Ansah reagierte am Nachmittag. Er sei am Donnerstag der vergangenen Woche kurz vor Aufbruch zum Diamond-League-Wettkampf in Monaco von einem Kontrolleur überrascht worden. Dieser habe "außerhalb meines Zeitfensters" geklingelt und "um die Abgabe einer Dopingprobe" gebeten, sagte Ansah in einer Mitteilung des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV). "Ich war spät dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben", sagte der Sprinter: "Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen."
Dass ihn der Kontrolleur zum Flughafen begleite, um die Probe dort abzunehmen, wurde laut Ansah nicht angeboten, zudem seien ihm "keinerlei Konsequenzen aufgezeigt" worden.
Ansah will "Sachverhalt aufklären"
Der 25-Jährige war am Freitag vergangener Woche beim Diamond-League-Meeting in Monte Carlo in 10,01 Sekunden eine weitere Top-Zeit gelaufen, mit der er seine Leistung vom Rekordlauf am 6. Juni in Regensburg bestätigte. Am Wettkampftag sei er von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) kontrolliert worden, ebenso am folgenden Montag von der NADA, sagte Ansah. Er werde "alles dafür tun, den Sachverhalt aufzuklären".
Der DLV verwies in der Angelegenheit auf die Zusammenarbeit mit der NADA. Der Verband unterstütze deren "Organisation und Durchführung von Dopingkontrollen sowie Ergebnismanagement und Disziplinarverfahren" vollumfänglich, sagte Dr. Jörg Bügner, DLV-Vorstand für Leistungssport. Auch mit Ansah bestehe ein enger Austausch.
Weiteres Vorgehen noch ungewiss
In Monaco sagte Ansah, die EM in Birmingham (10. bis 16. August) sei "das große Ziel" für ihn. In der europäischen Jahresbestenliste belegt der für den Hamburger SV startende Ansah derzeit den zweiten Platz hinter Tokio-Olympiasieger Marcell Jacobs (Italien/9,96). Am 25./26. Juli stehen in Bochum-Wattenscheid die Deutschen Meisterschaften auf dem Programm.
Die frühere Wimbledonsiegerin Marketa Vondrousova aus Tschechien war Ende Juni wegen einer verweigerten Dopingkontrolle für vier Jahre gesperrt worden. Maßgeblich im Tennis für Sanktionen ist die Internationale Agentur für Tennisintegrität (ITIA).
