Kurz vor dem Saisonstart herrscht beim österreichischen Eishockey-Meister Graz99ers Unruhe. Der Klub hat Kilian Zündel am Dienstag mit sofortiger Wirkung entlassen. Zuvor war der Verteidiger vom Internationalen Eishockeyverband wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen für zwei Jahre gesperrt worden.
Auslöser war eine intravenöse Infusion, die Zündel am 30. April erhalten hatte. Dabei wurden dem Spieler innerhalb von zwölf Stunden mehr als 100 Milliliter Flüssigkeit verabreicht.
Intravenöse Infusionen und Injektionen von insgesamt mehr als 100 Millilitern innerhalb eines Zeitraums von zwölf Stunden sind gemäß den Anti-Doping-Regeln grundsätzlich verboten, sofern keine entsprechende medizinische Ausnahme vorliegt.
Keine Zündel-Zukunft in Graz
Die Grazer reagierten dennoch konsequent und lösten das Vertragsverhältnis mit dem Spieler fristlos auf. Präsident Herbert Jerich erklärte, der Klub sei von der Nachricht völlig unerwartet getroffen worden. Die Trennung sei aus Sicht der 99ers jedoch alternativlos gewesen. Der Verein verfolge bei Verstößen gegen Anti-Doping-Bestimmungen eine Null-Toleranz-Linie.
Zündel selbst räumte einen Fehler ein, betonte allerdings, keine verbotenen Substanzen eingenommen zu haben. Nach seinen Angaben handelte es sich ausschließlich um eine Vitamininfusion, die der Regeneration nach einer kräftezehrenden Saison dienen sollte.
