"Ich muss gerade ehrlich sagen, ich bin immer noch voll hier beim Spiel. Ich denke da jetzt nicht dran, dass ich nächste Woche zur Nationalmannschaft fahre und habe da jetzt auch noch keine Vorfreude. Das interessiert mich jetzt heute gar nicht", sagte der 33 Jahre alte Stürmer bei Sky.
Ein Interview im ZDF brach der Torjäger von Werder Bremen auf eine Nachfrage zu Bundestrainer Jürgen Klopp hin ab, irgendwie verständlich: Das 0:1 (0:1) beim VfB Stuttgart hatte ihm erst mal die Laune verdorben.
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Hartes Duell gegen Chabot
Füllkrug ist mit neun Treffern weiterhin der beste Torschütze der Bundesligasaison. Am Donnerstag war er von Bundestrainer Jürgen Klopp für die Nations-League-Spiele am 13. November in Belgrad gegen Serbien und am 16. November in Berlin gegen die Niederlande nominiert worden.
Grundsätzlich freue er sich "natürlich darauf", führte Füllkrug weiter aus. Klopp habe mit ihm zuletzt "alles sehr offen und sehr fair besprochen. Das war ein mega netter Austausch. Wir schauen mal, was wird."
Gegen den VfB hatte Füllkrug einen schweren Stand. Der Angreifer hatte zwar einen großen Aktionsradius und 76 Ballaktionen, ein Treffer gelang bei sechs Abschlüssen aber nicht - auch weil er in VfB-Verteidiger Jeff Chabot einen sehr hartnäckigen Kontrahenten hatte. "Das war ein wichtiges Fundament und das entscheidende Duell, das Jeff gewonnen hat", sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Es seien aber "viele Bälle auch bei mir geblieben, eigentlich sogar die meisten, glaube ich", entgegnete Füllkrug.
Bremen trotz Niederlage oben mit dabei
Wie auch immer: Am Ende stand für den VfB ein "extrem wichtiger Sieg", wie Torschütze Maximilian Mittelstädt (7.) zufrieden feststellte. "Wir wollten Tuchfühlung nach oben aufbauen, das ist uns gelungen. Das ist gut für das Gefühl", sagte Wohlgemuth nach dem erst vierten Sieg der ambitionierten Schwaben im neunten Saisonspiel.
Füllkrug wollte unterdessen viel lieber darüber reden, wie gut die Bremer trotz der ersten Niederlage nach sieben Spielen waren, als das Nationalteam zu thematisieren. "Ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft. Geile Truppe", sagte er. Dass die Bremer so "geil" sind, lag erneut auch an ihm. "Sexy" sei Füllkrug, betonte Trainer Daniel Thioune, "es ist mega, was er gerade macht". Das Spiel, ergänzte er, sei "ein Stück weit" auf seine "unfassbar hohe Qualität am Ball" ausgerichtet. Tatsächlich hatte Füllkrug gegen den VfB 76 Ballkontakte, eine enorme Quote für einen Stürmer.
"Ein, zwei Dinger musst du einfach machen", sagte Füllkrug, betonte bei aller Enttäuschung aber: "Ich finde, wir sind trotzdem gut aufgetreten, besonders in der zweiten Halbzeit." Eine Meinung, der sich Sky-Experte Lothar Matthäus gerne anschloss. Wie Füllkrug nach der Pause die "Bälle geholt, festgemacht und die besser stehenden Mitspieler gesucht hat, das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Werder Bremen in der zweiten Halbzeit zuzuschauen, das war moderner Fußball."
Werder haderte nach sieben Spielen ohne Niederlage mit dem Ergebnis. Die erste Hälfte, kritisierte Kapitän Marco Friedl, sei "Angsthasen-Fußball" gewesen. Die zweite Halbzeit lobte er dann aber genauso wie Füllkrug: "Da hatten wir richtig gute Phasen, da kannst du das Spiel drehen." Das gelang Werder trotz einer Druckphase nicht. Dennoch: Er sei, betonte Füllkrug, "stolz darauf, wo wir stehen". Mit 15 Punkten weiter im oberen Drittel.
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