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Klopp ist neuer Bundestrainer und warnt die Presse: "Dann bin ich weg"

Aktualisiert
Klopp wurde als Bundestrainer vorgestellt
Klopp wurde als Bundestrainer vorgestelltČTK / imago sportfotodienst / Moritz Mueller

Jetzt ist es offiziell: Jürgen Klopp ist neuer Fußball-Bundestrainer. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in einer am Freitag anberaumten Pressekonferenz. Der frühere Dortmunder und Liverpooler Meistercoach unterschrieb beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen Vierjahresvertrag ab dem 15. August bis zur WM 2030. An die Medienvertreter hat Klopp eine Warnung ausgesprochen.

"Er war von Anfang an unsere Wunschlösung", so DFB-Präsident Bernd Neuendorf: "Die persönlichen Gespräche mit ihm haben uns bestärkt, dass er der richtige Mann am richtigen Platz ist."

Jürgen Klopp wird sein Debüt als neuer Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 24. September mit dem Auswärtsspiel gegen die Niederlande in der UEFA Nations League geben.

Neben Klopps jahrelangen Wegbegleitern Peter Krawietz und Pepijn Lijnders wird auch Sven Bender als Assistenztrainer zum DFB-Team stoßen. Bender arbeitete während seiner aktiven Zeit bei Borussia Dortmund mit Klopp zusammen und arbeitete zuletzt als Cheftrainer der SpVgg Unterhaching. 

Bender stößt zum DFB
Bender stößt zum DFBLEONHARD SIMON / GETTY IMAGES EUROPE / GETTY IMAGES VIA AFP

Der DFB bestätigte zudem, dass eine Spende von einer Million Euro an die konzerninterne Stiftung "Wings for Life" von Red Bull stattfinden wird. Zudem erkläre sich die Nationalmannschaft dazu bereit, bis 2030 drei Länderspiele in Leipzig zu bestreiten– "in Anerkennung dessen, dass die Freigabe so unkompliziert und unbürokratisch verlaufen ist", so Neuendorf. 

Auch Mertesacker kommt

Neuendorf bestätigte zudem, dass Per Mertesacker ab dem 1. Januar 2027 Andreas Rettig als Sport-Geschäftsführer beerben wird. "Es geht hier nicht nur um die A-Nationalmannschaft der Männer, sondern um den Fußball in Gänze", betonte der DFB-Präsident.

Auch die Frauen-Nationalmannschaft und die Talentförderung seien "künftig unter seiner Federführung vereint". Sportdirektor bleibt weiterhin Rudi Völler.

Der Kontakt zum DFB sei auch nach dem Ende seiner Nationalmannschaftskarriere "nie abgerissen. Deshalb ist es für mich etwas Besonderes, nun in dieser Rolle zurückzukehren. Der deutsche Fußball verfügt über enormes Potenzial", sagte Mertesacker. Er wolle "mit Demut, dem Willen, hart zu arbeiten, und der nötigen Geduld die Talente und Persönlichkeiten fördern, die den Unterschied ausmachen".

Mertesacker wird Teil des neuen Führungstrios
Mertesacker wird Teil des neuen FührungstriosFRANK HOERMANN / SVEN SIMON / SVEN SIMON / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Klopp spricht von "großer Ehre"

"Es ist eine große Ehre, hier heute zu sitzen", sagte Jürgen Klopp in seiner ersten Pressekonferenz als neuer Bundestrainer: "Es ist ein sehr, sehr besonderer Tag für mich."

Klopp übernimmt beim DFB
Klopp übernimmt beim DFBHMB Media / Sipa USA / Profimedia

Klopp möchte "gemeinsam" einen neuen Weg einschlagen: "Das, was ich vorhabe gemeinsam mit meinem Trainerteam, mache ich nicht für mich. Ich bin 59 und kein unbeschriebenes Blatt." Ihm gehe es nicht nur darum, die A-Nationalmannschaft zu verbessern, aber "das ist mein erster Job."

Klopp warnt Medien

An die Medienvertreter richtete Klopp eine Warnung. "Wenn ihr morgen sagt, der ist scheiße – bin ich weg. Wenn ihr euch daneben benehmt und meine Familie nicht in Ruhe lässt – bin ich weg. Um das klarzumachen. Ich mache den Job, obwohl ich mitbekommen habe, wie ihr mit Julian (Nagelsmann, Anm.) umgeht, wie ihr mit Thomas (Tuchel, Anm.) umgeht."

Tuchel wünscht sich eine kritische, aber differenzierte Berichterstattung: "Kritisiert mich, wenn etwas nicht funktioniert. Ihr müsst mich nicht so viel loben, wenn es funktioniert – das sollte selbstverständlich sein. Ihr müsst mir glauben, dass es mir nur um die Sache geht."

Klopp hat die Notbremse fest im Blick
Klopp hat die Notbremse fest im BlickHMB Media / Sipa USA / Profimedia

Das Engagement als Bundestrainer sei für Klopp "der Höhepunkt meiner Karriere, meines Lebens. Ich werde alles hineinlegen, was mir zur Verfügung steht."

Pläne für die Zukunft

"Es ist nicht alles schlecht, aber auf jeden Fall ist alles verbesserungswürdig", sagte Klopp mit Blick auf die sportliche Misere der Nationalmannschaft: "Es gibt nicht viel Gutes über die Situation zu sagen, wenn man so früh bei einer WM ausscheidet."

Es sei "der Moment gekommen, in dem man ganz genau hingucken muss und ohne Aktionismus Dinge verändern und anpassen muss." Er möchte seinen Blick auf das richten, was den Fußball "nicht direkt, sondern auch in Zukunft" beeinflusst.

Das deutsche WM-Aus soll als Weckruf dienen
Das deutsche WM-Aus soll als Weckruf dienenREUTERS/Amanda Perobelli

"Ich habe mir eine Liste von Namen gemacht, von denen ich gerne mehr wüsste", sagte Klopp. Auf dieser befänden sich "57 Feldspieler", die ein Thema für die DFB-Auswahl seien.  

Er kündigte Stadionbesuche "in jedem Land, in dem unsere Spieler unterwegs sind" an. Seine Rolle als TV-Experte für MagentaTV während der Weltmeisterschaft sei nützlich gewesen, doch nun möchte er "möglichst zügig mit den Spielern in Kontakt treten."

Denn: "Egal, welche Ideen ich entwickle – ohne die Spieler habe ich da gar keine Möglichkeit, die umzusetzen. Deshalb wird das meine erste Aufgabe sein."