhöhte Aufmerksamkeit vor der Rückkehr der Königsklasse in Miami (Sonntag, 22.00 Uhr MESZ/Sky) tropft am 19-Jährigen scheinbar ab.

"Mehr Druck verspüre ich nicht", sagte der Shootingstar von Mercedes während der kriegsbedingten Pause, die sich irgendwann "zu lang" angefühlt habe: "Ich möchte einfach wieder raus auf die Strecke." Auf dieser hatte Antonelli zuletzt brilliert, mit Siegen in China und Japan die WM-Führung von Teamkollege George Russell übernommen. Und auch an den Kurs rund um das Stadion der Miami Dolphins hat er gute Erinnerungen, setzte der Überflieger dort im vergangenen Jahr mit seiner ersten Pole im Sprint-Qualifying ein dickes Ausrufezeichen.

"Ich weiß, dass die Erwartungen der Leute nach zwei Siegen und einem guten Auftakt nun größer sind", sagte Antonelli. Letztlich fokussiere er sich aber "auf den Prozess, was ich tun muss". Bedeutet: "Ich versuche, auf dem Boden zu bleiben, mich auf das Ziel zu konzentrieren und darauf, wie ich dorthin gelange."

"Neue" Formel-1-WM ab Miami?

Doch während Antonelli in aller Ruhe weitermachen will, träumen sie in seiner Heimat längst vom nächsten italienischen Weltmeister seit Alberto Ascari vor 73 Jahren. Der Trubel ist groß, zu stark war der Start in die Saison - und auch der Mercedes, der Antonelli bis auf den WM-Thron führen soll.

Ob sich dieses Bild in Florida bestätigen wird, bleibt abzuwarten. In der Pause reagierten die Formel-1-Macher auf die scharfe Kritik vieler Fahrer am Reglement, nahmen Anpassungen für Qualifying und Rennen vor. Zudem bringen die Teams Upgrades mit an die Strecke. Neue Kräfteverhältnisse sind möglich, teilweise wird von einer "neuen WM" gesprochen.

Mercedes wird dennoch als Topfavorit an den Start gehen. Und so dürfte der Sieg im Hauptrennen sowie im Sprint am Samstag (18.00 Uhr MESZ/Sky) wohl wieder nur über einen der Silberpfeil-Piloten gehen, die noch in Harmonie leben.

Antonelli sieht "riesige Chance"

"Wir haben großen Respekt füreinander", sagte Antonelli über Russell (28). Vor seinem erfahrenen Teamkollegen - und erstmal einzigen richtigen WM-Konkurrenten - will sich der Mann der Stunde aber nicht verstecken. "Natürlich habe ich das Gefühl, dass ich ein Herausforderer sein kann. Deswegen bin ich hier. Ich fahre, um Rennen und Meisterschaften zu gewinnen."

Diese Jahr biete "uns allen eine riesige Chance", weiß der Jungstar: "Wir beide wollen diese nicht ungenutzt lassen."