Swiatek beendet ihre lange Titelflaute
Die ehemalige Weltranglistenerste Iga Swiatek hat ihre elfmonatige Durststrecke beendet. Die Polin setzte sich im Finale von Toronto mit 6:2, 6:3 gegen die an Nummer zwei gesetzte Elena Rybakina durch und feierte damit ihren 26. Titel auf der WTA-Tour.
Swiatek benötigte lediglich 76 Minuten für den Erfolg. Sie gewann 76 Prozent ihrer Punkte nach dem ersten Aufschlag und nutzte vier ihrer fünf Breakchancen. Auf dem Weg ins Finale hatte die sechsfache Grand-Slam-Siegerin unter anderem Elina Svitolina, Diana Shnaider und Marta Kostyuk bezwungen.

"Das bedeutet mir so, so viel", sagte Swiatek. "Die letzten Monate waren alles andere als einfach. Ich bin wirklich glücklich, dass ich mich weiterhin auf meine Entwicklung konzentriert habe, mein Spiel ein wenig verändert und mich verbessert habe – trotz all der Meinungen, die täglich im Internet über mich kursieren."
Mit dem Erfolg kletterte Swiatek wieder auf Platz fünf der Weltrangliste. Zudem hat sie nun bei allen fünf großen nordamerikanischen Turnieren triumphiert: den US Open, in Indian Wells, Miami, Cincinnati und Kanada. Ihre Bilanz in WTA-Finals steht nun bei 26 Siegen aus 31 Endspielen.
Shelton verteidigt Titel in Kanada
In Montreal gelang Ben Shelton derweil die erfolgreiche Titelverteidigung. Der US-Amerikaner bezwang seinen Landsmann Brandon Nakashima im Finale mit 6:3, 7:6 und gewann damit seinen zweiten Masters-1000-Titel sowie die siebte Trophäe seiner Karriere.
Shelton blieb während des gesamten Turniers ohne Satzverlust und setzte sich auf dem Weg ins Endspiel unter anderem gegen Learner Tien, Jakub Mensik und Joao Fonseca durch. Im Finale überzeugte der 23-Jährige mit 22 Winnern bei lediglich zwölf unerzwungenen Fehlern.

"So zu spielen, wie ich es hier getan habe, ohne einen Satz abzugeben ... das zeigt, wie hart ich gearbeitet habe und wie stark ich mental bin", sagte Shelton. "Ich spiele am Limit – mir fehlen die Worte."
Mit seiner Titelverteidigung reihte sich Shelton in einen exklusiven Kreis ein: Seit der Jahrtausendwende hatten zuvor nur Andy Murray, Novak Djokovic und Rafael Nadal den Titel in Kanada erfolgreich verteidigt.
Jódar sorgt für den nächsten großen Auftritt
Für Aufsehen sorgte auch Rafael Jódar. Der erst 19 Jahre alte Spanier erreichte in Montreal erstmals das Halbfinale eines Masters-1000-Turniers und kletterte dadurch in der Weltrangliste bis auf Platz elf.
Jódar hatte zuvor unter anderem Lorenzo Musetti, Jiri Lehecka und Arthur Fils ohne Satzverlust ausgeschaltet. Erst Brandon Nakashima stoppte seinen Lauf im Halbfinale. Der Spanier verpasste damit zwar den Sprung in die Top Ten, hat aber weiterhin die Chance, diesen Schritt in Cincinnati oder bei den US Open zu schaffen.
Sein Aufstieg ist umso bemerkenswerter, weil Jódar erst im Januar bei den Australian Open sein Grand-Slam-Debüt gefeiert hatte. Nach seinem Durchmarsch bis auf Platz elf zählt der Teenager inzwischen auch bei den kommenden US Open zu den Spielern, die man im Blick behalten sollte.
Drapers Comeback endet emotional
Für Jack Draper nahm das Turnier dagegen eine bitterere Wendung. Der frühere Weltranglisten-Vierte verlor in Montreal gegen den Franzosen Terence Atmane mit 3:6, 6:2, 2:6 und reagierte anschließend emotional.
Draper war nach einer Verletzungspause erstmals seit Juni wieder auf die Tour zurückgekehrt. Im entscheidenden Satz machten ihm erneut körperliche Probleme zu schaffen, die seine Beweglichkeit beeinträchtigten. Zuvor hatte der Brite wegen anhaltender Beschwerden bereits Wimbledon und Washington verpasst.
Auch Alexander Zverev, der Montreal als Topgesetzter begonnen hatte, sowie der frühere Champion Daniil Medvedev und Alex de Minaur mussten sich früh aus dem Turnier verabschieden.
Chwalinska wartet weiter auf den nächsten Sieg
Bei den Frauen setzte sich die schwierige Phase von Maja Chwalinska fort. Die Polin, die im Juni überraschend das Finale der French Open erreicht hatte, wartet weiterhin auf ihren ersten Sieg seit diesem Durchbruch.

In Toronto verlor Chwalinska mit 5:7, 1:6 gegen die Australierin Talia Gibson ohne Satzgewinn. Nach ihrer Rückkehr von einer schweren Knöchelverletzung fand die an Nummer 18 gesetzte Polin nicht zu ihrer Form. Sie gewann nur 46 Prozent ihrer Punkte nach dem ersten Aufschlag und leistete sich sieben Doppelfehler.
Auch Wimbledon-Siegerin Linda Noskova und Bianca Andreescu, die 2019 in Toronto triumphiert hatte, mussten sich bereits in ihren Auftaktmatches geschlagen geben.
Spektakuläre Ballwechsel sorgen für Hingucker
Neben den großen Siegern lieferten die Canadian Open auch einige spektakuläre Ballwechsel. Botic van de Zandschulp wehrte gegen Hubert Hurkacz zwei Matchbälle ab und sorgte dabei mit einem außergewöhnlichen Schlag gegen einen wuchtigen Smash des Polen für einen der Hingucker des Turniers.
Auch Caty McNally lieferte sich mit Alexandra Eala einen sehenswerten Schlagabtausch. Zwar verlor die US-Amerikanerin die Partie im dritten Satz, einige Ballwechsel blieben dennoch besonders im Gedächtnis.
Cincinnati eröffnet nächste Station der Hartplatzsaison
Nach den Turnieren in Kanada geht es für die Tennisstars direkt in Cincinnati weiter. Das Masters- und WTA-1000-Turnier läuft vom 13. bis 23. August und bildet den letzten Härtetest auf dem Weg zu den US Open.
Bei den Frauen gehören unter anderem Aryna Sabalenka, Elena Rybakina, Jessica Pegula, Coco Gauff und die frisch gekrönte Kanada-Siegerin Swiatek zum Teilnehmerfeld.
