70.000 Fans im frostigen Olympiastadion bescherten Reese den erwarteten Spießrutenlauf und pfiffen den 28-Jährigen bei jeder Aktion gnadenlos aus. Nach Cleitons Roter Karte (20./Notbremse) trafen Oluwaseun Adewumi (44.) und Deyovaisio Zeefuik (45.+2) vor der Pause für die Hertha. Beiden Toren gingen Fehler von Reese voraus. Kento Shiogai (47.) ließ Wolfsburg noch einmal hoffen, änderte an der ersten Niederlage des Bundesliga-Absteigers nach zuvor fünf ungeschlagenen Liga-Spielen aber nichts.
Einem Spitzenspiel angemessen begegneten sich beide Mannschaften zunächst mit offenem Visier. Einen Konter über Alexander Bernhardsson setzte Reese aus 18 Metern ansatzlos an die Latte (2.). Mads Pedersen vergab die frühe Hertha-Führung aus ähnlicher Distanz (7.).
Match-Center: Hertha BSC vs. VfL Wolfsburg

Platzverweis als Gamechanger
Kurz darauf gab es die wohl entscheidende Szene des Spiels: Nachdem der VAR einen vermeintlichen Strafstoß zurücknahm und Cleitons Foul an Sebastian Grönning außerhalb des Strafraums verortete, flog der Brasilianer vom Platz.
Hertha übernahm zunehmend die Spielkontrolle. Kurz vor dem Pausenpfiff zahlte sich die Dauerbelagerung des Wolfsburger Strafraums aus: Erst vollendete Adewumi eine abgefälschte Hereingabe nach Reese-Ballverlust trocken. Drei Minuten später war es erneut Reese, der den Ball im Mittelfeld vertändelte, Zeefuik war auf dem rechten Flügel enteilt und Timon Wellenreuther beim Abschluss des Niederländers machtlos.
Wolfsburg-Trainer Tobias Strobl stellte anschließend offensiv um und brachte Shiogai. Der Japaner nährte die Hoffnungen an ein VfL-Comeback in Unterzahl mit einem kuriosen Flipper-Tor. Hertha wirkte erstmals wie eine Mannschaft, die etwas zu verlieren hatte, hielt sich in einer an Höhepunkten armen zweiten Halbzeit schadlos.



