Drama zwischen O'Sullivan und Higgins, Selby in Rückstand

Ronnie O'Sullivan (l.) erlebte eine frustrierende Session gegen John Higgins (r.).
Ronnie O'Sullivan (l.) erlebte eine frustrierende Session gegen John Higgins (r.).Mike Egerton, PA Images / Alamy / Profimedia

Ronnie O'Sullivan lässt nach seiner 6:2-Führung die Tür in der zweiten Session für John Higgins offen, der dank drei gewonnener Frames in Folge auf 7:9 verkürzen kann. Auf dem Nebentisch

Das hatte sich Ronnie O'Sullivan anders vorgestellt. Nach seiner 6:2-Führung spielte er zwar lange auf hohem Niveau, musste aber dennoch dabei zusehen, wie eine zwischenzeitliche 9:4-Führung zu einem 9:7 schrumpfte. John Higgins biss sich zum Abschluss der Session rein und erkämpfte - auch mit etwas Glück - eine machbare Ausgangsposition vor der finalen Session, die morgen Nachmittag stattfindet. 

Zu Beginn agierten beide noch wackelig, O'Sullivan verschoss nach 21 Punkten beenden einen machbaren Ball, Higgins nutzte die Chance zu 32 Punkten, verstellte sich dann aber auf eine Rote. Nach einem Safety-Duell kam der Schotte dann aber nochmal zum Zug und schnappte sich den Frame mit einer 83.

Zum Match-Center: O'Sullivan vs. Higgins

Ronnie O'Sullivan lässt John Higgins alt aussehen

O'Sullivan ließ sich davon nicht beeindrucken: Mit einer sensationellen Roten als Shot-to-Nothing kam er ins Break, das er nach 116 Punkten abschloss. Im elften Frame profitierte er von einem Konzentrationsfehler von Higgins, der eine machbare Rote liegen ließ und so O'Sullivan den Weg zu einem 80er Break ebnete. Higgins konterte vor der Pause mit einer 55 - und verkürzte damit den Rückstand auf 4:8.

O'Sullivan kontrollierte aber das Spielgeschehen auch nach dem Midsession Intervall. Higgins verschoss einen Einsteiger und öffnete das Bild für O'Sullivan, der in wenigen Minuten 91 Punkte in Folge erzielte und auf 9:4 stellte.

John Higgins kämpft sich zurück

Doch Higgins ließ nicht locker und kämpfte sich in der Folge besser ins Match. Im 14. Frame legte er mit einer 71 los, ehe er sich auf eine Rote selber snookerte. O'Sullivan brauchte zwar einen Snooker, biss sich aber zurück und forcierte sogar die benötigten Foulpunkte. Im Endspiel auf die Farben, bei dem die meisten Kugeln nicht auf ihrem Spot lagen, verstellte er sich leicht auf Grün. Prompt ließ O'Sullivan den Ball im Tascheneinlauf liegen, was Higgins nutzte, um den Frame abzusichern.

Auch den Folgeframe hätte O'Sullivan gewinnen können, nach einem 55er Break verschoss er allerdings eine Rote. Higgins blies in zwei kleineren Breaks zur Aufholjagd an und drehte den Durchgang tatsächlich auf die letzte Schwarze, um auf 6:9 zu verkürzen.

O'Sullivan lässt Frust freien Lauf

Der letzte Frame des Abends wurde dann dramatisch. O'Sullivan ließ zunächst zwei Einsteiger liegen und zeigte seinen Frust darüber deutlich, indem er mit der Faust auf den Tisch schlug. Higgins hatte in der Folge eigentlich alles unter Kontrolle, nach 39 Punkten lief ihm allerdings der Spielball nach einer gelochten Roten in die Mitteltasche.

O'Sullivan konstruierte aus Ball in Hand ein 53er Break, verschoss aber die finale Rote. Nach einem kurzen taktischen Duell bekam Higgins eine Chance, verschoss aber ebenfalls knapp. Die Rote blieb aber kurz vor der Ecktasche liegen, der Schotte platzierte den Spielball allerdings so, dass O'Sullivan nur mit einem Bogenball an die Rote herankam. Das gelang dem Rekordweltmeister zwar, doch neben Rot lief auch der Spielball in die Ecktasche. 

Higgins ließ sich die hochkarätige Chance im Endspiel auf die Farben nicht nehmen und gewann seinen dritten Frame in Folge, um den 2:6-Rückstand aus der ersten Session auf 7:9 zu reduzieren.

Mark Selby muss Rückstand hinterherlaufen

Auf dem Nebentisch waren hohe Breaks Mangelware. Mark Selby und Wu Yize lieferten sich taktisches Duell um taktisches Duell, aus dem Wu überraschend oft als Sieger hervorging. So nimmt er eine 9:7-Führung in den morgigen Tag, nachdem es ausgeglichen in die Session ging.

Bereits der erste Frame hatte es in sich. Mit mehreren kleineren Breaks konnte sich keiner der beiden entscheidend absetzen, so war ein Safety-Duell auf Braun letztlich entscheidend. Wu suchte sein Glück in einem Long Pot, verschoss knapp und musste dabei zusehen, wie Selby den Frame bis Pink sicherte. Auch der 10. Frame war umkämpft, Wu verteidigte seine Führung hinten raus gegen Snooker-Versuche von Selby erfolgreich und glich zum 5:5 aus.

Mark Selby: Ungewohnte Fehler kosten ihn Frames

Der Folgeframe war weit aus weniger dramatisch: Wu nutzte kleinere Breaks, um sich dieses Mal entscheidend abzusetzen und mit 6:5 in Führung zu gehen. Ein Knackpunkt für Selby war dann der zwölfte Durchgang. Wu erspielte sich eine komfortable Führung mithilfe eines 56er Breaks, ließ Selby aber an den Tisch, als der Frame noch nicht in trockenen Tüchern war. Der "Jester from Leicester" kämpfte sich zurück und hatte eigentlich alle Schwierigkeiten behoben, ehe er im Endspiel auf die Farben eine eigentlich simple Gelbe vom Spot verschoss. Wenig später musste er mit 5:7 ins Midsession Intervall.

Selby verkürzte nach der Pause zwar wieder schnell auf 6:7, gab dann aber wieder einen Frame auf dramatische Art und Weise ab. Der viermalige Weltmeister erarbeitete sich eine 67:0-Führung, verstellte sich dann aber auf den Frameball. Wu gelang daraufhin tatsächlich noch das Comeback, mit einer 71er Clearence drehte er den Frame spektakulär auf die finale Schwarze.

Mark Selby bleibt im Spiel

Im 15. Frame war es wieder viel Stückwerk, letztlich erarbeitete sich Wu aber eine ohne Snooker uneinholbare Führung. Selby gab im Endspiel auf die Farben zwar alles, konnte aber nicht die nötigen Foulpunkte forcieren und geriet mit 6:9 in Rückstand.

Zum Abschluss der Session kam er aber immerhin zu erst ins Break und erzielte 45 Punkte, ehe ein Split in die Hose ging. Wu konnte aus einer Chance dann aber nichts machen, was Selby mit einer 81 bestrafte und so locker auf 7:9 verkürzte. Die Entscheidung zwischen den beiden fällt morgen Nachmittag.