"Viel Arbeit vor uns": DFB-Damen enttäuschen in Ried – Matchball gegen Norwegen

Aktualisiert
Vivien Endemann i(r.) im Zweikampf mit Österreichs Claudia Wenger
Vivien Endemann i(r.) im Zweikampf mit Österreichs Claudia Wenger REUTERS/Christian Bruna

Die deutschen Fußballerinnen haben auf ihrem Weg zur WM 2027 überraschend den ersten Dämpfer erlitten. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Wück kam im zweiten Nachbarschaftsduell mit Österreich innerhalb weniger Tage nach einer schwachen Vorstellung nur zu einem 0:0 und geht angeschlagen in ihr erstes Matchball-Spiel der WM-Qualifikation. Die Schlussphase in Ried überstand das DFB-Team nach einer Roten Karte gegen Janina Minge (79.) in Unterzahl.

Am kommenden Spieltag (5. Juni) kann die DFB-Auswahl gegen Norwegen in Köln mit einem Sieg eines der begehrten Tickets für die Endrunde in Brasilien lösen. Dafür braucht sie jedoch eine deutliche Leistungssteigerung: Gegen Österreich ließ die deutsche Mannschaft gerade offensiv einiges zu wünschen übrig und liegt in der Gruppe A4 bei noch zwei ausstehenden Partien nur noch einen Zähler vor Norwegen, das am Samstag 3:2 in Slowenien gewann.

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Nach dem 5:1 (1:0) gegen Österreich am vergangenen Dienstag in Nürnberg hatte Wück noch Kritik an seiner Mannschaft geübt. Es seien "nur sehr wenige an ihre Leistungsgrenze gekommen", sagte der Trainer. Entsprechend forderte er vor dem schnellen Wiedersehen mehr Souveränität und Stabilität "in den Basics" - und nahm wie angekündigt einige Änderungen an seiner Startelf vor.

"Wir sind alle unzufrieden, wir hatten uns etwas anderes vorgenommen. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Aber es ist ja nicht viel passiert, wir haben alles noch in der eigenen Hand. Wir müssen uns jetzt einmal schütteln", sagte Wück nach dem zweiten Nachbarschaftsduell mit Österreich innerhalb weniger Tage in der ARD.

Wenige Chancen auf beiden Seiten

Neben Larissa Mühlhaus, die erstmals in einem Länderspiel von Anfang an spielte, rückten Camilla Küver und Sarai Linder in die Anfangsformation, Carlotta Wamser ersetzte Kapitänin Giulia Gwinn, die am vergangenen Dienstag eine Schulterverletzung erlitten hatte. In der Defensive spielte demnach einzig Minge wie schon vor vier Tagen von Beginn an.

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Viel zu tun bekam die neu formierte Abwehr jedoch nicht. Die Gastgeberinnen überließen den Deutschen den Ball, viel anzufangen wussten diese damit jedoch nicht. Bis auf eine frühe Großchance von Jule Brand (4.), die an der glänzend parierenden Torhüterin Mariella El Sherif scheiterte, brachte das deutsche Team kaum etwas zustande.

Wück wütet nach der Pause

Wück betrachtete an der Seitenlinie eher stoisch, wie sich seine Spielerinnen in der Offensive ein ums andere Mal verrannten. Gerade die Präzision im letzten Drittel dürfte beim Bundestrainer Fragen aufgeworfen haben, aber immerhin defensiv stand seine Mannschaft bei den wenigen Konterchancen der Österreicherinnen stabil.

Wück war vor allem in der zweiten Hälfte
Wück war vor allem in der zweiten Hälfte REUTERS/Christian Bruna

Dennoch: Zufrieden konnte Wück auf keinen Fall sein, spätestens in der zweiten Halbzeit wurde das auch deutlich. Der 52-Jährige schimpfte deutlich hörbar und schüttelte immer wieder mit dem Kopf, noch immer strahlte die DFB-Elf so gut wie keine Gefahr aus - bis zur 72. Minute. Minge traf mit einem Kopfball aus kurzer Distanz nicht das leere Tor, sondern die Latte - und flog wenig später nach einer Notbremse vom Platz.