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6:59 Uhr - Alexander Zverev küsste die Silbertrophäe innig und hielt sie fest umschlungen. Die großen Pokale, auf die er so lange hingearbeitet hatte, sie kommen nun anscheinend im Abo zum deutschen Tennisstar. "Es hat fast 30 Jahre gebraucht, und jetzt gewinnen wir zwei Grand Slams in wenigen Monaten", sagte Zverev in seiner Dankesrede nach dem 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2 im US-Open-Finale gegen Lokalmatador Ben Shelton. Alle Infos zum Spiel
Alle Stimmen zum US-Open-Titel von Alexander Zverev
STIMMEN ZVEREV - Die Familie stand im Mittelpunkt von Alexander Zverevs Triumph bei den US Open, nachdem der topgesetzte Deutsche das Finale gegen den US-Amerikaner Ben Shelton für sich entscheiden konnte. Nach der bitteren Finalniederlage im Jahr 2020 gegen Dominic Thiem krönte Zverev in New York sein herausragendes Jahr 2026, in dem er nach seinem Erfolg bei den French Open gegen Flavio Cobolli nun seinen zweiten Grand-Slam-Titel einfuhr.
Unmittelbar nach dem Match richtete der 29-Jährige seinen herzlichsten Dank an seine Mutter Irina, die seinen Weg trotz der Diagnose Typ-1-Diabetes im Kindesalter maßgeblich prägte. Besonders emotional wurde es, als Zverev die Stärke seiner Mutter würdigte, die sich von den Prognosen der Ärzte nie von der Zukunft ihres Sohnes hat abbringen lassen.
"Wenn dein vierjähriger Sohn die Diagnose Diabetes bekommt und die Ärzte dir sagen, dass das Leben und der Sport für dieses Kind sehr eingeschränkt sein werden, dann braucht es eine sehr starke Mutter, um zu sagen: ‚Mein Sohn wird das, was er sein möchte‘", betonte Zverev.
"Wenn er Tennisspieler werden will, wird er Tennisspieler. Wenn er etwas anderes machen will, wird er etwas anderes machen – aber diese Krankheit wird uns nicht definieren. Meine Mutter ist der wichtigste und stärkste Mensch, den ich kenne."
Neben seiner Mutter schloss Zverev auch den Rest seines Teams – darunter Vater Alexander Senior und Bruder Mischa – in seine Dankesrede ein und blickte auf den steinigen Weg der letzten Jahre zurück: "Wir haben fast 30 Jahre lang keinen Grand-Slam-Titel gewonnen, und jetzt haben wir innerhalb von drei Monaten zwei geholt. Ich glaube, Gott hat gesehen, wie hart wir gearbeitet haben, wie sehr wir gelitten haben, wie viel Schmerz wir durchgemacht haben, und ich denke, 2026 ist das Ergebnis all der Jahre, die davor lagen. Danke, ihr seid einfach großartig – ohne euch wäre ich nicht hier."
Großen Respekt zollte der Hamburger zudem seinem unterlegenen Finalgegner Ben Shelton, der vergeblich versuchte, die 23-jährige Durststrecke der US-Herren bei Grand-Slam-Turnieren zu beenden. "Ben, du bist ein unglaublicher Spieler und ein großartiger Mensch", richtete Zverev anerkennende Worte an den 23-jährigen Amerikaner.
"Das war dein erstes Grand-Slam-Finale, aber ich habe dir schon gesagt, dass du noch viele weitere Male hier stehen wirst. Und wenn ich mein ganzes Geld darauf setzen müsste, würde ich wetten, dass du diese Trophäe eines Tages in die Höhe stemmst."
STIMMEN SHELTON - Ben Sheltons erstes Grand-Slam-Finale endete am Sonntag zwar mit einer Niederlage, doch der 23-jährige US-Amerikaner zieht Motivation aus seiner Vier-Satz-Niederlage gegen Alexander Zverev. Auch wenn er die Chance verpasste, als erster US-Amerikaner seit 23 Jahren wieder ein Major-Turnier zu gewinnen, hat der Auftritt im Arthur Ashe Stadium bei ihm Lust auf mehr geweckt.
"Es ist ein so cooler Moment. Heute auf diesen Platz zu gehen, das ist einfach einzigartig. So etwas habe ich noch nie zuvor erlebt," schwärmte Shelton nach dem Match. "Es macht süchtig, in solchen Situationen zu stehen."
Der Einzug ins Endspiel markiert den bislang größten Erfolg in Sheltons Karriere und bildet einen starken Kontrast zu den Enttäuschungen der Vormonate. Nach dem Aus in der zweiten Runde der French Open und der Erstrunden-Niederlage in Wimbledon hatte der Linkshänder das Geschehen meist aus der Distanz verfolgen müssen.
"Natürlich war es für mich hart, bei den letzten Grand Slams zehn, elf, zwölf Tage zu Hause zu sitzen, während das Turnier noch läuft, und zuzusehen, wie alle anderen durch das Hauptfeld marschieren", gestand der US-Amerikaner ehrlich. "Das motiviert mich. Auch eine Niederlage im Finale ist Ansporn, aber genau in dieser Position will ich sein." Seine grandiose New-York-Woche mit Siegen gegen den siebenfachen Major-Champion Carlos Alcaraz und Frances Tiafoe untermauert diesen Anspruch eindrucksvoll.
Neben dem mentalen Ansporn nahm Shelton auch wertvolle Erkenntnisse über die enorme physische Belastung im Best-of-Five-Format mit. Nach einem kraftzehrenden Turnier spürte der Amerikaner im Endspiel die Strapazen der vergangenen Tage deutlich. "Ich war schon müde, bevor ich heute auf den Platz gegangen bin", verriet der 23-Jährige.
"Finale eines Grand Slams, fast 30 Sätze in den letzten zwei Wochen gespielt, so ungefähr. Daran kann ich weiter arbeiten und mich verbessern, aber es war natürlich das erste Mal, dass ich in dieser Situation war – so viel Tennis habe ich in zwei Wochen noch nie gespielt."
Trotz des rasanten Aufstiegs seit seinem Wechsel ins Profilager 2022 sieht Shelton das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Der schlaggewaltige Youngster ist fest davon überzeugt, sein Spiel auf ein neues Level heben zu können, um künftig auch sonntags die großen Trophäen hochzustemmen.
"Ich glaube nicht, dass ich schon annähernd der Spieler bin, der ich sein möchte", betonte er. "Um sonntags zu gewinnen, muss man wirklich auf allerhöchstem Niveau Tennis spielen. Jeder, gegen den man in dieser Turnierphase spielt, ist in Topform und spielt großartig. Man muss einfach noch besser werden."
Die wichtigsten Spiele am Montag
WTA Guadalajara, 1. Runde
nicht vor 21:30 Uhr: Tatjana Maria vs. Taylor Townsend
