Für Sinja Kraus ist der bislang größte Lauf ihrer Karriere auf WTA1000-Ebene im Achtelfinale zu Ende gegangen. Die 24-jährige Wienerin musste sich in Peking der Tschechin Nikola Bartunkova nach 1:48 Stunden mit 0:6, 6:4, 3:6 geschlagen geben.
Kraus erwischte einen schwierigen Start. Bartunkova nahm ihr gleich die ersten beiden Aufschlagspiele ab und zog rasch auf 5:0 davon. Nach 51 Minuten war der erste Satz mit 6:0 entschieden. Im zweiten Durchgang zeigte Kraus allerdings jene Qualitäten, die sie überhaupt erst unter die letzten 16 gebracht hatten. Nach ihrem ersten Spielgewinn zum 1:1 löste sich die Anspannung. Die Österreicherin schaffte das Break zum 2:1 und verteidigte ihren Vorsprung bis zum 6:4.
Zum Match-Center: Sinja Kraus vs. Nikola Bartunkova
Im Entscheidungssatz übernahm jedoch wieder Bartunkova das Kommando. Die Tschechin gelang das entscheidende Break zum 4:2, ehe sie wenig später den Einzug ins Viertelfinale perfekt machte.
Kraus klettert in der Weltrangliste auf Platz 75
Trotz der Niederlage kann Kraus Peking mit einem großen Erfolgserlebnis verlassen. Erstmals in ihrer Karriere gewann sie Matches im Hauptfeld eines WTA1000-Turniers und schaffte auf Anhieb den Sprung ins Achtelfinale.
Noch zu Saisonbeginn hatte die Wienerin auf einen solchen Durchbruch warten müssen. Vor 2026 hatte Kraus überhaupt noch nie bei einem Masters gespielt.
Der Lohn folgt auch in der Weltrangliste. Kraus wird sich von Position 95 auf Rang 75 verbessern und damit ein neues Karrierehoch erreichen. Als nächste Station ist Wuhan geplant, wo die Österreicherin auf einen Platz in der Qualifikation hofft.

Potapova legt verletzungsbedingte Pause ein
Für Anastasia Potapova ist die Saison dagegen bereits beendet. Österreichs Nummer eins gab bekannt, aufgrund ihrer wiederkehrenden körperlichen Beschwerden 2026 keine weiteren Turniere mehr zu bestreiten.
„Leider hat mir mein Körper in letzter Zeit immer mehr und mehr Anzeichen dafür gegeben, dass es Zeit ist, aufzuhören“, erklärte die 25-Jährige. Nun wolle sie ihrem Körper „die Zeit geben, um sich zu erholen und wieder stärker zurückzukehren“. Ihre Botschaft schloss sie mit den Worten: „Wir sehen uns in 2027!“
Die Entscheidung kommt nach einem Jahr, in dem Potapova immer wieder von gesundheitlichen Problemen gebremst wurde. Bereits zum Saisonauftakt in Australien zog sie sich einen Fingerbruch zu. Danach folgten weitere Verletzungen und Erkrankungen.
Dreimal musste die Österreicherin während eines Matches aufgeben. Zuletzt erwischte es sie ausgerechnet in Peking im Duell mit Kraus. Beim Stand von 1:4 im ersten Satz beendete Potapova die Partie wegen Schulterproblemen vorzeitig.
Sportlich hatte ihre erste komplette Saison als ÖTV-Spielerin dennoch einige Höhepunkte zu bieten. Potapova erreichte das Finale beim WTA500-Turnier in Linz und zog als Lucky Loserin beim Masters in Madrid bis ins Halbfinale ein.
Auch bei den Grand Slams überzeugte sie. Sowohl bei den French Open als auch bei den US Open erreichte Potapova das Achtelfinale. In New York war erst gegen Mirra Andrejewa nach drei Sätzen Endstation.
Potapova dürfte die Saison um Rang 25 der Weltrangliste abschließen und damit so hoch wie noch nie zuvor. Damit besitzt sie auch beste Aussichten, bei den Australian Open 2027 gesetzt ins erste Grand-Slam-Turnier des neuen Jahres zu starten.
