US-Wetterkapriolen bei der WM? Stürme & Co. könnten Spiele um Stunden verzögern

Gewitter können die Spiele bei der WM 2026 in den USA um mehrere Stunden verlängern.
Gewitter können die Spiele bei der WM 2026 in den USA um mehrere Stunden verlängern.Kyle Rivas / Zuma Press / Profimedia

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada steht vor gewaltigen Herausforderungen in der Bewältigung der Naturgewalten. Das größte Sportevent der Welt startet am 11. Juni und fällt damit genau in die Sommermonate, in denen extreme Hitze, drückende Luftfeuchtigkeit und heftige Gewitter in den USA zur Tagesordnung gehören. Diese Wetterphänomene könnten den Zeitplan massiv durcheinanderbringen.

Das Wetter beeinflusst dabei nicht nur die physische Leistung der Profis, sondern gefährdet auch die gesamte Logistik und den Komfort der Fans. Besonders im Fokus stehen die USA: Hier greifen bei Blitzeinschlägen in Stadionnähe strikte Sicherheitsvorschriften, die keine Ausnahmen zulassen.

Obwohl die WM in drei Ländern stattfindet, liegt das Herzstück des Turniers in den Vereinigten Staaten. Doch ausgerechnet dort sind plötzliche Sommergewitter im Juni und Juli häufig. Für die Organisatoren sind diese Stürme ein weitaus größeres Problem als reiner Regen.

In den USA gilt ein eisernes Sicherheitsprotokoll: Sobald meteorologische Sensoren Blitze in einem Umkreis von 13 Kilometern (acht Meilen) registrieren, muss jede Sportveranstaltung sofort unterbrochen werden. Die Spieler verlassen das Feld, und die Zuschauer werden oft aufgefordert, die Tribünen zu räumen. Es folgt eine Zwangspause von mindestens 30 Minuten. Schlägt während dieser Zeit erneut ein Blitz ein, beginnt der Countdown von vorn.

Dies bedeutet, dass Partien über Stunden unterbrochen oder verschoben werden könnten. Die FIFA kann diese Regeln nicht umgehen, da es sich um übergeordnete Sicherheitsvorgaben handelt, die auch in der NFL oder MLS Standard sind. Im Extremfall könnte sogar das WM-Finale im MetLife Stadium (New York/New Jersey) betroffen sein, da die Region für ihre heftigen Sommergewitter bekannt ist.

Lehren aus der Klub-WM

Dass dies keine reine Theorie ist, zeigte die vergangene Klub-Weltmeisterschaft. Dort kam es bereits zu erheblichen Verzögerungen: Die Partie Ulsan vs. Mamelodi Sundowns startete mit über einer Stunde Verspätung in Florida, RB Salzburg musste sich gegen Pachuca rund anderthalb Stunden in Cincinnati gedulden und beim europäischen Duell zwischen Chelsea und Benfica gab es gar fast zwei Stunden Zwangspause wegen eines Gewitters.

Meteorologen identifizieren vor allem die Regionen östlich der Rocky Mountains als gefährdet. Besonders die Achse von Cincinnati bis New York gilt als problematisch. Für die Austragungsorte bedeutet das: In New York/New Jersey, Boston, Philadelphia und Miami ist das Risiko für Spielunterbrechungen am höchsten.

Neben Stürmen fordert auch die Hitze ihren Tribut. In Städten wie Miami, Houston, Kansas City und Dallas werden extreme Temperaturen und Luftfeuchtigkeit erwartet. Die FIFA plant hier zusätzliche Trinkpausen ein, um die Spieler vor Erschöpfung zu schützen.

Ein weiterer Faktor ist die geografische Höhe, die beispielsweise die tschechische Nationalmannschaft vor logistische Probleme stellt. Ihr Camp liegt in Texas (200 m Meereshöhe), doch die Spiele finden unter extrem unterschiedlichen Bedingungen statt: Zunächst spielt man in Guadalajara, Mexiko auf 1.600 m Höhe; danach geht es im US-amerikanischen Atlanta zurück auf 300 m Höhe, bevor zum Schluss in Mexiko-Stadt das Duell mit dem Gastgeber auf ganzen 2.240 m Höhe stattfindet.

Experten warnen, dass diese extremen Wechsel die Atmung und die Regenerationsfähigkeit massiv beeinträchtigen. Die Teams reagieren bereits mit speziellen Bluttests und Atemübungen, um für das Turnier der Extreme gewappnet zu sein.