Der Anhänger sei bereits vor dem Anpfiff gestürzt, bestätigte Holscher dem SID. In der Halbzeitpause sei er mit einem Krankenwagen aus dem Stadion gebracht worden. Der Frankfurter Anhang verzichtete aus Rücksicht auf eine eigentlich geplante Choreografie und blieb während des Spiels stumm.
"Man hat gemerkt, dass etwas nicht stimmt", sagte Frankfurts Kapitän Robin Koch. Auch die Paderborner Fans hatten sich nach einer Stadiondurchsage zurückgehalten. Die Durchsage kam kurz vor dem ersten Tor von Jonathan Burkardt (23.), der später in der Nachspielzeit (90.+3) noch das 2:2 mit einem Hackentor besorgte.
Der Sport rückt in den Hintergrund
Dem geretteten Punkt wollte Eintracht-Trainer Adi Hütter angesichts des medizinischen Notfalls aber nicht allzu viel Beachtung schenken. Hütter hob hingegen lieber die Solidarität beider Fanlager hervor. Paderborner Fans hatten in der zweiten Halbzeit ein kurzerhand angefertigtes Plakat mit der Aufschrift "Gute Besserung" hochgehalten. "Ich fand das großartig. In dem Moment geht es nicht um Sport oder Ergebnisse, sondern um Menschenleben."
In seiner entsprechend kurz gehaltenen sportlichen Analyse lobte er sein Team für die gezeigte "Moral". Spielerisch habe er allerdings "kein richtig gutes Spiel" seiner Mannschaft gesehen.
