Österreich trifft auf Jordanien: Pflichtsieg zum WM-Auftakt?

WM-Auftakt für die österreichische Nationalmannschaft.
WM-Auftakt für die österreichische Nationalmannschaft.ČTK / imago sportfotodienst / Lukas Biereder

Nach 28 Jahren kehrt das ÖFB-Team auf die WM-Bühne zurück. Zum Auftakt der Weltmeisterschaft 2026 wartet mit Jordanien in Gruppe J der nominell schwächste Gegner auf die Österreicher.

Als Nummer 24 der FIFA-Weltrangliste trifft Österreich auf den WM-Debütanten Jordanien, der auf Rang 63 geführt wird. Mit einem ähnlichen Gesamtmarktwert wie der Wolfsberger AC gilt das Land aus dem Nahen Osten als Außenseiter der Gruppe J. Entsprechend klar sind die Erwartungen an die Mannschaft von Ralf Rangnick für das Spiel am Mittwoch (6:00 Uhr MESZ, live in ORF1 und im Stream auf ORF ON).

Zum Matchcenter: Österreich – Jordanien

Trotz der klaren Verhältnisse auf dem Papier warnen Beobachter davor, den Außenseiter zu unterschätzen. ORF-Experte Andreas Ivanschitz rechnet zwar mit einem österreichischen Erfolg, betont aber: „Jordanien wird zwar sicher aus der Defensive kommen, aber sie werden sich nicht nur hinten reinstellen.

Mit Blick auf das 0:0 Spaniens gegen Kap Verde und die 0:2-Niederlage der Türkei gegen Australien sagte Coach Ralf Rangnick bei der Abschlusspressekonferenz: „Das hat noch einmal gezeigt, wie viel man auf Favoritenrollen oder Weltranglistenplatzierungen geben kann.

 

 

Jordanien setzt auf Disziplin und Umschaltspiel

„Al Nashama“ (die Edelmütigen) qualifizierten sich erstmals für eine Weltmeisterschaft und gehen entsprechend motiviert in die Partie. In den vergangenen Jahren erreichte Jordanien sowohl das Finale der Asienmeisterschaft als auch das des Arab Cups. Teamchef Jamal Sellami formte eigenen Aussagen zufolge eine „strukturierte und disziplinierte Truppe“.

Der gefährlichste Spieler ist Flügelstürmer Mousa Al-Tamari von Stade Rennes, der in seiner Heimat sogar als „Jordaniens Messi“ bezeichnet wird. Kapitän Mahmoud Al-Mardi sorgt über die linke Seite regelmäßig für offensive Akzente, während Ali Olwan die Lücke im Sturmzentrum schließen soll.

Jordanien setzt auf eine kompakte Defensive, agiert aber deutlich mutiger, als man es von einem Außenseiter erwarten würde. Die Mannschaft von Jamal Sellami schaltet nach Ballgewinnen schnell um, sucht häufig den direkten Weg nach vorne und attackiert über lange Bälle sowie zweite Bälle. Vor allem über die Flügel entsteht Gefahr. Gleichzeitig zeigte sich die Abwehr in den jüngsten Testspielen nicht immer sattelfest und ließ insbesondere bei Standards und im Umschaltspiel Räume zu.

 

Die letzten Spiele der Jordanier.
Die letzten Spiele der Jordanier.Flashscore

 

Ein Spiel mit Signalwirkung

Ivanschitz sieht den Schlüssel zum Erfolg in der Spielanlage der Rangnick-Elf: „Österreich muss das Tempo hochhalten, darf sich vom passiven Spiel des Gegners nicht einlullen lassen“. Die Voraussetzungen dafür sind zweifellos vorhanden. Keine andere Mannschaft setzte ihre Gegner in der europäischen WM-Qualifikation intensiver unter Druck als Österreich. Das aggressive Pressing und schnelle Umschaltspiel sind längst zum Markenzeichen des Teams geworden.

Lediglich die Frage, wie Rangnick den Ausfall von Christoph Baumgartner kompensiert, bleibt offen. Als mögliche Lösung gilt Saša Kalajdžić, der laut Ivanschitz auf der Zehnerposition auflaufen könnte. Auch Carney Chukwuemeka von Borussia Dortmund wäre eine Option.

Der Auftakt könnte bereits die Richtung für das gesamte Turnier vorgeben. Mit einem Sieg würde Österreich seine Chancen auf den Einzug in die K.-o.-Phase wahren und selbstbewusst in das Duell mit dem amtierenden Weltmeister Argentinien gehen.