Jurij Rodionov machte nach seinem Erstrunden-Aus bei den Erste Bank Open keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Der 27-jährige Niederösterreicher musste sich am Mittwoch dem Georgier Nikoloz Basilashvili mit 6:7 (3), 1:6 geschlagen geben und verpasste damit ein Achtelfinal-Duell mit Superstar Carlos Alcaraz. „Es ist ernüchternd, es wäre mehr drinnen gewesen, sowohl im ersten als auch im zweiten Satz.“
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Dabei spiegelte das deutliche Ergebnis vor allem im zweiten Satz den Spielverlauf nur bedingt wider. Rodionov hatte mehrfach die Gelegenheit, die Partie in seine Richtung zu lenken. Entscheidend waren aus seiner Sicht die vergebenen Chancen in den wichtigen Momenten.
„Ich muss diese kleinen Momente besser spielen“
Besonders das Tiebreak des ersten Satzes beschäftigte den Weltranglisten-137. nach der Niederlage. Rodionov hatte zuvor einen 2:4-Rückstand aufgeholt und sich ins Tiebreak gekämpft.
„Im Tiebreak habe ich nicht gut angefangen, ich mache zwei einfache Return-Fehler bei zweiten Aufschlägen. Das wird auf diesem Niveau einfach bestraft“, analysierte der Österreicher.
Auch im zweiten Durchgang fehlte Rodionov in den entscheidenden Situationen die Konsequenz. Gleich zu Beginn vergab er drei Breakbälle, wenig später eine weitere Gelegenheit. Basilaschwili nutzte hingegen seine Chancen und zog rasch auf 5:0 davon.
„Ich muss diese kleinen Momente besser spielen, um auf Topniveau mitzuhalten. Das Grundgerüst ist okay, bei den Big Points muss ich cooler sein“, erklärte Rodionov.
Strittige Entscheidung bringt Rodionov in Schwung
Für Diskussionen sorgte im ersten Satz eine umstrittene Videoentscheidung. Ein Ball wurde nach längerer Überprüfung zuungunsten Rodionovs gewertet, weil er angeblich zweimal aufgesprungen war. „Man kann streiten, wie man die Zeitlupe deutet, für mich war es nur ein Bounce“, sagte der Niederösterreicher.
Wirklich geärgert habe ihn die Szene allerdings nicht. Vielmehr half sie ihm, besser in die Begegnung zu finden. „Ich glaube, es hat mir einfach geholfen, ein bisschen Humor in die Sache reinzubringen“, meinte Rodionov. Zuvor sei er in den ersten Games nervös und „sehr unentspannt“ gewesen.
Kein Alcaraz-Duell, aber die Top 100 bleiben das Ziel
Mit der Niederlage platzte auch der Traum vom Achtelfinal-Duell mit Carlos Alcaraz. Rodionov wollte der verpassten Gelegenheit allerdings nicht lange nachtrauern.
„Ich hab’s mir einfach noch nicht verdient. Für mich zählen andere Dinge“, stellte der 27-Jährige klar. Sein großes Ziel bleibt unverändert: die Rückkehr unter die besten 100 Spieler der Welt.
Der Einzelbewerb der Erste Bank Open aus österreichischer Sicht bereits beendet, denn Lukas Neumayer war am Dienstag an Jakub Mensik gescheitert. Der Tscheche musste sich anschließend überraschend dem französischen Qualifikanten Adrian Mannarino mit 4:6, 5:7 geschlagen geben.
