Es gehe bei der Kritik "nicht um eine Verurteilung eines Menschen aufgrund seines Glaubens", hieß es darin: "Es geht um die klare Abgrenzung von Ideologien und Netzwerken, deren dokumentierte Aussagen und Aktivitäten aus unserer Sicht mit den Werten eines weltoffenen und vielfältigen Borussia Dortmund nicht vereinbar sind." Religion dürfe "niemals ein Freifahrtschein für Diskriminierung sein."
Hintergrund der Kritik ist der wiederkehrende Torjubel, bei dem Nmecha eine imaginäre Krone abnimmt und diese kniend vor sich auf den Rasen legt. Diese hatte er auch bei der Fußball-WM im Nationaltrikot gezeigt. Die Geste stammt von der Kampagne "The King's Return", die dem Netzwerk "Ballers in God" nahesteht. Laut Recherchen des ARD-Magazins Monitor wurden in diesem Umfeld Homosexualität beispielsweise als "Sünde" und eine Abtreibung als "Satans Plan" dargestellt.
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Forderung nach einer Stellungnahme
Dass Nmecha seine Religiosität seit Jahren sichtbar mache, sei "ausdrücklich" kein Teil der Kritik. Nmechas öffentliche Unterstützung für die umstrittene Kampagne gebe aber "Anlass zu einer erneuten Einordnung", schrieb die BVB-Fanabteilung: "Unsere Kritik richtet sich gegen religiöse Netzwerke, die unter dem Deckmantel des Glaubens ein Weltbild verbreiten, in dem Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihrer geschlechtlichen Identität, ihrer Lebensweise oder ihrer persönlichen Entscheidungen abgewertet oder ausgegrenzt werden."
Man dürfe es nicht als "bloß private Religionsausübung" abtun, wenn die Reichweite eines Profis "gezielt für Missionierung" eingesetzt werde. "Wo religiöse Überzeugungen dazu benutzt werden, Menschen ihre Würde oder Gleichwertigkeit abzusprechen, endet für uns die Toleranz gegenüber Intoleranz", hieß es in der Stellungnahme, die den Druck auf den Verein in einer seit Jahren anhaltenden Debatte einmal mehr erhöht.
Der Grundwertekodex des BVB sei "der maßgebliche Bezugspunkt. Für seine konsequente Umsetzung setzen wir uns ein. Deshalb haben wir in den vergangenen Monaten mehrfach Gespräche zu diesem Thema geführt."
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Dortmund sucht Gespräch
Für den BVB sei es "essentiell, Hinweise und Bedarfe aus der Fanszene ernst zu nehmen und ihnen nachzugehen", teilte der BVB auf SID-Anfrage mit: "Selbstverständlich nehmen wir auch die aktuelle Berichterstattung und die damit verbundenen Fragen und Diskussionen sehr ernst." Die Geschäftsführung, vermutlich Sportchef Lars Ricken, werde "diese zum Anlass nehmen, das Gespräch mit dem Spieler zu suchen".
Der BVB betonte in seinem Statement, dass der Verein "die Religions- und Glaubensfreiheit jedes Einzelnen" respektiere. "Wir wissen um die Sensibilität religiös konnotierter Gesten und erwarten von allen Mitarbeitenden und Spielern, dass sie in ihrem Verhalten und Auftreten den gesetzlichen Vorgaben und den Grundwerten von Borussia Dortmund entsprechen. Dazu gehören Respekt, Vielfalt, Gleichberechtigung und die klare Ablehnung jeder Form von Diskriminierung", hieß es: "Felix Nmecha verhält sich seit seinem ersten Tag bei Borussia Dortmund respektvoll und gibt durch sein tagtägliches Handeln wie jeder andere unserer Spieler keinerlei Anlass, daran zu zweifeln."
