Der massiv unter Druck stehende Infantino, der am Mittwochabend bei der Eröffnung des Golf Cups in Saudi-Arabien auf der Tribüne saß, hatte am Montag mit seinem öffentlich gemachten Schreiben überrascht.
Darin regte er eine "unabhängige, externe Prüfung" des FIFA-Regierungsstils und die Einbeziehung aller "relevanten Interessenträger" in Entscheidungsfindungen an.
Kritiker wie Bernd Neuendorf äußerten allerdings umgehend ihre Zweifel an der Glaubwürdigkeit des 56-Jährigen. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sprach von einem "durchschaubaren Manöver", mit dem sich Infantino "seine Wiederwahl sichern" möchte. Neuendorf beharrte darauf, dass der FIFA-Chef abtreten müsse.
Diese Kritik wies Infantino zurück. "Es geht nicht darum, positive Schlagzeilen zu erzeugen, sondern darum, das Richtige für den Fußball zu tun", schrieb der FIFA-Präsident: "Ich war noch nie entschlossener und engagierter, genau das zu tun. Die FIFA ist immer im Einsatz. Ich selbst bin immer im Einsatz und möchte hören, wie wir den Fußball weiterhin zum Nutzen aller und überall voranbringen können."
UEFA wird für Gegenkandidaten plädieren
Infantino steht hinsichtlich seiner angestrebten Wiederwahl beim Kongress am 18. März des kommenden Jahres in Rabat/Marokko vor entscheidenden Wochen.
Am 8. und 9. Oktober treffen sich in Berlin die Präsidenten und Generalsekretäre der europäischen Verbände. Es wird erwartet, dass die Europäische Fußball-Union (UEFA) dort einen Gegenkandidaten ins Rennen schickt. Die Frist für eine Nominierung läuft am 18. November ab. Als Favorit gilt der Kanadier Victor Montagliani, der Präsident der Konföderation für Nord-, Mittelamerika und die Karibik (CONCACAF).

