Zverevs will bei der French Open wieder angreifen: "Irgendwann kommt der Tag"

Zverev muss an seine Titelchancen in Paris glauben
Zverev muss an seine Titelchancen in Paris glaubenREUTERS/Ciro De Luca

Alexander Zverevs Titelchancen bei den French Open sind mit der Absage von Titelverteidiger Carlos Alcaraz gewachsen. Allerdings bleibt die große Frage, wie er Dominator Jannik Sinner stürzen soll.

Alexander Zverev gibt sich gänzlich unbeschwert. Lässig in Badelatschen vor dem Training, locker beim unbeschwerten Fachsimpeln mit Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic nach einer fokussierten Einheit - das Gewicht der großen Chance bei den French Open ist dem deutschen Topspieler kurz vor dem Start in Paris nicht anzumerken.

"Muss daran glauben"

Jetzt oder nie? Zverevs Chancen auf den großen Grand-Slam-Coup scheinen auf dem Papier so gut wie lange nicht mehr. Carlos Alcaraz, zuletzt zweimal der Triumphator am Eiffelturm, fehlt verletzt und lässt Zverev in der Setzliste auf Position zwei aufrücken. Djokovic als möglicher Rivale ist nicht mehr auf dem Level seiner großen Zeiten. Und die Bedingungen am Bois de Boulogne liegen dem Finalisten von 2024 und dreimaligen Halbfinalisten Zverev ohnehin.

Das ganz große Aber trägt den Namen Jannik Sinner, der zu so etwas wie Zverevs Nemesis geworden ist. "Ich muss daran glauben, dass ich ihn schlagen kann", sagte die deutsche Nummer eins jüngst nach dem Achtelfinalaus beim Masters in Rom, das Turnier gewann selbstredend Sinner: "Ich muss daran glauben, sonst können wir ihm den Pokal auch gleich überreichen, ohne das Turnier zu spielen."

Bei sechs ATP-1000er-Events in Folge räumte der Südtiroler zuletzt ab und geht als ganz großer Favorit in Paris ins Rennen. Zumal der bislang viermalige Grand-Slam-Champion viel Extramotivation mitbringt: Mit der Trophäe aus der französischen Hauptstadt kann er seine Sammlung bei den Majors komplettieren. In Melbourne, Wimbledon und New York krönte sich Sinner bereits.

"Fehlen von Alcaraz eröffnet Chancen"

Sollte der Weltranglistenerste aber schwächeln, worauf aktuell wenig hindeutet, muss Zverev da sein. 2020 fehlten ihm im Finale der US Open gegen Dominic Thiem nur zwei Punkte - mit mittlerweile 29 Jahren verfolgt er nun noch immer mit großem Einsatz seinen Traum vom Majortitel, den er sich trotz dreier Finalteilnahmen noch nicht erfüllte.

Vor dem Start in Paris bekam er nun noch einmal frischen Zuspruch von prominenter Seite. "Das Fehlen von Alcaraz eröffnet Chancen - und Zverev ist einer der größten Profiteure", sagte der dreimalige Paris-Sieger und Eurosport-Experte Mats Wilander: "Wenn man sich immer wieder in diese Position bringt, kommt irgendwann der Tag."

Die Konstanz in dieser Saison spricht für Zverev, der bei den Australian Open das Halbfinale erreichte und sich auch bei den Masters zum Dauergast in der Vorschlussrunde entwickelte. Dann hielt immer wieder Sinner das Stoppschild hoch - wie auch im Endspiel von Madrid.

Für Zverev gilt es nun, den absoluten Willen zu entwickeln, sich aber auch einen guten Schuss der aktuellen Lockerheit zu bewahren. Er braucht das Mindset eines Champions, um tatsächlich um den Coupe de Mousquetaire mitzuspielen.