Am vergangenen Wochenende wurde die 2. Runde des UNIQA ÖFB-Cups 2026/27 ausgetragen. Während sich die Favoriten größtenteils erwartungsgemäß durchsetzten, sorgten ein Underdog-Duell und eine ganz spezielle Geschichte abseits des Rasens für Gesprächsstoff.
TOP – Die großen Vereine blieben souverän
LASK, Sturm Graz, Rapid und Red Bull Salzburg ließen in der 2. Runde nichts anbrennen. Der amtierende Double-Sieger LASK gastierte beim Regionalligisten Deutschlandsberger SC und ließ von Beginn an keinen Zweifel am Ausgang aufkommen: Christoph Lang eröffnete den Torreigen (10.), ehe Nael Kane mit einem Doppelpack (15., 55.) glänzte. Dazwischen trafen Krystof Danek (22.) und Florian Flecker (36.), Sascha Horvath setzte den Schlusspunkt (67.) – Endstand 6:1, der Ehrentreffer der Gastgeber gelang Christian Degen (48.).
Auch Sturm Graz erledigte seine Pflichtaufgabe beim ASK Voitsberg ohne große Mühe. Nelson Weiper brachte die Grazer früh in Front (16.), ehe Simon Seidl (67.), Gizo Mamageishvili (70.) und Otar Kiteishvili (87.) für klare Verhältnisse sorgten. Voitsberg kam durch Elias Neubauer nur noch zum Ehrentreffer (83.) – Endstand 4:1.
Rapid tat sich bei der SK Austria Klagenfurt zunächst noch etwas schwerer, drehte die Partie aber mit einer starken zweiten Hälfte: Nach der frühen Führung durch Matthias Seidl (28.) und dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Kärntner durch Schoppitsch (34.) legte Niki Wurmbrand einen Hattrick hin (40., 57., 69.) – sein zweiter Treffer, ein satter Schuss von der Strafraumgrenze ins Kreuzeck, war dabei der schönste. Nico Bajlicz setzte nach einer Kombination der Offensivkräfte den 5:2-Endstand. Ein weiterer Lichtblick beim SCR: Claudy Mbuyi feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback.
Red Bull Salzburg schließlich erfüllte gegen den SKN St. Pölten die Pflicht souverän mit 3:0. Trainer Danny Röhl rotierte im Vergleich zum vorangegangenen 5:1-Erfolg gegen Rapid auf gleich sieben Positionen und wurde dennoch belohnt: Haris Tabakovic (23.), Aboubacar Camara (33.) und Bartosz Mazurek (50.) trafen für die Bullen, die damit ebenso ungefährdet wie die drei anderen Topteams ins Achtelfinale einzogen.
FLOP – Beinahe-Blamage und bittere Wimmer-Verletzung beim WAC
Der WAC erlebte gegen den Regionalligisten SC/ESV Parndorf einen echten Zitterkrimi und musste dafür einen hohen Preis zahlen. Markus Pink brachte die Wolfsberger zunächst in Führung (79.), ehe Fabian Szabo praktisch mit dem Schlusspfiff ausglich (90+1.). Auch in der Verlängerung ging es hin und her: Luca Hassler traf zur erneuten WAC-Führung, ehe Fabian Ziniel für Parndorf postwendend den neuerlichen Ausgleich besorgte (107.). Es blieb beim 2:2 nach 120 Minuten. Im Elfmeterschießen behielt der WAC schließlich mit 5:4 die Oberhand, nachdem bei Parndorf Raul Bucur und Dominik Schmidt gescheitert waren, während auf WAC-Seite nur Fabian Wohlmuth vergab.
Sportlich bitter wurde es für die Wolfsberger gleich doppelt: Otar Mamageishvili sah in der Verlängerung nach einer zweiten Gelben Karte Gelb-Rot – bereits das dritte Spiel in Serie, in dem der WAC in Unterzahl geriet. Deutlich schwerer wog aber die Verletzung von Kapitän Nicolas Wimmer, der sich ohne Fremdeinwirkung eine schwere Knieverletzung zuzog und mit der Trage vom Platz gebracht werden musste. „Ich bin natürlich enttäuscht über die Leistung. Was mir mehr Sorgen bereitet, ist die wahrscheinlich schwere Knieverletzung von Nicolas Wimmer. Es schaut nicht gut aus", sagte Trainer Manfred Silberberger sichtlich angeschlagen nach der Partie.
TOP – Wacker Innsbruck drehte eine irre Partie in Linz
Für die verrückteste Wende der Runde sorgte der FC Wacker Innsbruck. Bei Zweitliga-Spitzenreiter FC Blau-Weiß Linz lagen die Tiroler nach einer schwachen ersten Halbzeit bereits mit 0:2 zurück – Dario Kreiker (6.) und Romeo Vucic (20.) hatten die Linzer scheinbar auf der sicheren Siegerstraße gesehen. Doch in der Schlussphase drehte Wacker die Partie innerhalb von nur zwölf Minuten komplett: Neuzugang Yanis Guermouche verkürzte in seinem ersten Einsatz für die Tiroler (74.), ehe Luis Gstrein per Flanke den Ausgleich besorgte (78.). Den Siegtreffer erzielte Rami Tekir mit einer direkt verwandelten Ecke (84.) – eine Verlängerung war damit nicht mehr nötig.
Besonders die Geschichte hinter dem Siegtor sorgte für Gesprächsstoff: Tekir, einst ein Toptalent des ÖFB, kehrte erst nach drei Kreuzbandrissen zurück auf den Platz. „Am Dienstag beim Standardtraining habe ich genau dasselbe Tor gemacht", verriet er nach der Partie. Wacker-Trainer Sebastian Siller brachte die Aufholjagd mit einem denkwürdigen Satz auf den Punkt: „Wir scheinen tot zu sein, aber Legenden leben länger." Für die Tiroler war es der erstmalige Einzug ins Achtelfinale seit sechs Jahren, Linz-Trainer Michael Köllner haderte hinterher mit der eigenen Chancenverwertung.
FLOP – Das wohl letzte Kapitel des SK Bischofshofen
Die wohl speziellste Geschichte der Runde schrieb der SK Bischofshofen – wenn auch keine sportliche. Die Salzburger, die beim Bundesligisten SCR Altach mit 0:7 unterlagen (Yann Massombo, Lukas Jäger, Ousmane Diawara mit einem Doppelpack, Benjamin Böckle, Srdjan Hrstic und Rodney Elongo-Yombo trafen für die Vorarlberger), bestritten damit wohl das letzte Pflichtspiel in der knapp 100-jährigen Klubgeschichte.
Der Salzburger Fußballverband hatte den SK Bischofshofen bereits im Juni aus allen Bewerben gestrichen, weil der Verein keine regionalligataugliche Spielstätte mehr nachweisen konnte: Das Nutzungsrecht für den bisherigen Platz lief Ende Juni 2026 aus, Ausweichvarianten in der Stadt Salzburg und im steirischen Leoben wurden abgelehnt. Die Gemeinde Bischofshofen beschloss stattdessen, das Gelände künftig dem örtlichen Skiclub zu überlassen, der dort eine eigene Fußballsektion mit Nachwuchsfokus aufbauen will.
Nur die Teilnahme am ÖFB-Cup blieb dem Verein noch möglich und die nutzte er auf besondere Weise: Mangels einsatzfähiger Spieler musste ein Kader aus zwölf aktiven Akteuren sowie mehreren Personen aufgestellt werden, die nur noch auf dem Papier spielberechtigt waren, darunter der 63-jährige Pensionist Walter Weiss und der 56-jährige Unternehmer Stephan Prähauser. In einer eigenen Erklärung mit dem Titel „R.I.P. BSK 1933" bezeichnete der Klub seinen Auftritt als bewusste Aktion, um auf die Diskrepanz zwischen bürokratischen Vorgaben und der Realität aufmerksam zu machen. Am (vorläufigen) Ende bleibt es eine unübersichtliche Geschichte zwischen einem Verein, der schon länger nicht zur Ruhe kommen konnte und dessen Funktionären, zwischen Lokalpolitikern und Verbänden.
TOP – Wenigstens im Cup läuft's bei der Austria
Während es in der Bundesliga zuletzt gar nicht laufen wollte – die Austria war nach vier sieglosen Pflichtspielen in Folge Tabellenschlusslicht –, durften sich Manfred Fischer und Co beim Regionalligisten FCM Traiskirchen zumindest einmal wieder über einen klaren Erfolg freuen. Schon zur Pause war die Partie entschieden: Hasan Deshishku (22.), Johannes Handl (29.), Johannes Eggestein (30.) und Daniel Nnodim (38.) sorgten für eine komfortable 4:0-Führung nach der ersten Halbzeit. In der Schlussphase legten Julian Hettwer (90+1.) und erneut Eggestein (90+2.) nach – Endstand 6:0.
„Wir haben von Anfang an die Intensität auf den Platz gebracht, wir haben die Tore gemacht, damit wir Selbstvertrauen bekommen", sagte Doppeltorschütze Eggestein im Anschluss. Auch Trainer Stephan Helm zeigte sich zufrieden: „Es war das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben. Wir wollten generell sehr positiv auftreten – das ist uns gelungen." Kapitän Manfred Fischer sah in dem Erfolg vor allem einen wichtigen psychologischen Schub: „Ein Sieg tut immer gut in dieser Phase. Jetzt wollen wir Energie tanken, aufladen, und dann bereiten wir uns super vor" – auf das schwierige Heimspiel gegen Austria Lustenau in der Liga, wo die Austria dringend nachlegen muss.
