Österreichs Fußball-Nationalteam kann mit klaren Verhältnissen in die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 starten. Teamchef Ralf Rangnick hat seinen Vertrag beim ÖFB verlängert und damit wenige Tage vor dem Auftaktspiel gegen Jordanien ein wichtiges Signal gesetzt.
Der 67-Jährige sprach im Teamcamp in Santa Barbara von einer wohlüberlegten Entscheidung. „Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Es ist auch für mich selber wichtig, dass ich mich jetzt voll und ganz auf die Spiele hier konzentrieren kann“, erklärte Rangnick.
Für den Deutschen stand fest, dass die Zukunftsfrage vor dem Turnier geklärt werden musste. „Für mich war klar, dass ich mich entscheide, bevor die WM für uns losgeht“, betonte der Teamchef.
Trainerteam spielte zentrale Rolle
Ausschlaggebend für die Vertragsverlängerung waren laut Rangnick nicht zusätzliche Kompetenzen oder Machtbefugnisse, sondern vor allem die Rahmenbedingungen für sein engstes Umfeld.
„Alles, was die letzten vier Jahre passiert ist und was sich entwickelt hat, ist zu mindestens 50 Prozent die Leistung meines Trainerstabes und der weiteren Betreuer“, sagte Rangnick. „Die anderen 50 Prozent sind vielleicht meine.“
Wichtig sei gewesen, dass die Zukunft seines Teams gesichert werde. Während Co-Trainer Lars Kornetka den Verband nach der Weltmeisterschaft verlassen wird, bleibt die personelle Struktur rund um Rangnick weitgehend erhalten. Mit Onur Cinel wurde ein weiterer Assistenztrainer langfristig eingebunden, auch Teammanager Lennart Coerdt bleibt Teil des Projekts.
„Deswegen kann ich hier sitzen und mit gutem Gefühl sagen, dass es die richtige Entscheidung ist“, erklärte Rangnick.
Milan war eine Option
Zuletzt war Rangnick intensiv mit dem AC Milan in Verbindung gebracht worden. Ende Mai hatte es Gespräche mit den Verantwortlichen des italienischen Traditionsklubs gegeben, der den Deutschen als technischen Direktor verpflichten wollte.
Der Wahl-Salzburger bestätigte, dass das Projekt grundsätzlich reizvoll gewesen wäre. Letztlich habe es jedoch an Klarheit gefehlt. Er machte deutlich, dass dies ein wesentlicher Faktor für seine Entscheidung zugunsten des ÖFB war.
Positives Signal für die Mannschaft
Die Spieler wurden am Samstagvormittag im Rahmen der Trainingsbesprechung über die Vertragsverlängerung informiert. Rangnick nahm die Reaktion seiner Mannschaft mit Humor. „Ich habe zumindest keinen gesehen, der schmerzverzerrt das Gesicht verzogen hat“, scherzte der Teamchef.
Mit der Vertragsverlängerung ist eine der wichtigsten Personalfragen im österreichischen Fußball vorerst geklärt. Der Fokus richtet sich nun vollständig auf die Weltmeisterschaft, bei der Österreich am Mittwoch gegen Jordanien in das Turnier startet. Weitere Gruppengegner sind Titelverteidiger Argentinien und Algerien.
