Der Ausraster ereignete sich im entscheidenden dritten Satz seines Duells gegen den Australier Bernard Tomic. Nach einem unnötigen Fehler, der Tomic das Break zum 3:2 einbrachte, verlor Atmane völlig die Fassung. Sein frustriert geworfener Schläger verfehlte das Publikum auf den Rängen nur knapp. Der Stuhlfeidrichter sprach daraufhin eine Verwarnung aus.
Atmane verblieb zunächst auf dem Platz, kassierte ein weiteres Break und zog beim Stand von 3:5 im dritten Satz schlagartig die Reißleine – genau in dem Moment, als Tomic zum Matchgewinn aufschlagen wollte. Das Duell endete damit offiziell bei 6:3, 4:6, 5:3 für den Australier.
Für die Nummer 99 der ATP-Rangliste war es bereits die zweite vorzeitige Aufgabe kurz vor Spielende innerhalb von nur fünf Tagen. Erst am 30. September hatte der Franzose beim Challenger-Turnier im chinesischen Jingshan unter ähnlichen Umständen aufgegeben: Im entscheidenden Satz war ihm gegen den Schweden Elias Ymer nach einer Aufholjagd seines Gegners beim Stand von 5:5 der Kragen geplatzt.
Eine Serie von Ausrastern
Die Vorfälle reihen sich ein in eine bedenklich lange Liste von Disziplinlosigkeiten des 24-Jährigen. Bereits im April 2025 pfefferte Atmane beim Challenger in Guangzhou seinen Schläger auf die andere Platzseite, nachdem er im ersten Satz gegen den chinesischen Wildcard-Spieler Te Rigele drei Satzbälle hintereinander vergeben hatte.
Für das größte Aufsehen in seiner bisherigen Karriere sorgte allerdings ein Vorfall bei seinem Hauptfeld-Debüt bei den French Open 2024: Im Erstrundenmatch gegen den Österreicher Sebastian Ofner drosch Atmane vor Wut einen Ball unkontrolliert ins Publikum und traf eine Zuschauerin am Knie. Einer Disqualifikation entging der Franzose damals nur knapp, verlor das Match schließlich sportlich und wurde von der ATP mit einer Geldstrafe von 25.000 US-Dollar belegt.
