Obwohl die Gäste aktuell zwei Punkte hinter Porto liegen, spricht der direkte Vergleich der jüngsten Vergangenheit für sie: Benfica ist seit März 2024 in vier Primeira-Liga-Duellen gegen Porto ungeschlagen.
In diesem Zeitraum gelangen den Gastgebern lediglich vier Treffer gegen As Águias, während sie zehn Gegentore hinnehmen mussten.

Mit Vangelis Pavlidis (acht Tore) und Gianluca Prestianni (fünf Tore), die aktuell die Torjägerliste anführen, dürften die Chancen gut stehen, dass Benfica diese Serie im Estádio do Dragão weiter ausbaut. Das letzte Ligaduell der beiden Rivalen endete nach großem Kampf mit 2:2 im Estádio da Luz. Für Benfica trafen damals Andreas Schjelderup und Leandro Barreiro, für Porto waren Victor Froholdt und Oskar Pietuszewski erfolgreich.
Beeindruckende Serien hüben wie drüben
Die Hausherren haben im eigenen Stadion eine gigantische Serie zu verteidigen: Seit April 2025 ist Porto in 23 Heimspielen in Folge ungeschlagen. In der laufenden Saison feierte die Mannschaft von Trainer Francesco Farioli drei Siege in drei Heimspielen und kassierte dabei erst einen einzigen Gegentreffer.
Doch auch das Team von Marco Silva glänzt mit enormer Auswärtsstärke und ist seit Januar 2025 in 28 Ligaspielen auf fremdem Platz ohne Niederlage. Bemerkenswert: Benfica war das letzte Team, das Porto vor heimischer Kulisse bezwingen konnte – damals glänzte Pavlidis beim 4:1-Erfolg mit einem Dreierpack. Ein Kunststück, das die Adler am Sonntag nur zu gerne wiederholen würden.
Selbstbewusste Adler fordern den Meister
Welche Klasse aktuell in Benficas Kader steckt, unterstrich die Mannschaft unter der Woche beim Champions-League-Erfolg gegen den AC Mailand im San Siro. Von Respekt oder gar Ehrfurcht vor der Kulisse des Rivalen ist keine Spur. Für Marco Silva wird es darauf ankommen, dieses Selbstvertrauen richtig zu kanalisieren und Überheblichkeit zu vermeiden. Tritt Benfica gewohnt professionell und souverän auf, wird es für Porto extrem schwer.
In der vergangenen Saison blieb Benfica zwar die gesamte Spielzeit über ungeschlagen (23 Siege, 11 Unentschieden), musste sich am Ende jedoch mit Rang drei hinter Porto und Sporting begnügen. Dieser verpasste Titel trotz makelloser Bilanz dürfte noch immer tief sitzen – und dient womöglich als finale Motivation, um in den letzten acht Jahren zum erst zweiten Mal die Meisterschaft nach Lissabon zu holen.
Historische Marken im Visier
Sollte Benfica am Sonntag eine Niederlage vermeiden, würden sie ihren Allzeit-Rekord von 56 ungeschlagenen Ligaspielen in Folge einstellen. Diese historische Marke datiert aus den Jahren 1976 bis 1978 – und endete damals ausgerechnet durch eine 0:1-Niederlage gegen Porto.

Porto hingegen jagt seinerseits der Geschichte hinterher: Seit dem Titel-Hattrick zwischen 2011 und 2013 gelang den Drachen keine erfolgreiche Titelverteidigung mehr. Zwar holte der Klub in den folgenden 13 Jahren vier weitere Meisterschaften, konnte den Coup im Folgejahr jedoch nie wiederholen.
Personallage vor dem Anpfiff
Fest steht: In diesem Klassiker wird sich keinen Millimeter geschenkt. Porto muss dabei womöglich auf Victor Froholdt verzichten, der an den Folgen einer Gehirnerschütterung laboriert. Zudem stehen Zaidu Sanusi und der muskulär angeschlagene Oskar Pietuszewski voraussichtlich nicht zur Verfügung.
Zum Match-Center: FC Porto vs. Benfica Lissabon
Bei den Gästen ist die Ausfallliste deutlich kürzer, lediglich hinter dem Einsatz von Alexander Bah steht nach seiner Schulterverletzung noch ein Fragezeichen.
