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Serie-A-Auftakt: Inter als Gejagter im Umbruch – Rivalen rüsten auf

Inter Mailand stemmte im Mai den Scudetto in die Höhe.
Inter Mailand stemmte im Mai den Scudetto in die Höhe.Remo Casilli / Reuters

Die italienische Serie A startet am 22. August in eine neue Spielzeit, in der das Rennen um den Scudetto so offen scheint wie seit Jahren nicht mehr. Zwar geht Titelverteidiger Inter Mailand auf dem Papier als Favorit ins Rennen, doch die Nerazzurri stehen vor einem umfassenden Generationswechsel.

Unter Trainer Cristian Chivu vollzieht der Meister derzeit einen strukturellen Umbruch. Im Tor hat sich Inter von Yann Sommer getrennt; als Nachfolger wurde der erfahrene Ivan Provedel von Lazio Rom verpflichtet, der jedoch zunächst als Backup für Josep Martínez in die Saison starten dürfte.

Für mehr Stabilität in der Abwehr sollen vor allem die Neuzugänge John Stones (32) und Manuel Akanji – beide bestens vertraut aus gemeinsamen Zeiten bei Manchester City – sowie Djed Spence sorgen. Nach seiner Leihe wurde der 31-jährige Schweizer Akanji nun fest unter Vertrag genommen und freut sich auf die Verstärkung durch das englische Duo. Damit kompensiert Inter die Abgänge von Denzel Dumfries (zu Real Madrid) und Stefan de Vrij (zu Panathinaikos).

In der Offensive bleibt dagegen alles beim Alten: Lautaro Martínez und Marcus Thuram, das Erfolgsduo des vergangenen Doubles aus Serie A und Coppa Italia, bilden weiterhin die Speerspitze.

Chivu weiß jedoch, dass Inter seinen Titel vor allem der Stabilität und Nervenstärke in den entscheidenden Momenten zu verdanken hatte. Die Konkurrenten SSC Neapel und AC Mailand leisteten sich in der vergangenen Saison immer wieder Schwächephasen, was Inter den nötigen Spielraum für Kaderrotationen gab. Ein solches Selbstläufer-Szenario dürfte sich in dieser Spielzeit kaum wiederholen.

Neustart und Hoffnung bei Milan

Während Inter seine Abgänge mit namhaften Transfers gut auffängt, ging es beim Lokalrivalen AC Mailand zuletzt turbulent zu. Nach einem dramatischen Einbruch am Saisonende musste Massimiliano Allegri seinen Hut nehmen. Als Nachfolger übernimmt der ehemalige Coach von Manchester United, Rúben Amorim. Er verspricht den Fans einen deutlich offensiveren und attraktiveren Spielstil.

Untermauert werden diese Ambitionen durch die Verpflichtung von Angreifer Gonçalo Ramos von Paris Saint-Germain. Seine Ankunft soll das größte Manko der vergangenen Saison beheben: die mangelnde Torausbeute in der Offensive um Rafael Leão und Christian Pulisic. Zusammen mit Routinier Luka Modrić, der eine weitere Saison dranhängt, und dem spanischen Innenverteidiger Mario Gila (von Lazio) verfügt Milan nun über eine erfahrene Achse.

Neapel setzt auf Pragmatismus – Juventus baut um

In Neapel fielen die Reaktionen gemischt aus, als bekannt wurde, dass Massimiliano Allegri die Nachfolge von Antonio Conte antritt. Allegris pragmatischer Ausrichtung wird eine gewisse Skepsis entgegengebracht – passt sie doch auf den ersten Blick kaum zur Offensiv-DNA eines Klubs, der 2023 mit Khvicha Kvaratskhelia und Victor Osimhen sowie zuletzt mit Scott McTominay und Romelu Lukaku für Spektakel stand. Der belgische Stürmer Lukaku hat die Küste Kampaniens nach einer verletzungsgeprägten Saison in Richtung Fenerbahçe verlassen. Nun soll Rasmus Højlund die Rolle des primären Torjägers übernehmen.

Bei Juventus Turin darf das langfristige Projekt von Luciano Spalletti trotz einer enttäuschenden Vorsaison weitergehen. Der Vorstand setzt auf Kontinuität und gezielten Neuaufbau: Als Königstransfer des Sommers kehrt Angreifer Randal Kolo Muani fest nach Turin zurück.

Como überrascht die Liga – Roma peilt die Königsklasse an

Unterdessen wollen auch der Como 1907 und die AS Rom an ihre starken Leistungen anknüpfen. Das Team von Cesc Fàbregas übertraf in der vergangenen Saison alle Erwartungen und qualifizierte sich erstmals für die Champions League. Um auf diesem Niveau zu bestehen, rüsten die Norditaliener auf: Unter anderem wurde Trevoh Chalobah von Chelsea geholt. Als größter Coup gilt jedoch, dass Top-Talent Nico Paz trotz des intakten Interesses von Real Madrid gehalten werden konnte. Der Argentinier ist Fàbregas' taktischer Dreh- und Angelpunkt, der das Umschaltspiel steuert, Überzahl auf den Flügeln kreiert und Räume zwischen den Linien öffnet.

Die Roma wiederum beendete die Saison mit einem furiosen Endspurt und schob sich dank einer Serie von sieben Spielen ohne Niederlage noch auf Platz drei. Unter Trainer Gian Piero Gasperini wollen die Giallorossi diesen Schwung nun direkt mit in die Champions League nehmen.