Der Sommer in der spanischen Hauptstadt war alles andere als ruhig. Bei den Rot-Weißen richteten sich bereits im Juni alle Scheinwerfer auf Julián Álvarez, nachdem dieser öffentlich um einen Wechsel zum FC Barcelona gebeten hatte. In den folgenden Wochen setzte die Vereinsführung alles daran, sich von unerwünschten Spielern zu trennen und den Kader in Schlüsselbereichen gezielt zu verstärken. Nun muss der Blick nach vorne gehen: Eine neue, vielversprechende Saison steht bevor.
Zum Match-Center: Atletico Madrid vs. FC Malaga
Seit zwei Monaten zieht sich die Personalie Álvarez nun schon hin. Auch wenn sich Geschäftsführer Miguel Ángel Gil Marín und Trainer Diego Simeone klar geäußert haben, bleibt das Thema in den Medien präsent. Der Argentinier besitzt in Madrid noch einen Vertrag über vier Jahre, steht nicht zum Verkauf und wird keinesfalls zu einem direkten Konkurrenten abgegeben.
Trotz aller Spekulationen über mögliche Einstellungsprobleme gilt Álvarez als Profi durch und durch, von dem auch in dieser Spielzeit Bestleistungen erwartet werden.
In der vergangenen Saison durchlebte der Stürmer eine monatelange Durststrecke und musste zum Saisonende hart arbeiten, um seine Bilanz aufzustocken (8 Ligatore, 10 Treffer in der Champions League). Klar ist: Um Titel zu gewinnen, muss er sich steigern – unabhängig davon, welches Trikot er trägt.
Für den Auftakt am Mittwoch gegen Málaga erklärte Simeone seinen Offensivstar für noch nicht einsatzfähig: "Wir sehen ihn in diesem Spiel nicht auf dem Platz", räumte El Cholo ein. "Ich hoffe aber, dass er in den kommenden vier Tagen dem Zustand näher kommt, den wir uns vorstellen."
Taktisch kluge Verstärkungen
Auf dem Transfermarkt haben die Colchoneros in diesem Sommer spürbar nachgelegt. Alejandro Grimaldo wurde verpflichtet, um die Lücke auf der linken Abwehrseite zu schließen, während Matteo Ruggeri wohl zu Aston Villa wechseln wird. Auf der rechten Seite verkaufte man Nahuel Molina an die AS Rom, setzt dort nun auf Marcos Llorente sowie Marc Pubill. Für mehr Stabilität in der Abwehr sorgt Cuti Romero, während Morten Hjulmand das Zentrum im Mittelfeld festigen soll.
Die Verpflichtung von Lee Kang-In soll derweil nicht nur den Abgang von Antoine Griezmann kompensieren, sondern auch neue Einnahmequellen erschließen.
Mit mindestens vier Weltmeistern im Kader ist das Team gerüstet, um den Konkurrenten Paroli zu bieten. Da sich jedoch auch Real Madrid und der FC Barcelona namhaft verstärkt haben, wird vor allem Ausdauer gefragt sein, um im Titelrennen ein Wort mitzureden.
"Wir müssen unsere Abläufe weiter verfeinern, um das Maximum aus dem Kader herauszuholen. Noch ist das Transferfenster offen, weshalb die endgültige Formation noch nicht feststeht. Mich überrascht im Fußball nichts mehr – wir sind auf alles vorbereitet", erklärte Simeone am Dienstag auf der Pressekonferenz.
Hohe Ambitionen und ein besonderes Ziel
Die Zielsetzung bei Atlético ist unverändert hoch: Die Rot-Weißen wollen auf allen drei Hochzeiten – Liga, Copa del Rey und Champions League – um den Titel mitspielen. Ein zusätzlicher Anreiz: Das Champions-League-Finale 2026/27 findet im heimischen Estadio Metropolitano statt.
Die Sommervorbereitung verlief mit zwei Niederlagen gegen Manchester City und Manchester United sowie zwei Siegen gegen Getafe und Olympique Marseille durchwachsen. Dennoch zeigte die Mannschaft gute Ansätze: Eine hohe Kaderbreite, eine enorme Einsatzbereitschaft und das gewohnt gefährliche Umschaltspiel. Stärken, die auch gegen den Aufsteiger zum Auftakt den Unterschied machen sollen.
Ein Fehlstart wie im Vorjahr soll unbedingt vermieden werden. Damals holte Atlético aus den ersten drei Spielen lediglich zwei Punkte und landete am Ende auf Rang vier – drei Zähler hinter dem Drittplatzierten Villarreal.
Ohne Antoine Griezmann als langjährigen kreativen Kopf beginnt im Metropolitano eine neue Ära. Wie schnell das veränderte Team in den Rhythmus findet, werden die kommenden Wochen zeigen.
