In einem Video ist zu hören, wie Mbappe sagt, das lustigste Meme, das er von sich gesehen habe, sei eines gewesen, auf dem sein Gesicht über das eines „irgendeines Typen – ich glaube, eines chinesischen Diktators“ montiert worden sei. Seine Äußerungen schienen sich auf ein Meme zu beziehen, in dem Mbappes Gesicht über ein Bild von Mao gelegt wurde. Reuters konnte das Video nicht authentifizieren.
"Während eines kürzlich geführten Interviews habe ich auf ein Bild von mir reagiert", schrieb der 27-jährige Mbappe auf der Social-Media-Plattform X. "Meine Äußerung war unüberlegt, und ich verstehe jetzt, dass sie viele Menschen in China und in chinesischen Gemeinschaften auf der ganzen Welt verletzt hat."
Mbappe nicht der Erste
"Ich entschuldige mich bei allen, die ich mit meinen Worten verletzt habe", fügte er hinzu. "Das war absolut nicht meine Absicht. Ich habe großen Respekt vor dem chinesischen Volk und seiner Geschichte und es tut mir aufrichtig leid." In China gelten Satire und Witze über Mao, den Gründungsführer des Landes, der es von 1949 bis zu seinem Tod 1976 regierte, als respektlos und sind nach wie vor ein gesellschaftliches Tabu.
"Eine Bemerkung über ein Internet-Meme hat unter seinen chinesischen Fans eine Gegenreaktion ausgelöst, seine lukrativen Geschäftsbeziehungen gefährdet und eindringlich an die Grenzen des Einflusses von Prominenten erinnert", schrieb das staatliche Medium China Daily.
Mbappe – einer der bekanntesten Sportler der Welt, der Verbindungen zu Unternehmen von der Sportbekleidungsmarke On Holding über die Hotelkette Accor bis zum Spielzeughersteller Lego unterhält – ist nicht der einzige Sportstar, der in China wegen eines Fehltritts in die Kritik gerät.
Zu den bekannten Unternehmen und Organisationen, die sich in der Vergangenheit den Zorn Pekings, chinesischer Internetnutzer und chinesischer Medien zugezogen haben, zählen die Modemarke Dolce & Gabbana, der Schweizer Uhrenhersteller Swatch und die National Basketball Association (NBA).
„Was hat er gesagt?“
Zahlreiche chinesische Medien verurteilten Mbappes mutmaßliche Äußerungen am Dienstag, wiederholten sie jedoch nicht. "Was hat er gesagt? Viele Chinesen möchten es lieber nicht wiederholen", schrieb die staatsnahe Global Times.
"Die Botschaft der chinesischen Verbraucher ist eindeutig: Respekt ist nicht optional. Man kann nicht von China profitieren und es gleichzeitig respektlos behandeln. Auf keinen Fall."
Die Marken Mengniu und Shanghai Milkground Food Tech aus der Milchbranche sowie Eastroc Beverage erklärten, dass sie mit sofortiger Wirkung jegliche Zusammenarbeit mit Mbappe beenden würden. Die Unternehmen erklärten, sie würden "sich entschieden gegen alle Worte oder Handlungen stellen, die die Gefühle des chinesischen Volkes verletzen, und keinerlei Toleranz dafür zeigen."
Das chinesische Staatsfernsehen hat die Übertragung aller Spiele und Veranstaltungen im Zusammenhang mit LaLiga und Mbappe eingestellt. Zudem wurden laut dem staatsnahen Medium The Paper am Dienstag sämtliche Werbeanzeigen mit Mbappe entfernt. Mbappes Vertreter reagierten zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Sein Klub Real Madrid wollte sich nicht äußern.
Tebas um Diplomatie bemüht
Der Präsident der spanischen LaLiga, Javier Tebas, entschuldigte sich auf X und erklärte, die Organisation bedauere die mutmaßlichen Äußerungen zutiefst, da sie in China "Unbehagen und Anstoß verursacht haben."
"Wir ergreifen die Maßnahmen, die in unserer Macht stehen, und arbeiten direkt mit unseren Partnern und Ansprechpartnern in China zusammen, um diese Situation zu überwinden", schrieb Tebas. "Eine über so viele Jahre aufgebaute Beziehung darf nicht durch einen einzigen Vorfall beschädigt werden."
Das dänische Unternehmen Lego, das in China ein Mbappe-Bauset verkauft, erklärte, es könne sich nicht dazu äußern. Das Mbappe-Set war am Dienstag weiterhin auf der chinesischen Lego-Website zu sehen. On Holding und Accor reagierten zunächst nicht auf Bitten um Stellungnahme.
