Zwei Tage vor dem Davis-Cup-Duell zwischen Österreich und Belgien steigt bei Jürgen Melzer die Vorfreude. Am Freitag beginnt auf der Anlage des Wiener Athletiksportclubs der Kampf um den Einzug ins Final 8 in Bologna.
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Die Voraussetzungen haben sich kurz vor dem Duell noch einmal deutlich verändert. Belgien muss verletzungsbedingt auf die beiden Top-50-Spieler Alexander Blockx und Raphael Collignon verzichten. Damit sieht Melzer die Chancen wesentlich ausgeglichener als ursprünglich.
„Für mich ist es jetzt eine wirkliche 50:50-Partie, in der wir es schaffen können, mit dem Publikum im Rücken und einer guten Leistung der gesamten Mannschaft zum Final 8 nach Bologna zu fahren“, sagte der ÖTV-Kapitän am Mittwoch.
Auch die Vorbereitung stimmt den 45-Jährigen zuversichtlich. Die Bedingungen beim WAC seien optimal. „Wenn man da bei strahlend blauem Himmel in so einem Stadion steht, dann macht das Tennisspielen schon Spaß. Der Freitag kann kommen.“
Wer spielt neben Rodionov?
Als österreichische Nummer eins dürfte Jurij Rodionov auflaufen. Der Weltranglisten-142. hatte zuletzt bei den US Open überzeugt und nach erfolgreicher Qualifikation die zweite Runde erreicht. Offen ist dagegen, wer das zweite Einzel bestreiten wird. Joel Schwärzler und Lukas Neumayer liegen mit den ATP-Rängen 179 beziehungsweise 180 nahezu gleichauf. Melzer hat nach eigener Aussage bereits eine Tendenz, wollte seine Entscheidung aber noch nicht verraten.
Auch Belgien besitzt mehrere Möglichkeiten. Neben der klaren Nummer eins Zizou Bergs, aktuell die Nummer 38 der Welt, kommen Gauthier Onclin (ATP 164) und Kimmer Coppejans (ATP 223) für das zweite Einzel infrage.

Mit Coppejans hat Rodionov erst vor Kurzem gute Erfahrungen gemacht. Bei den US Open setzte sich der Niederösterreicher in der Qualifikation klar gegen den Belgier durch. Onclin bezeichnete Melzer dagegen als „ein bisschen ein unbeschriebenes Blatt“.
Zu viel will der ÖTV-Kapitän vor der Auslosung aber nicht in mögliche Konstellationen hineininterpretieren. „Wir haben morgen nach der Auslosung noch einen Tag Zeit, um uns taktisch auf die Aufstellung des Gegners einzustellen, alles davor ist nur Kaffeesudlesen.“
Auch Belgien sieht Duell nun völlig offen
Die Einschätzung des Österreichers teilt auch Belgiens Kapitän Steve Darcis. Ohne die kurzfristigen Ausfälle hätte er sein Team nach eigener Aussage noch deutlich vorne gesehen. „Vor den Ausfällen von Alexander Blockx und Raphael Collignon hätte ich uns mit 80:20 im Vorteil gesehen, jetzt sind die Chancen gleich verteilt“, sagte Darcis. Österreich verfüge über eine starke Mannschaft, die im Vorjahr ebenso wie Belgien den Sprung zum Final 8 geschafft habe.
Auch im Doppel hält sich der belgische Kapitän mehrere Möglichkeiten offen. Sander Gillé und Joran Vliegen bilden zwar das nominell stärkste Duo, abhängig vom Verlauf der Freitagsspiele könnte aber auch Bergs zum Einsatz kommen.
Damit spricht vor dem ersten Aufschlag vieles für ein enges Duell. Für Melzer könnte neben der Form seiner Spieler vor allem der Heimvorteil entscheidend werden: Mit dem Wiener Publikum im Rücken soll erneut das Ticket für das Finalturnier in Bologna gelöst werden.
