Eventuelle Berührungsängste lösten sich schnell auf: "Ich hatte allerdings schon die Befürchtung, dass sich die eine oder andere nicht traut, mit mir zu reden, aber das kam zum Glück nicht vor."
Der sportliche Klassenunterschied zwischen der Frauen-Bundesliga und der Regionalliga stellte für die Ausnahmestürmerin eine Umstellung dar, die sie jedoch gelassen nimmt. Popp zeigte sich optimistisch und bescheinigte dem Dortmund-Kader bereits eine hohe Qualität sowie hervorragende Rahmenbedingungen. "Infrastrukturell sind wir beim BVB wirklich gut aufgestellt. Ich würde sagen, es ist fast schon Bundesliga-Niveau – natürlich noch mit Luft nach oben", betonte die neue Spielführerin.
Auch dass der Aufstieg in die 2. Bundesliga in der vergangenen Spielzeit knapp verpasst wurde, belastet Popp keineswegs: "Der Drops ist gelutscht."
Vor dem bevorstehenden Saisonauftakt gegen Arminia Bielefeld bremst die erfahrene Führungsspielerin jedoch die mitunter überzogene Erwartungshaltung des Umfelds deutlich ein. Dass der BVB aufgrund des prominenten Kaders mühelos durch die Liga marschieren werde, hält Popp für einen Trugschluss.
Popp schaut weiter nach Wolfsburg
"Es muss jeder einzelnen Spielerin klar sein, dass die Saison kein Selbstläufer wird. Man kann zwar tolle Spielerinnen auf dem Platz haben, aber wenn das Team nicht funktioniert, wirst du nicht erfolgreich sein." Entscheidend sei vielmehr, dass die Mannschaft schnell zusammenwachse und auch in schwierigen Phasen oder bei einem Rückstand als gefestigtes Kollektiv funktioniere.
Trotz des vollzogenen Wechsels bleibt Popps Verbindung zu ihrem Ex-Verein Wolfsburg weiterhin eng. Die langjährige DFB-Kapitänin verfolgte in den letzten Wochen so viele Testspiele der Wölfinnen wie möglich und plant auch künftige Stadionbesuche. Allerdings ist die Ära in Niedersachsen nun auch digital endgültig beendet.

Aus den vereinsinternen WhatsApp-Gruppen trat Popp inzwischen aus – auf humorvolle Aufforderung ihrer ehemaligen Mitspielerin Svenja Huth: "Sie hat mir geschrieben, dass es gut wäre, wenn ich austreten könnte, denn sie möchte mich ungern löschen. Ich fand das sehr nett von ihr", erzählte Popp schmunzelnd.
