Shaun Murphy peilt nach seinem sensationellen Titel 2005 seine zweite Weltmeisterschaft an! Nach Finalniederlagen 2015 gegen Stuart Bingham und 2021 gegen Mark Selby bekommt er ab Sonntag seine dritte Chance, seinen Erfolg von vor 21 Jahren zu wiederholen.
Im Halbfinale schlug er dafür John Higgins mit 17:15, nachdem er mit 11:13 in die Session startete und zwischenzeitig ein 13:15 aufholen musste.
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Shaun Murphy gibt zu: "Ich war nervös"
"Ich wusste, dass ich gut in die Session starten musste. Ich hab es davor einfach nicht geschafft, John zu überholen", erlärte ein erleichteter Murphy nach dem Spiel.
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"Nach der ersten Session habe ich mich direkt nochmal an den Trainingstisch gestellt. Ich war fünf Jahre nicht mehr in der Sitaution mit einem Tisch im Crucible - und ich war nervös. Natürlich habe ich mich gefreut, aber ich war auch angespannt. Nach der ersten Session habe ich deutlich besser gespielt."
Shaun Murphy startet mit zwei Century Breaks
Murphy steigerte sich stetig - und in der finalen Session lieferte er seine beste Leistung. Der Engländer begann mit zwei starken Century Breaks (132, 127), um den 11:13-Rückstand gleich auszugleichen.
Higgins, der bis dato keinen Punkt erzielte, antwortete allerdings stark und holte den Folgeframe mit kleineren Breaks und starkem taktischen Spiel. Murphy hatte zwar eine Comeback-Chance, leistete sich dabei aber einen groben Schnitzer auf Gelb, als er stattdessen eine Rote traf. Mit einer 88, die Higgins unter höchste Druck spielte, stellte er vor der Pause seinen Zwei-Frame-Vorsprung wieder her.
Shaun Murphy über Higgins: "Was ein Mann"
Nach dem Match zollte Murphy Higgins seinen vollsten Respekt. "Was ein Spieler, was ein Typ, was ein Mann. Wenn ich nur annähernd so gut bin, wenn ich in meinen 50ern bin, wäre ich extrem stolz auf mich, sagte er bei TNT Sports.
Murphy verkürzte im 29. Frame mit seinem dritten Century Break der Session, ehe eine 78 ihm den erneuten Ausgleich brachte. Der 31. Frame war umkämpfter, Higgins zeigte im vorletzten Durchgang Nerven, als er eine machbare Schwarze liegen ließ. Murphy brauchte anschließend zwei Anläufe, brachte den Frame aber nach einem weiteren Higgins-Fehler sicher ins Ziel.
Shaun Murphy der nervenstärkere Spieler
Der letzte Frame hatte dann einiges zu bieten: Higgins hatte eigentlich alles im Griff, verschoss nach einem 50er Break aber Schwarz vom Spot. Murphy arbeitete sich mit 35 Punkten zurück, zeigte bei der letzten Roten aber ebenfalls Nerven. Nach einem Safety-Fehler des Schotten bekam der "Magician" aber erneut eine Chance, die er dieses Mal verwertete.
Seine Erleichterung war spürbar. Nachdem er von Higgins zu seiner Leistung beglückwunscht wurde, reckte er die Faust ins Publikum. Die Vorfreude auf das Finale ist immens, wie er im Anschluss an der Partie klarmachte. "Ich werde jetzt nicht sagen, dass es einfach ein normales Match wird. Das wird es nicht. Es ist das Finale, das bedeutet mir so viel. Ich werde alles reinlegen, was ich hab."
Higgins zeigte sich nach dem Match, wie gewohnt, als fairer Sportsmann. "Natürlich ist es enttäuschend. Ich bin einfach über meine eigene Leistung enttäuscht. Shaun hat in der finalen Session einfach fantastisch gespielt. Er war am Ende einfach zu gut, dafür verdient er Respekt. Er hat den Sieg verdient, weil er alles gelocht hat."
