Wilson hält Schaden nach Fehlstart in Grenzen, Robertson komplettiert Achtelfinale

Kyren Wilson
Kyren WilsonEvery Second Media, Every Second Media / Alamy / Profimedia

Der Weltranglisten-Zweite Kyren Wilson liegt nach der ersten Achtelfinal-Session gegen Mark Allen mit 3:5 zurück, minimiert aber den Schaden nach komplettem Fehlstart. Auf dem Nebentisch komplettiert Neil Robertson dank eines 10:6-Erfolgs gegen Pang Junxu das Achtelfinale.

Mark Allen führt nach der ersten Session des Achtelfinals gegen Kyren Wilson zwar mit 5:3, wirklich zufrieden wird er nach dem Abend aber nicht gewesen sein. Denn der Nordire führte bereits 5:0, ehe Wilson bestmöglichst Schadensbegrenzung betrieb.

Das Match startete mit einem extrem spannenden Frame, bei dem Allen nach einem 1:53-Rückstand noch den Durchgang drehte. Wilson startete mit einer 36, ehe er sich auf Blau verstellte und kontrolliert ausstieg. Anschließend kam er wieder zum Zug, verschoss nach 17 Punkten aber eine machbare Grüne. Allen verpasste es trotz guter Möglichkeit, sofort daraus Kapital zu schlagen. Wenig später machte er es zwar besser, konnte den Rückstand aber nur unzureichend abknabbern.

Zum Match-Center: Wilson vs. Allen

Kyren Wilson verliert zwei sicher geglaubte Frames

Wilson lochte bei nur noch drei Roten dann eigentlich einen vorentscheidenden Einsteiger, doch bei dem langen Ball lief der Spielball unglücklich in die Mitteltasche. So hatte Allen aus dem Nichts die Chance, den Frame auf den Kopf zu stellen. Beim Endspiel auf die Farben verstellte er sich aber nach Grün. Braun konnte er zwar lochen, stieg dann aber mit einer starken Safety aus, die in einem Snooker resultierte. Wilson unterliefen daraufhin zwei Fouls, was seine Führung auf 53:51 schmilzen ließ. Nachdem er mit einem Sicherheitsstoß Blau traf, hatte Allen taktisch einen Vorteil, was sich wenig später bei einem Shot-to-Nothing auszahlte. Pink konnte er zwar nicht sofort hinterher lochen, doch Wilson verpatzte unmittelbar danach eine Safety, sodass Allen den langwierigen Frame doch noch drehen konnte.

Auch der zweite Frame lief erst in Wilsons Richtung. Doch wieder unterlief ihm in Führung liegend ein vermeidbarer Lochfehler. Allen nutzte mit vier Roten auf dem Tisch die Chance und drehte mit einer 46er Clearence bis Pink auch diesen Durchgang. Die beiden unglücklich verlorenen Frames zeigten Wirkung: Wilson kam bis zur Pause kaum zum Zug, Allen stellte dank Breaks in Höhe von 50 und 78 schnell auf 4:0. Zum Midsession Intervall hatte er auch statistisch klar das Nachsehen, seine magere Lochquote von 76 Prozent sprach Bände.

Kyren Wilson betreibt Schadensbegrenzung

Das besserte sich auch nicht unmittelbar nach der Pause. In einem Frame, der von taktischen Duellen und mehreren Lochfehlern geprägt war, bekam Wilson nach einem unglücklichen Foul von Allen bei 23:46 und zwei Roten auf den Tisch die Chance, den Frame zu drehen. Doch Wilson wollte bei einer eigentlich sicheren Roten, die vor der Ecktasche lag, zu viel und verschoss den Ball. Nach einem weiteren Safety-Duell ließ er dann eine weitere Chance kläglich liegen. Wenig später konnte er zwar auf 37:46 verkürzen, verstellte sich dann aber auf die finale Rote und musste den Tisch anschließend erneut verlassen, was wieder in einem taktischen Duell endete. Dieses Mal ging aber Allen als Sieger hervor und machte mit einer 24er Clearence bis Pink den Frame zu.

Mit dem Rücken zur Wand fand Wilson dann aber plötzlich zurück zu alter Stärke. Nachdem Allen einen langen Einsteiger klar verschoss, nutzte der "Warrior" seine erste Chance und erarbeitete sich mit schwierigen Bällen ein beachtliches 75er Break. Auch im Folge kam Wilson zu erst zum Zug, verschoss nach 45 Punkten bei einem schwierigem Bild aber eine Rote knapp. Allen kam zwar wenig später in die Bälle, ließ aber ebenfalls eine machbare Rote liegen. Nach einem längeren Safety-Duell lochte der Nordire dann eine spektakuläre Kombination und öffnete dabei gleichzeitig das Bild - hatte aber Pech, dass er keine Stellung auf eine Farbe hatte. So musste er aussteigen und ließ wenig später Wilson eine Chance liegen, die er mit einer 44 sicher zum Framegewinn nutzte.

Wilson nutzte sein Momentum und erzielte zum Start des finalen Frames des Abends ein 50er Break, ehe er eine schwierige Rote liegen ließ. Allen lochte daraufhin zwar Rot und Blau, ließ dann aber eine machbare Rote liegen. Nachdem Allen infolge einer Safety von Wilson eine schwierige Rote vor der Ecktasche liegen ließ, vollendete Wilson seine Aufholjagd und stellte auf 3:5. Die Fortsetzung des Matches gibt es morgen.

Neil Robertson komplettiert Achtelfinale

Auf dem Nebentisch ging Neil Robertson infolge der gestrigen ersten Session mit einem 5:4-Vorsprung gegen Pang Junxu in die finale Session des letzten Erstrundenmatches. 

Den ersten Frame des Abends holte zwar Pang, nachdem er eine starke Safety spielte und Robertson anschließenden Fehler in ein Frame-entscheidendes 45er Break verwandelte. Doch in der Folge hatte der junge Chinese nicht mehr viel zu melden.

Zum Match-Center: Robertson vs. Pang

Robertson bekommt Revanche-Chance

Robertson gewann beim Stand von 5:5 dank Breaks in Höhe von 77, 80 und 54 vier Frames in Folge, während Pang in dieser Phase nur 39 Punkte erspielte. Mit einer 73 verkürzte Pang zwar auf 6:9, doch Robertson beendete das Match standesgemäß mit dem ersten Century Break (100) seines Turniers.

Im Achtelfinale kommt es zu einem Duell mit einem alten Bekannten: Chris Wakelin schockte Robertson 2025 als Qualifikant und warf den Weltmeister von 2010 in der ersten Runde raus. Nur ein Jahr später bekommt der Australier seine Chance zur Revanche.