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"Gefährlicher Weg"? Golla-Theater trübt Vorfreude im Heim-WM-Jahr

Golla möchte Melsungen schnellstmöglich wieder Richtung Flensburg verlassen
Golla möchte Melsungen schnellstmöglich wieder Richtung Flensburg verlassenProfimedia

Bei aller Vorfreude: 100 Tage vor der Heim-WM sorgt die sportliche Zukunft von DHB-Kapitän Johannes Golla für Wirbel.

Riesiger Ticket-Ansturm, höchste Medaillen-Ziele - doch Theater um den Kapitän: 100 Tage vor Beginn der Heim-WM trübt der Wechsel-Wirbel um Johannes Golla die "brutale" Vorfreude auf die Heim-WM. Am Wochenende gab es sogar Pfiffe gegen den DHB-Star, den es trotz XXL-Vertrags in Melsungen zurück zur SG Flensburg-Handewitt zieht.

"Menschen, die mich gut kennen, haben längst gesehen, dass es mir nicht gut geht und dass es mittlerweile nicht mehr 'nur' Heimweh ist, sondern meine mentale Gesundheit ernsthaft gefährdet ist", meldete sich Golla am Sonntag bei Instagram selbst zu Wort.

"Handball soll Handball bleiben"

Der Abschied nach acht Jahren von Flensburg und "all den geliebten Menschen" dort habe "Spuren" hinterlassen. Er habe bisher immer seine Verträge erfüllt, befinde sich nun aber in einer Situation, "in der mir das unmöglich erscheint", schrieb Golla. Er könne nur 100 Prozent geben, "wenn es mir gut geht", die Entscheidung für den Vertrag in Melsungen sei "verfrüht" gewesen.

Doch während die SG-Verantwortlichen ihr Bemühen noch einmal bekräftigten, Golla vorzeitig aus seinem gerade erst angetretenen Vertrag bis 2031 auslösen zu wollen, sprachen die Melsunger Verantwortlichen von einem "gefährlichen Weg. Handball soll Handball bleiben und sich nicht Fußball nähern", sagte MT-Sportvorstand Jesper Larsson am Rande des Liga-Heimspiels gegen die TSV Hannover-Burgdorf (28:22) am Dyn-Mikrofon.

Zum Match-Center: Melsungen vs. Hannover

Die Lage ist vertrackt: Golla, der am Samstagabend ungeachtet der Pfiffe vier Tore zum vierten Melsunger Saisonsieg beitrug, möchte aus familiären Gründen nach nur wenigen Monaten lieber heute als morgen zurück in den hohen Norden wechseln. Doch sein Klub pocht auf das bestehende Arbeitspapier.

"Wir müssen uns zusammensetzen und gucken, welche eventuellen Lösungen es gäbe", sagt Larsson: "Fakt ist, dass Johannes einen Vertrag bis 2031 bei der MT hat. Was da am Ende herauskommt, müssen wir sehen." Es habe "ein paar Vorgespräche" mit Flensburgs sportlichem Leiter Ljubomir Vranjes gegeben, "aber da haben sie eine Absage bekommen".

WM-Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Die SG, so viel gilt in der Szene als sicher, wird hinter verschlossenen Türen alle Hebel in Bewegung setzen, ihren verlorenen Sohn zurückzuholen. Knackpunkt dürfte die Ablösesumme werden. Laut Bild-Zeitung soll die MT mindestens 1,5 Millionen Euro für einen Transfer im Sommer 2027 fordern. Flensburg deutete nun eine Ausstiegsklausel an. "Wenn man eine Klausel hat, muss man das respektieren, sonst hätte man das ja nicht reingeschrieben", sagte Vranjes, wollte aber nicht genauer über Vertragsinhalte sprechen.

Für viele Fans ist nicht mehr die Frage, ob, sondern wann Golla in den Norden zurückgekehrt. Sie hoffen, dass die Zukunft des DHB-Anführers noch vor der Heim-WM im Januar geklärt ist.

Beim Verband laufen die Planungen für den Saison-Höhepunkt derweil auf Hochtouren. Am Montag sind es noch 100 Tage bis zum WM-Auftakt in München gegen Tunesien (13. Januar) - und DHB-Sportvorstand Ingo Meckes spricht im SID-Interview von einem "absoluten Hype" um die Nationalmannschaft und "brutaler" Vorfreude. 830.000 Tickets der knapp über eine Million Karten sind bereits verkauft, verkündete DHB-Vorstandschef Mark Schober dazu passend im RND-Interview.

Für Bundestrainer Alfred Gislason gab es am Wochenende einen Grund zur Freude: Spielmacher Nils Lichtlein feierte exakt 100 Tage nach seiner Operation sein Comeback für die Füchse Berlin. "Es hat sich großartig angefühlt, wieder auf der Platte zu stehen", sagte der Rückraumspieler nach dem mühevollen 32:31 des Pokalsiegers in Bietigheim: "Das war heute wirklich etwas Besonderes."

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