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Rekordmann mit dem Bubiface: Tor-Gigant Gidsel trifft 17 Mal bei Gala gegen Porto

Mathias Gidsel ist Berlins Lebensversicherung.
Mathias Gidsel ist Berlins Lebensversicherung.HMB Media / Sipa USA / Profimedia

Welthandballer Mathias Gidsel hat in der Champions League 17 Mal getroffen. In nur einem Spiel.

Im Berliner Fuchsbau laufen die letzten Sekunden, das Spiel ist längst entschieden. Doch wieder wetzt der Mann mit der Nummer 19 wie ein Wahnsinniger nach vorne - und versenkt auch diesen Wurf.

Weil der Ball aber Bruchteile von Sekunden zu spät die Torlinie überfliegt, zählt der Treffer nicht. Mathias Gidsel muss sich an diesem denkwürdigen Königsklassen-Abend wohl oder übel mit seinen 17 (!) Toren bei 19 Versuchen begnügen. Nie erzielte ein Mensch mehr Treffer in diesem Wettbewerb. Die Zeitungen sollten am Freitag wahlweise die "Gidsel-Gala", die "Gidsel-Show" oder den "Tor-Wahnsinn" von Berlin feiern.

Die Szene vom Donnerstagabend sagt viel über Gidsel aus. Den dänischen Olympiasieger. Den Welt- und Europameister der Füchse Berlin. Diesen Überhandballer mit dem Bubigesicht, der sich unabhängig vom Spielstand immer voll reinschmeißt. Bis zur letzten Sekunde. So wie beim 40:32-Erfolg der Füchse in der Champions League gegen den FC Porto, der die Berliner auf den so wichtigen zweiten Tabellenrang der Gruppe A hievte.

Während alle anderen nach der furiosen Rekordshow des Welthandballers ins Schwärmen gerieten, lächelte Gidsel verhalten. Er sei vor allem "stolz auf unsere Anhänger und den Verein, dass heute so eine wahnsinnige Stimmung geherrscht hat", sagte der "Man of the Match". Für ihn seien die Fans "heute der Spieler des Spiels". Bei Instagram präsentierte Gidsel seinen über 300.000 Followern ein Bild seines Teamkollegen Matthes Langhoff.

Gidsel gibt "nötige Sicherheit"

Die großen Worte nach seinen großen Taten überließ der 27-Jährige anderen. Seinem Trainer zum Beispiel. "Mathias Gidsel war heute unsere absolute Führungskraft", sagte Nicolej Krickau: "Es freut uns, dass in diesem Spiel alles bei ihm funktioniert hat." Und Nationalspieler Nils Lichtlein schwärmte: "Ich glaube, schon die letzten Saisons durchweg, was er da leistet, ist gar nicht in Worte zu fassen. Wahrscheinlich einzigartig auf dem Planeten."

17 Tore - dieselbe Anzahl an Treffern gelang vor 17 Jahren nur dem Spanier Jesús "Chuchi" Martínez de la Cal. Und obwohl Krickau mit der Leistung seiner Mannschaft nicht vollkommen zufrieden war - auf Gidsel, zuletzt drei Jahre in Folge Welthandballer, war stets Verlass: Er "hat uns heute immer wieder die nötige Sicherheit gegeben".

In einer schwierigen Saison für die Füchse, die im Sommer wichtige sportliche Stützen verloren haben, macht Gidsel in seinem inzwischen fünften Jahr in der Hauptstadt einmal mehr den Unterschied.

"Ich kämpfe natürlich auch extra, weil da ein bisschen mehr Verantwortung bei mir liegt und die Strukturen im Spielsystem ein bisschen anders sind", sagte Gidsel: "Ich merke auch schon, dass es für mich schwierig ist, meine Chancen zu kreieren. Aber heute habe ich ein gutes Gefühl gehabt."

Das war nicht zu übersehen an diesem denkwürdigen Abend in Berlin.

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