Nach der geteilten 4. Runde stand diesmal wieder ein vollständiger Spieltag der ADMIRAL Bundesliga auf dem Programm. Und der hatte es in sich: Der LASK setzte nach dem Champions-League-Coup gegen Celtic Glasgow gleich nach, Rapid steckte das Aus im Conference-League-Playoff souverän weg und am Tabellenende gibt es ein neues Schlusslicht.
TOP – LASK marschierte nach Champions-League-Sensation weiter
Was der LASK am Mittwoch geschafft hat, hatte Seltenheitswert: Nach dem 0:3 im Hinspiel bei Celtic Glasgow drehten die Linzer die Partie noch in der Verlängerung auf 5:1 und stehen damit erstmals in der Klubgeschichte in der Champions-League-Ligaphase. „So wie wir heute gespielt haben, muss man in die Champions League kommen", freute sich Trainer Dietmar Kühbauer nach dem Spiel. Bevor sich die Linzer jedoch unter anderem mit Real Madrid und Liverpool messen können, steht weiterhin der Liga-Alltag am Plan. Und dieser Alltag hieß: Heimspiel gegen Altach.
Von der Anstrengung war drei Tage später jedenfalls nichts zu merken: Gegen Altach legte der Meister von Beginn an vor und ließ nie einen Zweifel am Ausgang aufkommen. Christoph Lang schnürte einen Doppelpack – erst zog er von links nach innen und traf am kurzen Pfosten vorbei zum 1:0 (3.), ehe er nach einem Eckball völlig freistehend per Kopf nachlegte (19.). Bis zur Pause hätte der LASK durchaus nachlegen können: Jörgensen (22.) und noch einmal Lang (26.) vergaben weitere gute Chancen. Nach der Pause verflachte die Partie zusehends, ehe Florian Flecker mit einem satten Abschluss ins lange Eck den 3:0-Endstand besorgte (89.).
„Die Mannschaft hat heute wirklich gut gespielt, vor allem in der ersten Halbzeit. Lang ist inzwischen ein anderer Spieler", lobte Kühbauer seinen Doppeltorschützen. Altachs Trainer Ognjen Zaric fand deutliche Worte: „Wir haben den Start verschlafen. In den ersten 15, 20 Minuten haben wir gelitten. Der LASK war exzellent, sehr direkt."
FLOP – Lustenau kassierte eine empfindliche Heimniederlage
Für Austria Lustenau setzte es im Reichshofstadion die bislang höchste Saisonniederlage. WSG Tirol, bis dahin noch ohne Liga-Dreier in dieser Saison, traf gleich viermal: Michael Olakigbe eröffnete den Torreigen mit einem Volley nach abgefälschter Flanke (42.), ehe Nikolai Baden Frederiksen mit einem Linksschuss ins lange Eck erhöhte (52.). Marc Striednig köpfte nach einem Eckball zum 3:0 ein (60.), ehe Baden Frederiksen einen Elfmeter zum Endstand verwertete (66.).
Trainer Philipp Semlic hatte vor der Partie überraschend auf Baden Frederiksen statt Stammkraft Lukas Hinterseer in der Spitze gesetzt – die Entscheidung ging voll auf. Für Lustenau, das zuvor immerhin mit einem Punkt bei Sturm Graz überzeugt hatte, war es ein herber Dämpfer.
TOP – Rapid lieferte die passende Antwort auf das bittere Europacup-Aus
Nur wenige Tage nach dem schmerzhaften Aus im Conference-League-Playoff gegen Hearts of Midlothian (2:2 nach Verlängerung, 3:4 im Elfmeterschießen – trotz Überzahl ab der 76. Minute) zeigte Rapid im Schlager gegen Sturm Graz sofort Moral.
Die Anfangsphase hatte es in sich: Yusuf Demir verwandelte in der 7. Minute einen umstrittenen, vom VAR bestätigten Elfmeter. Sturm ließ die Antwort nicht lange auf sich warten und glich durch Belmin Beganovic postwendend aus (10.). Nur sieben Minuten später nutzte Marco Tilio einen Abwehrfehler von Hödl zur erneuten Führung (17.). Danach beruhigte sich das Spiel etwas: Rapid-Goalie Niklas Hedl entschärfte einen abgefälschten Schuss von Raux-Yao (42.), auf der Gegenseite vergab Tonni Adamsen freistehend (35.) und Paul Koller traf zum Glück nur die eigene Latte und nicht ins Tor(76.). Den Schlusspunkt setzte Einwechselspieler Petter Nosa Dahl mit einem abgeklärten Abschluss (86.), ehe Sturms Albert Vallci in der Schlussminute wegen eines Notbremse-Fouls noch Rot sah.
Vor 24.689 Zuschauern im Allianz Stadion übernahm Rapid damit wieder die Tabellenführung von LASK. „Wir haben gezeigt, dass wir eine ganz andere Mannschaft sind als in der Vorsaison. Wir spielen auf einem höheren Niveau", sagte Trainer Johannes Hoff Thorup. Sturms Trainer Fabio Ingolitsch sah die Ursache woanders: „Das Spiel wurde nicht von Rapid gewonnen, sondern von uns durch schlampige Fehler verloren. Wir hatten zu viele Ballverluste nach eigenem Ballbesitz."
FLOP – Austria Wien landete nach der 1:4-Pleite in Salzburg am Tabellenende
Schon unter der Woche hatte es für die Austria wenig zu feiern gegeben: Nach dem 0:2 im Hinspiel bei Sporting Braga reichte ein 0:0 im Rückspiel nicht, die Veilchen schieden im Conference-League-Playoff aus und verabschiedeten sich damit aus dem internationalen Geschäft.
Am Wochenende ging es bei Red Bull Salzburg dann munter weiter: Bei der Austria ging von Beginn an wenig zusammen. Zwar hatte Julian Hettwer früh die Führung auf dem Fuß (4., Lattenschuss), doch danach übernahm der Gastgeber komplett das Kommando: Lee Kang-hee lenkte eine Vertessen-Flanke ins eigene Tor (13.), Ex-Austrianer Haris Tabakovic steuerte seinen ersten Bundesliga-Treffer für Salzburg bei (19.), Bartosz Mazurek erhöhte vor der Pause auf 3:0 (31.). FAK-Kapitän Manfred Fischer, zur Pause eingewechselt, verkürzte auf 3:1 (47.), ehe Yorbe Vertessen den alten Abstand wiederherstellte (55.) – Endstand 4:1.
Salzburg rückte mit dem dritten Saisonsieg bis auf zwei Punkte an die Spitzenreiter Rapid und LASK heran. Für die Austria bedeutete die Niederlage dagegen den Absturz an das Tabellenende mit nur drei Punkten nach fünf Runden.
TOP – WAC und Hartberg lieferten starke Kämpfe
Zwei Partien der Runde standen ganz im Zeichen von Kampf und Einsatz. Beim GAK gab es zwar keine Tore, dafür aber jede Menge Aufwand: Neo-Trainer Gerald Scheiblehner, erst wenige Tage zuvor als Nachfolger von Ferdinand Feldhofer präsentiert, feierte gegen den WAC sein Bankdebüt und sah eine giftige Vorstellung seiner Mannschaft. Nach der Roten Karte gegen WAC-Verteidiger Wimmer (15.) spielte der GAK über 75 Minuten in Überzahl, vergab aber reihenweise Chancen: Anderson köpfte knapp vorbei (13.), Leon Klassen scheiterte kurz vor der Pause an der Latte (45.), auch Michorl traf nur das Aluminium – dazu vergaben Guerti, Koch und Oberleitner weitere gute Möglichkeiten. „Wir haben früh einen guten Rhythmus gefunden, mit Überzeugung und Tiefe gespielt. Trotz Überzahl sind wir diszipliniert geblieben. Die Mannschaft hat zahlreiche Chancen kreiert, aber der Torhüter und das Glück haben unseren Sieg verhindert", resümierte Scheiblehner nach seinem ersten Spiel.
Noch turbulenter ging es bei Hartberg gegen Ried zu: Marco Hoffmann brachte die Steirer per Foulelfmeter früh in Front (4.), ehe Neuzugang Samuel Chukwudi für Ried postwendend ausglich (11.). Nach einer Kombination über Wilfinger stellte Hoffmann mit seinem zweiten Treffer noch vor der Pause auf 2:1 (38.), ehe Evan Eghosa Aisowieren mit einer cleveren Ablenkung neuerlich ausglich (64.). Den Schlusspunkt setzte Jonas Karner mit einem satten Fernschuss aus rund 20 Metern zum 3:2-Endstand (71.). Ried drängte in der Schlussphase zwar noch auf den Ausgleich, blieb damit aber erfolglos – für Hartberg war es der erste Heimsieg der Saison.
