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Alles offen gegen Belgien - Österreich geht mit 1:1 in den zweiten Davis-Cup-Tag

Jurij Rodionov
Jurij RodionovMathias Schulz / Zuma Press / Profimedia

Österreich darf weiter vom zweiten Einzug in Folge ins Davis Cup Final 8 träumen. Nach dem ersten Spieltag gegen Belgien steht es 1:1. Jurij Rodionov gewann souverän, Lukas Neumayer musste sich trotz Traumstarts Zizou Bergs geschlagen geben.

Österreichs Kampf um das Ticket für das Davis Cup Final 8 bleibt völlig offen. Vor rund 3.500 Zuschauern hatte Jurij Rodionov gegen Gauthier Onclin zunächst etwas Mühe. Beim Stand von 4:4 brachte der Weltranglisten-142. ein umkämpftes Aufschlagspiel durch. Danach nahm er Onclin trotz einer 40:30-Führung des Belgiers das Service ab und sicherte sich den ersten Satz mit 6:4.

Zum Match-Center: Jurij Rodionov - Gauthier Onclin

Damit war der Widerstand seines Gegners weitgehend gebrochen. Rodionov zog im zweiten Durchgang rasch auf 4:0 davon und machte nach 1:27 Stunden den 6:4, 6:1-Erfolg perfekt.

 

Match-Statistik: Jurij Rodionov - Gauthier Onclin
Match-Statistik: Jurij Rodionov - Gauthier OnclinFlashscore

 

„Bei den letzten Davis Cups war ich immer der Außenseiter und konnte quasi frei aufspielen“, erklärte Rodionov. Diesmal sei die Ausgangslage eine andere gewesen: „Diesmal war ich daheim der klare Favorit und musste quasi liefern.“

 

 

Genau das gelang dem 27-Jährigen. Dass seine Leistung zu Beginn noch etwas wechselhaft gewesen war, spielte für ihn nach dem souveränen Erfolg keine große Rolle. „Das ist das Wichtigste“, sagte Rodionov über den ersten österreichischen Punkt.

Neumayer bringt Bergs an den Rand einer Niederlage

Noch besser startete Lukas Neumayer in das zweite Einzel. Der Salzburger ließ dem Weltranglisten-38. Zizou Bergs im ersten Satz kaum Möglichkeiten. Er nutzte seine beiden Breakchancen und holte sich den Durchgang mit 6:2. Auch danach setzte sich sein Lauf zunächst fort. Neumayer nahm Bergs gleich zu Beginn des zweiten Satzes erneut den Aufschlag ab und stellte auf 2:0. Österreich war damit auf Kurs in Richtung einer überraschenden 2:0-Führung.

Zum Match-Center: Lukas Neumayer - Zizou Bergs

Doch Bergs steigerte sich deutlich. Gleichzeitig konnte Neumayer sein hohes Niveau nicht ganz halten. Der Belgier drehte den zweiten Satz zum 6:4 und dominierte anschließend den Entscheidungsdurchgang. Nach zwei Stunden stand sein 2:6, 6:4, 6:2-Erfolg fest.

 

Match-Statistik: Lukas Neumayer - Zizou Bergs
Match-Statistik: Lukas Neumayer - Zizou BergsFlashscore

 

„Ich finde, dass ich wirklich bis dahin das Match eigentlich komplett unter Kontrolle gehabt habe“, sagte Neumayer. Kleine Unterschiede hätten anschließend gereicht, um die Partie kippen zu lassen. „Dann waren vielleicht zwei, drei Prozent weniger von mir da, und dafür bin ich gleich bestraft worden.“

Auch ÖTV-Kapitän Jürgen Melzer sah einen deutlichen Wendepunkt. „Lukas hat eineinhalb Sätze außergewöhnlich gut gespielt, und dann ist sein Level bloß um ein paar Prozentpunkte gefallen. Bergs war danach der bessere Spieler und hat verdient gesiegt.“

Doppel eröffnet entscheidenden Samstag

Damit fällt die Entscheidung am Samstag. Eine richtungsweisende Rolle könnte bereits dem Doppel zukommen. Nach aktueller Aufstellung treffen Lucas Miedler und Neil Oberleitner auf Sander Gillé und Joran Vliegen. Mit Miedler und Oberleitner kann Österreich dabei auf die Nummern 24 und 41 der Doppel-Weltrangliste setzen.

Danach folgt das Spitzeneinzel zwischen Rodionov und Bergs. Sollte nach vier Partien noch kein Sieger feststehen, wären aktuell Neumayer und Onclin für das entscheidende fünfte Match vorgesehen.

„Für mich ist es weiterhin eine 50:50-Sache“, fasste Melzer die Ausgangslage zusammen.