Zum Hauptinhalt springen

Davis Cup statt Verschnaufpause: Zverev setzt in Halle "ein Zeichen"

Alexander Zverev gönnt sich keine lange Verschnaufpause
Alexander Zverev gönnt sich keine lange VerschnaufpauseReuters/Geoff Burke

Alexander Zverev gönnt sich keine lange Verschnaufpause. Wenige Tage nach seinem Sieg bei den US Open will der Weltranglistenzweite die deutsche Davis-Cup-Mannschaft in die Finalrunde führen - entgegen der Ratschläge seines Teams.

Alexander Zverev nahm nach seiner Ankunft in Halle noch schnell einen Blumenstrauß von DTB-Präsident Dietloff von Arnim entgegen, dann machte sich der frischgebackene US-Open-Champion gleich wieder an die Arbeit. Wenige Tage nach seinem Triumph im Big Apple hatte er keine Zeit zu verlieren, bei bester Laune absolvierte der 29-Jährige seine Trainingseinheit in Westfalen. Getragen von der Euphorie seines zweiten Major-Titels will Zverev die deutsche Mannschaft beim Davis Cup in die Finalrunde führen - und verzichtet dafür auf wohlverdiente Entspannung.

Am Samstag (14.00 Uhr) und Sonntag (12.00 Uhr/kostenloser Livestream bei tennis.de) duelliert sich das Aufgebot des Deutschen Tennis Bundes (DTB) vor heimischem Publikum mit Kroatien, und mit Zverev ist das Aushängeschild tatsächlich dabei. Der Hamburger hielt sein Versprechen, das er vor seinem Siegeszug in New York gegeben hatte - entgegen der Ratschläge seines eigenen Teams.

Wollen "nochmal den Davis Cup gewinnen"

"Ich möchte sehr, sehr gerne Davis Cup spielen", hatte Zverev noch am Ort seines Grand-Slam-Sieges betont. Aber: "Alle in meinem Umfeld versuchen, mich davon abzuhalten." Schließlich verfolgt er in diesem Jahr noch ganz andere Ziele. Nach seinem zweiten Grand-Slam-Titel liegt Zverev im Rennen um Platz eins der Weltrangliste nur noch 1810 Punkte hinter Jannik Sinner.

Und der Italiener, der derzeit mit Kniebeschwerden fehlt, muss im Gegensatz zu Zverev bis Ende des Jahres noch viele Zähler verteidigen. Groß ist die Chance, dass Zverev als erst zweiter Deutscher nach Boris Becker (1991 für zwölf Wochen) an der Spitze des Männer-Rankings stehen könnte.

Im ohnehin randvollen Tenniskalender hätte ein Verzicht auf die zweite Qualifikationsrunde im Davis Cup Zverev dabei sicherlich geholfen. "Es wäre jetzt relativ einfach gewesen für ihn zu sagen: 'Boah, ich bin platt oder mir zieht es hier ein bisschen'", sagte Deutschlands Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann und ergänzte im ZDF, dass seine Zusage "ein Zeichen an den Wettbewerb und an das gesamte Team" sei.

Zverev will mit dem DTB-Aufgebot noch Großes erreichen. "Wir als deutsche Mannschaft werden auch irgendwann älter. Und ich glaube, dass wir mit dieser Gruppe noch Chancen haben", sagte Zverev am Freitag in Halle: "Wir als Gruppe möchten diese ausnutzen, auch nochmal den Davis Cup zu gewinnen."

Struff überraschend nicht mit dabei

Neben Zverev ist das Spitzen-Doppel Kevin Krawietz und Tim Pütz dabei, zudem treten Daniel Altmaier und Yannick Hanfmann an. Wimbledon-Viertelfinalist Jan-Lennard Struff, der in den vergangenen Jahren häufig als Leader des Teams agiert hatte, ist hingegen überraschend nicht in Halle.

Gegen die Kroaten, bei denen mit dem früheren US-Open-Sieger Marin Cilic der klangvollste Name verletzt fehlt, ist die deutsche Mannschaft favorisiert. "Wir haben auf jeder Position das, was wir brauchen, um den Davis Cup zu gewinnen", sagte Zverev, der am Samstag mit seinem Einzel gegen Matej Dodig eröffnet.

Und so hat die deutsche Auswahl die Finalrunde Ende November in Italien bereits fest im Blick. Gegen Kroatien müsse man aber die "Hausaufgaben machen", warnte Kohlmann, "dass wir erstmal diese Runde überstehen und dann hoffentlich nach Bologna fahren können".