Die Rückkehr einer seiner Hoffnungsträgerinnen für die Medaillenmission bekam Bundestrainer Olaf Lange hautnah mit.
Als Nyara Sabally bei der 72:104-Klatsche von Toronto Tempo 14 Minuten lang auf dem Court ackerte und sich dabei zwischendurch an die verletzten Rippen griff, dürfte der Coach der deutschen Basketball-Nationalmannschaft gleichzeitig auch Co-Trainer in Toronto – allerdings mit gemischten Gefühlen hingeschaut haben.

Fünf Wochen vor der Heim-WM fehlt Lange noch immer die Gewissheit bei seinen wichtigsten Stars. Bei der Weltmeisterschaft in Berlin (4. bis 13. September) soll Sabally an der Seite ihrer älteren Schwester Satou und Leonie Fiebich die deutschen Basketballerinnen zur ersehnten Medaille führen.

Das Trio zauberte zuletzt bei der durchaus erfolgreichen Olympia-Premiere in Paris 2024 gemeinsam und legte dort den Grundstein, der Hoffnung auf mehr schürte.
Verletzungssorgen
Doch die drei Starspielerinnen aus der nordamerikanischen WNBA sind allesamt angeschlagen. Allmählich wird die Zeit ein Faktor.
Nach Nyara Saballys Comeback in der Nacht zu Freitag attestierte Tempo-Trainerin Sandy Brondello, die 26-Jährige konnte "nur phasenweise spielen und hatte Schwierigkeiten mit der Atmung". Nach ihrer Rippenprellung zwei Wochen zuvor stehe Sabally "im Moment nur bei 50 Prozent Leistungsfähigkeit".
Ähnlich sieht es auch beim Duo Satou Sabally und Fiebich von New York Liberty aus. Satou – seit Olympia 2024 ohne Länderspiel – erlitt Ende Juni zum wiederholten Mal eine Gehirnerschütterung und pausiert seither.

Fiebich fehlt seit zwei Wochen mit einer Knöchelverletzung. "Ich mache Fortschritte und es wird von Tag zu Tag besser", sagte sie zuletzt der New York Post, sie wolle "einfach sicherstellen, dass ich gesund in das Turnier gehe".
Lange wird WM-Start verpassen
Zwar lassen die angeschlagenen Spielerinnen wohl Vorsicht walten, um auf jeden Fall dabei zu sein, die mangelnde gemeinsame Vorbereitung bedeutet aber eine zusätzliche Hürde für die wenig eingespielte Mannschaft.
Die WNBA-Profis sind quasi bis Turnierstart bei ihren Klubs eingebunden, die Einspielphase ist also maximal kurz.
Auch Trainer Lange wird bis dahin in Toronto verweilen und sich als Remote-Coach aus der Ferne probieren müssen. In Luisa Geiselsöder und Frieda Bühner (beide Portland Fire) fehlen weitere junge Turnierhoffnungen zum Vorbereitungsstart am 9. August.

Auch USA betroffen
Neu ist die Situation nicht. Auch Topfavorit USA muss bis nach den letzten WNBA-Spielen vor der WM-Pause am 31. August auf die besten Spielerinnen verzichten.
Die drei Tests der DBB-Auswahl gegen WM-Auftaktgegner Spanien (15. August in Ludwigsburg), Ungarn (23. August/Göttingen) und die Türkei (27. August/Köln) können deshalb nur bedingt als solche gelten.
Die Vorzeichen könnten deutlich besser sein, die Marschroute aber bleibt die gleiche: Nach dem Viertelfinale bei Olympia und Platz fünf bei der EM 2025 soll nun der große Wurf gelingen. Im Idealfall mit Nyara Sabally und ihren Co-Stars.
