Auslöser der aktuellen Eskalation war eine gemeinsame Erklärung der Familie Buss, über die zuerst The Athletic, ESPN, USA Today und lokale Medien aus Los Angeles berichteten. Vorausgegangen war ein Rekorddeal: Bob Iger und Joshua Kushner hatten dem bisherigen Mehrheitseigner Mark Walter die Franchise für spektakuläre 12,5 Milliarden Dollar abgekauft.
In dem Statement der Familie hieß es: "Wir haben als Familie beschlossen, die verbleibenden Anteile des Buss Family Trust im Rahmen der laufenden Transaktion an die Bob-Iger-Gruppe zu verkaufen. Wir lieben die Lakers und ihre Fans und werden Los Angeles immer verbunden bleiben. Doch für uns ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um mit dieser Gelegenheit einen Schlussstrich zu ziehen und uns würdevoll zurückzuziehen."
Doch Jeanie Buss stellt sich quer. Als Co-Trustee des Familientrusts, der die Klubeigentümer-Anteile verwaltet, ließ sie über ihren Anwalt Adam Streisand ein Schreiben an ihre fünf Geschwister aufsetzen, das unter anderem CNBC und ESPN vorliegt.
Darin stellt Streisand klar, dass Jeanie Buss dem Verkauf zu keinem Zeitpunkt zugestimmt habe. Eine etwaige Abstimmung der Geschwister sei daher "nichtig", da für einen solchen Beschluss die Zustimmung aller drei Co-Trustees – neben Jeanie sind das Joey und Janie Buss – zwingend erforderlich sei.
Buss übernahm Lakers von ihrem Vater
"Die Co-Trustees sind vertraglich verpflichtet, so abzustimmen, dass die Mindestbeteiligung von 15 Prozent erhalten bleibt. Nur so kann Jeanie Buss weiterhin als Kontrollorganisation und Mehrheitsgesellschafterin agieren", heißt es in dem Anwaltsschreiben. "Jeder Versuch, einen Verkauf dennoch zu unterstützen, stellt einen schweren Treuebruch, eine Verletzung der Treuhandpflicht sowie eine Missachtung des Gerichts dar."
Jeanie Buss führt die Lakers seit dem Tod ihres Vaters Jerry Buss im Jahr 2013 als NBA-Gouverneurin. Laut ESPN war sie das einzige Familienmitglied, das gegen den Anteilsverkauf stimmte. Unter dem bisherigen Eigner Mark Walter war vereinbart, dass sie ihre Führungsrolle behält – wofür sie allerdings besagte Mindestbeteiligung von 15 Prozent benötigt. Diese würde mit dem Deal verloren gehen.
Ihr Anwalt forderte die Geschwister daher auf, öffentlich klarzustellen, dass Jeanie Buss weiterhin die Kontrolle über die Franchise behält und jegliche Schritte bezüglich des angeblichen Anteilsverkaufs umgehend gestoppt werden.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Familie Buss die Mehrheit an den Lakers für damals rekordverdächtige 10 Milliarden Dollar an Mark Walter veräußert. Sollte die NBA den neuen Deal mit Iger und Kushner auf der kommenden Sitzung des Board of Governors im nächsten Monat in New York absegnen, würde die Investorengruppe rund 83 Prozent der Lakers halten – vorausgesetzt, Jeanie Buss scheitert mit ihrem Einspruch.
