NBA: Thunder kurz vor Sweep gegen die Suns – Schafft Minnesota die Sensation?

Thunder-Star Shai Gilgeous-Alexander jubelt beim Sieg in Spiel 3 gegen die Phoenix Suns
Thunder-Star Shai Gilgeous-Alexander jubelt beim Sieg in Spiel 3 gegen die Phoenix SunsRoss D. Franklin / CTK / AP

Der amtierende MVP Shai Gilgeous-Alexander hat die Oklahoma City Thunder mit einer beeindruckend effizienten Wurfleistung zu einem 121:109-Sieg gegen die Phoenix Suns geführt. Damit besorgte der Kanadier das 3:0 in der NBA-Playoff-Serie und kann schon fast für die nächste Runde planen. Deutlich überraschender läuft das Duell zwischen Minnesota und Denver, wo die Nuggets um Superstar Nikola Jokic kurz vor dem Aus stehen.

Phoenix Suns 109:121 Oklahoma City Thunder

Shai Gilgeous-Alexander untermauerte seinen Status als amtierender MVP mit einer absoluten Masterclass. Bei 42 Punkten traf 15 seiner 18 Würfe aus dem Feld und ließ die Suns-Defensive trotz solider Bemühungen schlichtweg verzweifeln.

Der Abend hätte für Phoenix kaum bitterer laufen können. Neben der drohenden Playoff-Pleite besorgte eine Verletzung von Devin Booker die Fans. Der Star-Guard knickte im dritten Viertel um und musste humpelnd in die Kabine. Zwar kehrte er unter tosendem Applaus zurück und versuchte mit schnellen Punkten ein Comeback zu erzwingen, doch OKC reagierte eiskalt und konterte jeden Lauf der Suns sofort aus.

In Abwesenheit von Jalen Williams bewiesen die Thunder ihre Qualität in der Tiefe. Der junge Ajay Mitchell sprang in die Bresche, und obwohl seine Wurfquote ausbaufähig war, hielt er den Druck hoch. Auf der Gegenseite stemmte sich Dillon Brooks mit 33 Punkten gegen das drohende Unheil, doch am Ende war es ein schwieriger Fallaway-Jumper von Gilgeous-Alexander fünf Minuten vor Schluss, der Phoenix endgültig den Stecker zog.

Mit einer 3:0-Führung im Rücken haben die Thunder nun am Montag die Chance, den Sack zuzumachen und Phoenix per "Sweep" in den Urlaub zu schicken.

Atlanta Hawks 98:114 New York Knicks

Die New York Knicks haben sich eindrucksvoll zurückgemeldet und die Serie gegen die Atlanta Hawks mit einem 114:98-Erfolg zum 2:2 ausgeglichen. Mann des Abends war Karl-Anthony Towns, der mit 20 Punkten, 10 Rebounds und 10 Assists sein erstes Playoff-Triple-Double verbuchte. Damit reiht er sich in die Geschichtsbücher der Franchise neben Legenden wie Walt Frazier ein.

Der Grundstein für den Sieg wurde bereits in der ersten Halbzeit gelegt. New York überrollte Atlanta förmlich und ging mit einer komfortablen 68:44-Führung in die Kabine. Jalen Brunson betonte nach dem Spiel, dass das Team den Schwung aus der späten Aufholjagd des verlorenen dritten Spiels mitgenommen habe. Diese Intensität war über die gesamte Spielzeit spürbar und ließ die Hawks nie wirklich ins Spiel kommen.

Besonders defensiv zeigten die Knicks eine taktische Meisterleistung. Nachdem Atlantas CJ McCollum die New Yorker in den letzten beiden Partien fast im Alleingang zerlegt hatte, wurde er diesmal komplett an die Kette gelegt. Die Knicks ließen keinen einzigen Dreier des Hawks-Guards zu und hielten auch Jalen Johnson und Nickeil Alexander-Walker unter ihren üblichen Quoten.

Die Stimmung in der State Farm Arena in Atlanta war kurios: Gegen Ende des Spiels waren die "Let’s go Knicks!"-Rufe der mitgereisten Fans lauter als die Unterstützung für das Heimteam. Die Serie kehrt nun für Spiel 5 in den Madison Square Garden zurück, und eines ist sicher: Durch den Ausgleich ist ein sechstes Spiel in Atlanta bereits garantiert.

Minnesota Timberwolves 112:96 Denver Nuggets

In Minnesota wurde Geschichte geschrieben – allerdings nicht von den üblichen Verdächtigen. Ayo Dosunmu lieferte mit 43 Punkten die beste Playoff-Leistung eines Bankspielers seit 50 Jahren ab. Nachdem sich die Stars Anthony Edwards und Donte DiVincenzo verletzten, übernahm der im Februar aus Chicago gekommene Dosunmu das Zepter und führte die Timberwolves zu einem 112:96-Sieg gegen die Denver Nuggets.

Das Spiel endete in einem handfesten Eklat. Nur 2,1 Sekunden vor dem Ende, als die Partie längst entschieden war, erzielte Jaden McDaniels einen bedeutungslosen Korbleger. Dies brachte Nikola Jokic so sehr in Rage, dass er McDaniels vor der Bank der Wolves konfrontierte. Die Folge: Sowohl der serbische Superstar als auch Minnesotas Julius Randle wurden disqualifiziert – ein unrühmliches Ende für einen ansonsten packenden Basketball-Abend.

Rein sportlich war es die Defensive der Wolves, die im dritten Viertel den Umschwung brachte. Minnesota zwang Denver zu zahlreichen Ballverlusten und verwandelte diese in schnelle Fastbreak-Punkte. Jamal Murray versuchte mit 30 Punkten dagegenzuhalten, doch die Nuggets scheiterten kläglich an der Dreierlinie (nur 22% Trefferquote) und fanden kein Mittel gegen den entfesselten Dosunmu.

Die Timberwolves führen die Serie nun mit 3:1 an und haben die Sensation vor Augen. Am Montag können sie den amtierenden Champion in Denver aus den Playoffs werfen. Während Minnesota auf die Rückkehr ihrer verletzten Guards hofft, müssen die Nuggets dringend ihren Rhythmus von draußen finden, um das vorzeitige Aus noch abzuwenden.

Orlando Magic 113:105 Detroit Pistons

Franz Wagner und seine Orlando Magic sind unterdessen in ihrer Serie wieder in Führung gegangen. Die Franchise aus Florida gewann am Samstagabend in der eigenen Halle 113:105 gegen die Detroit Pistons. In der Best-of-Seven-Serie führen die Magic damit 2:1. Zum Spielbericht