Bundesliga Top XI – 32. Spieltag

Tor
TW – Alexander Nübel (VfB Stuttgart) – Note 7,4
Im "WM-Duell" der deutschen Torhüter gegen Oliver Baumann setzte Alexander Nübel am Sonntag ein dickes Ausrufezeichen. Beim wilden 3:3 in Sinsheim war er der Fels in der schwäbischen Brandung. Trotz blutender Nase und heftiger Kopfschmerzen nach einem Zusammenprall hielt Nübel den Punkt für den VfB fest und parierte mehrfach überragend. Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth brachte es auf den Punkt: "Alex hat unglaublich gehalten und uns den Punkt gerettet." Ein klares Signal Richtung Bundestrainer für den Sommer.
Abwehr
LV – Alejandro Grimaldo (Bayer Leverkusen) – Note 9,1
Dass Alejandro Grimaldo eine eingebaute Präzision im linken Fuß hat, ist kein Geheimnis, aber gegen Leipzig bewies er einmal mehr seine Weltklasse. In einer Partie, in der Leverkusen phasenweise Fußball vom anderen Stern zeigte, war Grimaldo der Dirigent auf der linken Seite. Sein Freistoß, der nur haarscharf auf dem Tornetz landete, hätte das Sahnehäubchen auf eine starke Leistung sein können – so bleibt es "nur" beim Assist zum abschließenden 4:1.
IV – Tom Rothe (Union Berlin) – Note 8,3
Unter Interimstrainerin Marie-Louise Eta ist Union Berlin wieder eine Macht bei Standards – und Tom Rothe ist der Vollstrecker. In einem nervenaufreibenden Abstiegs-Krimi gegen Köln war es sein wuchtiger Kopfball nach einer Ecke von Kapitän Christopher Trimmel, der die Aufholjagd der Eisernen einleitete. In der 73. Minute stieg er am höchsten und bewies, warum er in dieser Saison zu den verlässlichsten Defensiv-Ankern gehört. Ein Tor, das sich am Ende wie der Klassenerhalt anfühlen könnte.

IV – Jordan Torunarigha (Hamburger SV) – Note 7,7
Der HSV hat seinen Negativlauf beendet, und das lag zu einem großen Teil an der kompromisslosen Zweikampfführung von Jordan Torunarigha. Auch wenn er das Feld in der 18. Minute nach einem heftigen Luftzweikampf kurzzeitig verlassen musste, blieb er stabil und organisierte die Defensive gegen die Frankfurter Adler. Mit einer Zweikampfquote von über 60 % in den entscheidenden Momenten sorgte er dafür, dass der HSV den knappen Vorsprung über die Zeit rettete und den Klassenerhalt nun sicher hat.
RV – Marnon Busch (1. FC Heidenheim) – Note 8,7
Marnon Busch hat in der Allianz Arena wohl das Spiel seines Lebens gemacht. Gegen den Rekordmeister aus München agierte er als offensiver Rechtsverteidiger mit der Präzision eines Spielmachers: Erst die butterweiche Flanke auf Zivzivadze zum 1:0, dann der perfekt getimte Steilpass auf Dinkçi zum 2:0. Als wäre das nicht genug, rettete er in der 56. Minute auch noch artistisch auf der Linie gegen Min-jae Kim. Ohne sein spätes Foul und die daraus resultierende gelbe Karte wäre der Nachmittag für ihn absolut perfekt gewesen.
Mittelfeld
LM – Nathan Tella (Bayer Leverkusen) – Note 9,0
Nathan Tella war gegen Leipzig schlichtweg nicht zu greifen. Erst bewies er beim 1:0 enorme Übersicht, als er Schick mustergültig bediente, dann "geisterte" er kurz vor der Pause im Rücken der Abwehr herum, um eine Hereingabe von Aleix García selbst zum 2:0 zu versenken. Tella war der ständige Unruherdherd, der die Leipziger Defensive schwindelig spielte. Wer einen Scorerpunkt liefert und ein Tor selbst macht, hat seinen Platz in dieser Elf mehr als verdient.
ZM – Aleix García (Bayer Leverkusen) – Note 9,2
Während Tella und Schick für die Show zuständig waren, war Aleix García der Architekt des Leverkusener Erfolgs. Seine Rettungstat auf der Linie gegen Rômulo in der Anfangsphase verhinderte einen frühen Rückstand und legte den Grundstein für den Sieg. Seine flache, scharf geschnittene Hereingabe auf Tella zum 2:0 war ein technisches Kabinettstückchen. García kontrollierte das Tempo des Spiels nach Belieben und ließ Leipzigs Mittelfeld alt aussehen.
ZM – Andrej Kramarić (TSG Hoffenheim) – Note 8,8
Hoffenheims Lebensversicherung heißt weiterhin Andrej Kramarić. Gegen Stuttgart schnürte er seinen 23. Bundesliga-Doppelpack und unterstrich damit, warum die vor dem Spiel bekanntgegebene Vertragsverlängerung eine gute Entscheidung war. Erst veredelte er ein Zuspiel von Asllani zur frühen Führung, kurz nach der Pause stellte er mit seinem zweiten Treffer auf 3:1. Dass es am Ende nur für ein Unentschieden reichte, lag sicher nicht an ihm. Kramarić bleibt der Dreh- und Angelpunkt im Kraichgau.
RM – Michael Olise (Bayern München) – Note 9,1
Vincent Kompany brachte ihn als Joker, und Olise lieferte prompt. Nach seiner Einwechslung gegen Heidenheim veränderte er die Statik des Bayern-Spiels sofort. Erst bereitete er den 2:2-Ausgleich durch Goretzka per Ecke vor, dann rettete er dem Meister in der 100. Minute mit einem platzierten Schlenzer, der vom Pfosten über den Rücken von Keeper Ramaj ins Tor sprang, noch einen Punkt. Auch wenn das Tor offiziell als Eigentor gewertet wurde, war Olise der gefeierte Retter an einem gebrauchten Bayern-Tag.
Sturm
ST – Anton Kade (FC Augsburg) – Note 9,3
In Bremen war Anton Kade der alles überragende Mann auf dem Platz. Sein erster Treffer war ein klinischer Abschluss nach einem genialen Zuspiel von Nebenmann Michael Gregoritsch, das zweite Tor ein perfekt getimter Kopfball in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Kade zeigte sich eiskalt und sicherte dem FCA fast im Alleingang den Auswärtssieg an der Weser, der die Träume von Europa in der Fuggerstadt am Leben hält.
ST - Patrik Schick (Bayer Leverkusen) - Note 9,2
Was für eine Gala! Patrik Schick zerlegte RB Leipzig mit einem Hattrick. Er eröffnete den Torreigen nach Tella-Vorarbeit, blieb beim 3:0 eiskalt im Eins-gegen-Eins und krönte seine Leistung in der Nachspielzeit mit dem Treffer zum 4:1-Endstand. Seine Drei-Tore-Show feiere er "vielleicht mit einem guten Abendessen", sagte der Matchwinner von Bayer Leverkusen, "sonst aber nicht viel".
