Bei Napoli stand Lorenzo Lucca für den krankheitsbedingt ausgefallenen Rasmus Højlund erst zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startelf. Der 26-Jährige hätte die Gäste beinahe früh in Führung gebracht, doch sein wuchtiger Kopfball in der siebten Minute wurde von Juve-Keeper Guglielmo Vicario glänzend pariert. Die Partenopei, die mit der Empfehlung von elf Toren aus den letzten drei Partien angereist waren, verzeichneten zwar mehr Ballbesitz, konnten Vicario vor der Pause jedoch kein zweites Mal prüfen.
Auch Juventus tat sich in der Offensive lange schwer, kam der Führung aber dennoch nahe: In der 28. Minute prallte der Ball nach einer Ecke unglücklich vom Oberschenkel von Juan Cabal – der sein Startelf-Debüt für Juve seit Februar feierte – an den Pfosten.

In der Schlussphase des ersten Durchgangs nahm die Partie schließlich an Fahrt auf. Nach Distanzfehlschüssen von Noa Lang und Alajbegovic zwang Letzterer Neapels Schlussmann Alex Meret kurz vor dem Pausenpfiff mit einem platzierten Flachschuss zur ersten echten Glanzparade.
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Beide Trainer reagierten auf die mäßige erste Hälfte und wechselten zur Pause. Bei den Hausherren kam Federico Gatti für Weston McKennie. Auf Seiten Napolis brachte Marco Landucci – der den gesperrten Massimiliano Allegri an der Seitenlinie vertrat – Amir Rrahmani und Billy Gilmour für Giovanni Di Lorenzo und Kevin De Bruyne.

Die personellen Rochaden blieben jedoch zunächst wirkungslos, da beide Teams nach dem Seitenwechsel kaum Torgefahr ausstrahlten. Es drohte die Fortsetzung einer kuriosen Juve-Statistik: Die Alte Dame hatte in dieser Saison in den ersten 15 Minuten beider Halbzeiten noch keinen einzigen Treffer erzielen können.
Doch das Erlöschen dieser Flaute war das Warten wert: Alajbegovic tankte sich entschlossen durch und jagte das Leder auf spektakuläre Weise mit einem strammen Schuss an den Innenpfosten ins lange Eck – sein Premierentreffer in der Serie A.
Für Allegri und seine Mannschaft kam es kurz darauf noch dicker: Verteidiger Luca Marianucci, der erstmals seit September 2025 wieder von Beginn an für Napoli auflief, sah nach einem wiederholten Foulspiel die Gelb-Rote Karte.
In Unterzahl fanden die Gäste keine Antwort mehr auf den Rückstand. Drei Minuten vor dem Ende machte Jeremie Boga schließlich alles klar: Er zog mutig nach innen und schlenzte den Ball wunderschön über Meret hinweg zum 2:0-Endstand ins lange Eck – ebenfalls sein erster Saisontreffer.
Mit diesem Befreiungsschlag klettert Juventus in der Serie A auf Rang sieben und zieht an Napoli vorbei. Für die Bianconeri war es erst der dritte Erfolg in den letzten elf direkten Duellen mit Neapel (zwei Remis, sechs Niederlagen). Während der Druck auf Spalletti damit vorerst nachlässt, gerät Allegri zunehmend in Erklärungsnot: Seine Mannschaft konnte in dieser Saison auswärts bislang erst zwei Siege einfahren.
