Für Endrick könnte ein Wechsel nach England vor allem eines bedeuten: regelmäßige Einsatzzeit auf höchstem Niveau. Aston Villa ist für die Champions-League-Ligaphase 2026/27 qualifiziert und könnte dem Brasilianer damit eine attraktive Mischung aus Premier League und europäischem Spitzenfußball bieten.
Endrick droht in Madrid die Bank
Bei Real Madrid ist Endricks Situation kompliziert. José Mourinho sieht den Brasilianer offenbar vor allem als klassischen Mittelstürmer. Dort ist die Konkurrenz mit Kylian Mbappé und dem neu verpflichteten Carlos Espí groß. Eine Rolle auf dem Flügel ist ebenfalls schwierig, da Real über zahlreiche weitere Offensivspieler verfügt.
Mourinho soll Endrick nach aktuellem Bericht nicht zu einem Abschied drängen. Vielmehr habe der Trainer dem Angreifer die Entscheidung selbst überlassen und ihm gleichzeitig verdeutlicht, dass der Weg zu regelmäßigen Einsätzen in Madrid schwierig sein könnte. Für Endrick geht es deshalb vor allem um die Frage, wo er die besten Bedingungen für seine Entwicklung vorfindet.
Lyon hat Endricks Potenzial gezeigt
Dass Endrick regelmäßige Spielzeit nutzen kann, hat seine vergangene Saison in Frankreich gezeigt. Bei Olympique Lyon kam er in 21 Pflichtspielen auf acht Tore und acht Vorlagen. Damit sammelte der Brasilianer 16 direkte Torbeteiligungen und hinterließ nach seinem schwierigen ersten Halbjahr in Madrid einen deutlich stärkeren Eindruck.
Besonders auffällig war seine Effizienz. Endrick überzeugte mit seiner Dynamik, seiner Zielstrebigkeit und seiner Robustheit in direkten Duellen.
Stärken am Boden
Trotz seiner starken Zahlen hat Endrick in Lyon auch Bereiche gezeigt, in denen noch Entwicklungspotenzial besteht. Besonders im Passspiel und im Zusammenspiel mit seinen Mitspielern war der Brasilianer nicht immer überzeugend. Seine Passquote von 75,14 Prozent gehörte zu den schwächsten Werten im gesamten Lyon-Kader. Für einen Stürmer, der sich häufig tief fallen lässt oder in Kombinationen eingebunden werden soll, ist das ein Bereich, in dem er sich noch deutlich verbessern kann.

Auch bei hohen Bällen gibt es Luft nach oben. Endrick gewann in der vergangenen Saison lediglich drei von 21 Kopfballduellen. Seine Stärken liegen dagegen klar am Boden: In 90 Eins-gegen-eins-Duellen setzte er sich durch und stellte damit seine Robustheit und Dynamik unter Beweis. Gerade diese Fähigkeiten könnten ihm in der körperbetonten Premier League zugutekommen.

Aston Villa könnte genau das richtige Umfeld sein
Für Aston Villa wäre Endrick angesichts seines Potenzials eine interessante Verstärkung. Trainer Unai Emery könnte ihm eine klarere Rolle und deutlich mehr Spielzeit bieten als Mourinho in Madrid. Hinzu kommt, dass Villa nach dem Gewinn der Europa League und der direkten Qualifikation für die Champions League sportlich auf höchstem Niveau unterwegs ist.

Für Real Madrid hätte eine Leihe ebenfalls Vorteile. Endrick würde regelmäßig auf hohem Niveau spielen, weitere Erfahrungen sammeln und seinen Marktwert sowie seine sportliche Entwicklung vorantreiben. Gleichzeitig bliebe er langfristig Spieler der Königlichen. Eine erneute Leihe wäre damit weniger ein Abschied als vielmehr ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer größeren Rolle in Madrid.
