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Viel Zeit bleibt nicht: Frankfurt hat noch viel vor auf dem Transfermarkt

Hellmann, Krösche & Co. haben eine stressige Woche vor sich
Hellmann, Krösche & Co. haben eine stressige Woche vor sichČTK / imago sportfotodienst / Florian Ulrich

Das erste Mal seit der Bundesligasaison 2020/21 verpasst Eintracht Frankfurt das internationale Geschäft. Es sollte der große Umbruch im Sommer folgen, doch zuletzt kamen die Transferbemühungen ins Stocken. Deshalb wird in den letzten Tagen vor dem Ende des Transferfensters noch einiges an Arbeit auf SGE-Sportvorstand Markus Krösche und sein Team warten.

Das 0:7-Debakel in der Generalprobe gegen den FC Brentford hat das Frankfurter Umfeld ziemlich erschüttert. Der bisherige Kader, aber vor allem die Defensive und die Torhüterposition kam in der darauffolgenden Analyse nicht besonders gut weg. Adi Hütter soll intern nicht zufrieden mit dem Torhütergespann aus Kaua Santos und Michael Zetterer sein. 

Das große Geduldsspiel mit dem SC Freiburg

In den folgenden Tagen wurde die Schreie nach einem neuen Stammtorhüter für die Hessen lauter. Rasch richteten sich die Augen in den Breisgau. Beim SC Freiburg hat sich der hochveranlage Noah Atubolu anscheinend gehörig verpokert. Aktuell droht dem 24-Jährigen, der im Sommer den großen Sprung zu einem Top-Klub machen wollte, lediglich ein Platz auf der Tribüne. Deshalb trennte er sich nun zuletzt auch von seiner Berateragentur. 

Besonders brisant ist die Tatsache, dass der Schlussmann nur noch einen Vertrag bis zum kommenden Sommer beim Sport-Club besitzt. Die Adlerträger wollen diese Konstellation ausnutzen und den Deal für verhältnismäßig kleines Geld über die Bühne bringen. Dass die Freiburger dabei aber keinen direkten Ligakonkurrenten stärken wollen ist verständlich. 

Hierbei könnte noch ein nervenaufreibendes Geduldsspiel auf alle Beteiligten zukommen. Vor allem weil die Eintracht vorher noch einen Torhüter abgeben muss. Micheal Zetterer steht auf dem Zettel von Leeds United und soll dort den Backup für James Trafford geben.

Problematisch könnte bei diesem Wechsel aber das üppige Gehalt von Zetterer in der Mainmetropole werden, zudem rechnet sich der 31-Jährige weiterhin Chancen auf die Nummer Eins in Frankfurt aus. Und auch ein Verbleib des Brasilianers der gegen den SC St. Tönis den Kasten hütete gilt keinesfalls als garantiert.

Die Defensive macht die größten Sorgen

Im Defensivbund des Tabellenachten der Vorsaison sieht es nicht wirklich besser aus. Nnamdi Collins fällt aktuell noch mit einer hartnäckigen Rückenverletzung aus und verpasste deshalb auch den größten Teil der Vorbereitung. Neben dem erfahrenen Kapitän Robin Koch stehen daher lediglich Neuzugang Otavio und U21-Senkrechtstarter Jeremiaha Maluze zur Verfügung. Das wäre deutlich zu wenig für die Ansprüche des Traditionsvereins. 

Die Verstärkung der Innenverteidigung scheint aktuell die höchste Priorität zu haben. Laut übereinstimmender Medienberichte verhandelt Krösche im Hintergrund sowohl mit Lillian Brassier (Stade Rennes) als auch mit Youri Baas (Ajax Amsterdam). Wobei ersterer finanziell einfacher zu stämmen wäre.

Karriereüberblick: Brassier
Karriereüberblick: BrassierFlashscore

Beide sind wie gemacht für den linken Part in der Viererkette von Adi Hütter. Doch die finanziellen Mittel sind limitert. Der große Kader und das Verpassen des internationalen Geschäfts schränkt den Handlungsspielraum stark ein.

Ein Stein, der das ganze ins Rollen bringen könnte, wäre ein Abgang von Arthur Theate. Der Belgier hat unter dem Österreicher keine Zukunft und stand trotz der Engpässe in der Abwehr im DFB-Pokal nicht mal im Kader. Ein Verkauf des 26-Jährigen drängt und wird den Umbruch der drittschlechtesten Abwehr der Vorsaison weiter vorantreiben. 

Was passiert mit Bahoya & Chaibi? 

Im Fußballgeschäft kann alles so schnell gehen. Nach den ersten beiden Spieltagen der letzten Saison war Jean-Matteo Bahoya noch einer der gefeierten Akteure in Frankfurt. Knapp ein Jahr später scheint auch er nicht in die Planungen von Hütter zu passen.

Talent hat der 21-jährige Franzose auf alle Fälle – zwischenzeitlich war er gar der schnellste Spieler der Bundesligageschichte. Doch bis auf ein paar Transfergerüchte scheint auch bei ihm der Markt noch nicht allzu heiß zu sein.

Am Dienstagmittag berichteten nun sowohl "The Sun" in England als auch "Sky" von weiteren Anfragen von europäischen Klubs, besonders aus der Premier League – ein Wechsel in die Wüste soll kein Thema für Bahoya sein. Doch die Zeit rennt und das Transferfenster ist keine ganze Woche mehr geöffnet. Die SGE ist aber weiter auf Transfereinnahmen angewiesen und ein Abgang des Flügelflitzers bleibt den Berichten zufolge sehr wahrscheinlich.

Ganz ähnlich steht es um Fares Chaibi. Der Algerier spielte ein gute WM und machte sich nach einer durchwachsenen Vorsaison Hoffnungen auf einen Wechsel in die Premier League. Ins bevorzugte 4-2-2-2 von Rückkehrer Hütter passt der 23-Jährige eigentlich sehr gut. Er kann sowohl im zentralen Mittelfeld, als auch hinter den Spitzen spielen. Nach seiner Einwechslung im Pokal konnte er nicht nur mit seinem Tor zum 11:0-Endstand auf sich aufmerksam machen. 

Die Frage bleibt jedoch, ob er die Einsatzminuten ohne Dreifachbelastung bekommt, die er benötigt um seine Entwicklung weiter nach vorne zu treiben. Daher könnte er ebenso zum Opfer der benötigten Einnahmen werden. 

Wie steht es um eine Kalimuendo-Rückkehr?

Arnaud Kalimuendo war mit sieben Torbeteiligungen einer der Lichtblicke in einer Rückrunde zum Vergessen. Die Eintracht Fans hoffen weiterhin auf eine Rückkehr des Angreifers. Sein Verein Nottingham Forest scheint nicht voll auf den 24-Jährigen zu setzten. Im ersten Spiel kam er erst zur Nachspielzeit auf den Platz. Zudem soll das Team von Oliver Glasner vor der Verpflichtung von Liam Delap (FC Chelsea) stehen.

Saisonüberblick: Kalimuendo
Saisonüberblick: KalimuendoFlashscore

Auch wenn der Transfer als unwahrscheinlich gilt, könnte, falls der Premier-League-Klub mit den finanziellen Forderungen runter geht, da vielleicht aber doch noch eine Tür aufgehen. 

Außerdem sollen die Hessen weiterhin die Fühler nach Louey Ben Farhat ausstrecken. Der variable Offensivakteur spielt beim KSC in der 2. Bundesliga und soll auf einen Transfer in die Mainmetropole pochen. Diese Verpflichtung könnte sich aber auch noch in den Winter ziehen. Denn die To-Do-Liste von Markus Krösche & Co. ist lang und es bleibt nicht mehr viel Zeit.