NHL: Wüstenritter im Comeback-Modus – Vegas schlägt Colorado ein weiteres Mal

Vegas' Jack Eichel (M.) jubelt über sein Tor in Spiel 2 gegen die Colorado Avalanche.
Vegas' Jack Eichel (M.) jubelt über sein Tor in Spiel 2 gegen die Colorado Avalanche.Ron Chenoy-Imagn Images via REUTERS

Die Vegas Golden Knights erweisen sich in den laufenden Stanley Cup Playoffs immer mehr als die unumstrittenen Könige des Schlussabschnitts und haben die Colorado Avalanche im zweiten Spiel tief in der eigenen Halle geschockt. Mit einem fulminanten 3:1-Auswärtssieg schraubten die Wüstenritter die Führung in der Serie auf 2:0.

Dabei schien Colorado lange Zeit alles im Griff zu haben, denn bis zum finalen Durchgang bissen sich die Golden Knights an der gegnerischen Defensive die Zähne aus. Doch wer Vegas in dieser Postseason vorzeitig abschreibt, verliert: Zum bereits vierten Mal in diesen Playoffs drehte das Team im letzten Drittel einen Rückstand und bewies absolute Crunchtime-Qualitäten.

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Dabei lief für die Avalanche, die erneut auf ihren verletzten Star-Verteidiger Cale Makar verzichten mussten, zunächst alles nach Plan. In einem intensiven, aber straffreien ersten Drittel schenkten sich beide Teams keinen Zentimeter Eis und feuerten zusammen stolze 23 Torschüsse ab.

Während Vegas-Stürmer Mitch Marner kurz vor der ersten Pause die Riesenchance zur Führung liegen ließ, weil er am glänzend reagierenden Scott Wedgewood scheiterte, machten es die Hausherren im direkten Gegenzug besser. Nach feiner Vorarbeit von Brent Burns und Nazem Kadri besorgte Ross Colton das umjubelte 1:0. Ein gutes Omen, sollte man meinen: Colorado ging mit einer perfekten Saisonbilanz von 5-0 in Partien, in denen sie das erste Tor erzielten, in dieses Duell.

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Nach der ersten Pause ging es hitzig weiter: Binnen der ersten zwei Minuten des Mittelabschnitts hagelte es nach dem zuvor so disziplinierten Beginn direkt drei Strafen – zwei davon kassierte Colorados Martin Necas. Kapital schlagen konnte daraus jedoch niemand, da sich Vegas-Star Jack Eichel eine Behinderung leistete und im anschließenden Vier-gegen-Vier der zusätzliche Platz auf dem Eis ungenutzt blieb.

Vegas explodiert im Schlussdrittel

Überhaupt mutierte das zweite Drittel zu einem Festival der vergebenen Powerplay-Gelegenheiten: Vegas ließ drei Überzahlsituationen ungenutzt, Colorado eine. Da die Ritter im zweiten Durchgang zudem nur magere vier Schüsse auf das gegnerische Gehäuse brachten und folgerichtig mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine gingen, schien die Messe fast gelesen. Immerhin war Colorado in der gesamten Saison bei einer Führung nach zwei Dritteln in 45 Spielen exakt 45-mal als Sieger vom Eis gegangen.

Doch im Schlussdrittel pulverisierte Vegas diese Fabelquote mit drei unbeantworteten Treffern auf spektakuläre Weise. Erst erlöste Jack Eichel sein Team mit dem 1:1-Ausgleich und feierte ganz nebenbei seinen 60. Playoff-Punkt im 54. Spiel – nur Kevin Stevens und Brian Leetch waren als US-Amerikaner historisch noch schneller.

Kaum war der Jubel verflogen, schlug der bärenstarke Ivan Barbashev nur zwei Minuten später nach perfektem Zusammenspiel mit Eichel und Pavel Dorofeyev eiskalt zum 2:1 zu. Während die frustrierten Avalanche alles nach vorne warfen und ihren Torhüter für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahmen, machte Barbashev mit seinem Empty-Netter zum 3:1-Endstand den Deckel drauf.

Gestützt auf einen erneut überragenden Carter Hart im Tor, der 29 Schüsse parierte, wandert die Serie nun nach Las Vegas – dort trennen die Knights nur noch zwei Heimsiege vom großen Finale.