Dass Bundestrainer Jürgen Klopp dem nächsten Duell des Überraschungstabellenführers eine besondere Note verlieh, gefiel Julian Schuster besonders gut. "Das ist eine Bestätigung der Entwicklung und gleichzeitig ein Kompliment für die ganze Mannschaft", sagte der Trainer des SC Freiburg vor dem Gastspiel bei Eintracht Frankfurt. Das DFB-Septett aus Spielern beider Klubs, das Klopp in sein XXL-Aufgebot hievte, hatte kaum einer auf dem Zettel.
Klopp setzt auf die "Jugendabteilung"
Während der ehemalige Freiburger und Neu-Frankfurter Noah Atubolu noch als offensichtlichster Kandidat galt, kamen die Berufungen von Rückkehrer Jonathan Burkardt sowie der Neulinge Younes Ebnoutalib (Frankfurt), Philipp Treu, Yannik Engelhardt, Derry Scherhant und Max Rosenfelder (alle Freiburg) mehr oder weniger aus dem Nichts.
"Solche Entwicklungen können nur passieren, wenn die Rahmenbedingungen passen und ich Tag für Tag voll gefordert werde", sagte Schuster vor dem Bundesliga-Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky): "Das sind Kindheitsträume, wenn man das eigene Land vertreten darf."
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Es hätte im Waldstadion sogar noch mehr Hingucker für Klopp geben können, die 2014er-Weltmeister Mario Götze und Matthias Ginter ließ der neue DFB-Macher aber außen vor. Zumindest Ginter dürfte sich aufgrund konstant guter Leistungen noch immer Hoffnungen auf eine Rückkehr gemacht haben. Doch den Vorzug erhielt die "Jugendabteilung".
Erstes SC-Wiedersehen für Atubolu
So lenkte die Berufung den Fokus auch ein kleines Stück weit weg vom ersten Wiedersehen der Freiburger mit Atubolu. Nach viel Hin und Her, dem Scheitern eines erhofften Wechsels zu einem internationalen Topklub und einer Zitterpartie bis kurz vor Ende der Transferfrist war Atubolu Ende August in der Mainmetropole gelandet. "Den einen oder anderen Tipp" habe er von seinem Torhüter zum Gegner schon erhalten, erzählte Eintracht-Trainer Adi Hütter.
Gegen den Ex-Klub sei es "immer etwas ganz Besonderes, weil du alles kennst und noch zuletzt mit denen in der Kabine gesessen hast", sagte der Österreicher und lobte die trotz des stressigen Sommers "positive Energie" seines Rückhalts: "Man sieht in jeder Sekunde, dass er sehr happy ist, dass er bei der Eintracht ist."
Zwischen dem SC und dem "Freiburger Jungen" Atubolu, das machte Schuster deutlich, gibt es überhaupt kein böses Blut. Im Gegenteil: "Es ist der richtige Moment, um diesen Prozess und alle daran Beteiligten zu loben", sagte der Coach. "Wir wollen für ihn nur das Beste." Er persönlich freue sich darauf, "ihn vor und nach dem Spiel in den Arm zu nehmen und zu quatschen. In den 90 Minuten ist er aber der Gegner." Beim Duell mit der besonderen DFB-Note.
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