Die Marke von Ex-Weltmeister Pierre Littbarski (18 Tore) sei "natürlich" das große Ziel, sagte Tresoldi nach dem 4:0 (2:0) in Lettland, bei dem er mit einem feinen Außenrist-Heber das 3:0 und damit seinen 13. Treffer im 25. Spiel für die DFB-Auswahl erzielt hatte. Er hätte zwar "schon gerne ein paar Dinger mehr gemacht, aber ich habe ja noch zwei Spiele".
Am Mittwoch (18.00 Uhr/ProSieben MAXX) auf Malta und am 6. Oktober zum Abschluss der EM-Qualifikation in Bielefeld gegen Georgien will Tresoldi weiter Eigenwerbung betreiben und auch der Bestmarke von U21-Rekordspieler Fabian Ernst (31 Einsätze) wieder einen Schritt näherkommen. Erst nach der EM-Endrunde in Albanien und Serbien (16. Juni bis 3. Juli) wird sich Tresoldi schließlich für Bundestrainer Jürgen Klopp oder Italiens Coach Roberto Mancini entscheiden.
Dass er die deutsche U21 auf der Mittelmeer-Insel wohl erstmals als Kapitän aufs Feld führen darf, unterstreicht seinen hohen Stellenwert beim DFB. "Er hat es sich verdient, weil er einfach ein Führungsspieler ist, schon lange Part unseres Teams ist und sehr viele Tore gemacht hat", sagte U21-Trainer Antonio Di Salvo, der ebenfalls italienische Wurzeln hat und daher eine ganz besondere Beziehung zu Tresoldi pflegt.
Klopp habe ihm versichert, "dass die Tür immer offen ist", sagte Tresoldi über die "guten Gespräche" mit dem Bundestrainer, der keinen Druck aufbauen will. Er habe "Kloppo" seine Situation "erklärt, und er hat es verstanden. Er ist ein super Mensch. Das war kein Trainer-Spieler-Gespräch, sondern wie ein Vater-Sohn-Gespräch."
Tresoldi zeigt sich auf großer Bühne
Doch auch Italiens neuer Nationaltrainer Mancini wirbt kräftig. "Zu ihm habe ich das Gleiche gesagt wie zu Kloppo", sagte Tresoldi, der auf Sardinien aufgewachsen ist und mit 13 Jahren nach Deutschland kam. Sein Vater Emanuele war italienischer U21-Nationalspieler, über seine Mutter wäre Tresoldi auch für Argentinien spielberechtigt.
Seit 2022 jedoch läuft er für die Nachwuchsmannschaften des DFB auf. Im Sommer war er laut Julian Nagelsmann sogar "super nah" an einer WM-Teilnahme. Der Stürmer verbuchte 23 Tore und neun Vorlagen in seiner Debütsaison in Belgien und traf in der Champions League gegen den FC Barcelona, Atlético Madrid sowie zuletzt gegen Aston Villa.

In seiner Wohlfühloase U21 soll er nun in Abwesenheit von Stammkapitän Tom Bischof wie schon die letzten 30 Minuten in Riga noch mehr Verantwortung übernehmen. "Das war das erste Mal, dass ich Kapitän war. Das ist natürlich schön, ich bin richtig stolz", schwärmte Tresoldi bei Sat.1 und grinste.
Die Zukunftsfrage kann da noch warten, Klopp und Mancini werden sich gedulden müssen.
