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Flick geschlagen: Wie eine Mourinho-Masterclass den Barca-Siegeszug stoppen konnte

Aktualisiert
Reals Kylian Mbappé feiert sein Siegtor gegen Barcelona.
Reals Kylian Mbappé feiert sein Siegtor gegen Barcelona.Josep LAGO / AFP / Profimedia

Wenn Barcelona und Real Madrid im Clásico aufeinandertreffen, hält die gesamte Fußballwelt den Atem an. Nur selten verstreicht ein Duell dieser beiden spanischen Giganten ohne reichlich Zündstoff. Da José Mourinho, der Protagonist unzähliger packender Clásicos der Vergangenheit, auf die Bank der Königlichen zurückgekehrt war, versprach auch diese Ausgabe ein Spektakel zu werden.

Real setzte voll auf den „Special One“, um die Machtverhältnisse wieder zu kippen. Schließlich war Mourinho in seinen letzten fünf Duellen gegen Barça als Trainer des ewigen Rivalen ungeschlagen geblieben (3 Siege, 2 Unentschieden).

Doch die Katalanen unter Hansi Flick schienen in dieser Saison aus einem anderen Holz geschnitzt: Seit dem Saisonstart peilten sie den zehnten Ligasieg in Folge an – mit einem Erfolg hätte Barça einen neuen Vereinsrekord aufgestellt.

Barcelona gegen Real Madrid – Ergebnisse der letzten direkten Vergleiche
Barcelona gegen Real Madrid – Ergebnisse der letzten direkten VergleicheFlashscore

Die Formkurve sprach eindeutig für die Blaugrana: Sechs der letzten sieben Pflichtspiel-Clásicos hatten sie für sich entschieden und saisonübergreifend 23 La-Liga-Heimspiele in Folge gewonnen. In allen vier Partien im Camp Nou der Saison 2026/27 erzielten sie zudem mindestens zwei Treffer.

Real hingegen präsentierte sich in dieser Spielzeit defensiv anfällig und wartete auswärts noch auf das erste Spiel ohne Gegentor, während zwei der letzten drei Auswärtspartien in der Liga verloren gingen. Immerhin: Offensiv präsentierten sich die Königlichen mit jeweils vier Treffern in den vergangenen drei Pflichtspielen treffsicher. Die Bilanz der letzten 13 Clásicos sprach zudem mit acht Siegen weiterhin für Madrid (8 Siege, 5 Niederlagen).

Unaufhörlicher Druck zu Beginn

Es dauerte fast zwei Minuten, bis Real überhaupt erstmals länger in Ballbesitz kam – nur um das Spielgerät rasch wieder abzugeben. In den ersten fünf Minuten leisteten sich die Gäste sechs Ballverluste, allein drei davon gingen auf das Konto von Yan Diomande.

Trotz der drückenden Überlegenheit von Barça gehörte der erste Torschuss der Partie dennoch den Gästen durch Arda Güler.

Barcelona gegen Real Madrid – Wendepunkt im Spielverlauf
Barcelona gegen Real Madrid – Wendepunkt im SpielverlaufFlashscore

Nach zehn Minuten wiesen auf beiden Seiten noch 15 Akteure eine Passquote von 100 Prozent auf – ein Beleg für das enorme spielerische Niveau.

Kylian Mbappé nutzte als einer der wenigen Madrilenen die Lücken hinter Barças hoch stehender Abwehrkette aus. Güler und Diomande verzeichneten zudem in den ersten 15 Minuten jeweils zwei Ballkontakte im gegnerischen Strafraum.

Mourinho lag mit seiner Taktik goldrichtig

Ganz in gewohnter Mourinho-Manier erstickte eine disziplinierte Fünferkette phasenweise jegliche Kreativität der variablen Barça-Offensive. Auf dem Flügel lebte die Rivalität zwischen Marc Cucurella und Lamine Yamal aus der vergangenen Champions-League-Saison wieder auf, als Cucurella noch im Trikot des FC Chelsea auflief.

Ein Duell mit Signalwirkung: Der Madrilene behielt in der Anfangsphase klar die Oberhand. Lamine Yamal blieb ohne Torschuss, verzeichnete in den ersten 20 Minuten nur einen einzigen Ballkontakt im Real-Strafraum und verlor zwei seiner drei Eins-gegen-eins-Duelle.

Erwartungsgemäß diktierte Barça in der ersten halben Stunde mit rund zwei Dritteln Ballbesitz das Geschehen. Auch bei der Passquote (88,8 % zu 87,5 %) sowie in den Zweikämpfen am Boden (52,9 %) und in der Luft (75 %) lagen die Katalanen vorne.

Eine verletzungsbedingte frühe Auswechslung von Xavi Espart zwang Barça jedoch zu einer Umstellung in der Hintermannschaft, wodurch Alejandro Balde erstmals seit Längerem wieder eine Bewährungsprobe erhielt.

Abstimmungsprobleme bei Gerard Martín

Das große Problem der Hausherren lag darin, wie geschickt Real die Räume verengte und Barça so seinen gewohnten Spielfluss raubte. Wie kompromisslos die Gäste vor der Pause verteidigten, verdeutlicht die Statistik: Diomande, Cucurella, Güler, Bernardo Silva und Aurélien Tchouaméni waren allesamt an mindestens fünf direkten Duellen beteiligt. Als Kollektiv eroberte Real vor dem Seitenwechsel 16-mal den Ball zurück.

Raphinhas drei Distanzschüsse vor der Pause waren zwar wuchtig, verfehlten das Ziel jedoch deutlich – beispielhaft für den glücklosen Auftritt der Katalanen.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff führte schließlich ein verunglückter Befreiungsschlag des unsicheren Gerard Martín zum Rückstand: Sein Pass landete direkt bei Mbappé, von dessen Körper der Ball unglücklich abprallte und den Weg ins Tor fand.

Lamine nicht auf der Höhe

Es war erst Reals zweiter Torschuss der Partie – und doch die verdiente Belohnung für eine taktisch gereifte Vorstellung der Gäste. Barça hingegen verzeichnete in den ersten 45 Minuten lediglich zwei abgefangene Bälle.

Zwar kamen die Katalanen mit spürbar mehr Schwung aus der Kabine, doch der Ertrag blieb überschaubar.

Barcelona gegen Real Madrid – Spielstatistik
Barcelona gegen Real Madrid – SpielstatistikFlashscore

Lamine Yamal blieb weiterhin blass. Seine Passquote von nur 81,3 Prozent in der ersten Stunde war der zweitschlechteste Wert aller Feldspieler. Da der Hoffnungsträger nicht wie gewohnt glänzen konnte, stand das Kollektiv in der Pflicht, doch auch die Mitspieler blieben hinter den Erwartungen zurück. So gewann etwa Pedri nur einen einzigen seiner Zweikämpfe.

Raphinha macht Barcelona Hoffnung

Für den Lichtblick sorgte schließlich Raphinha: Sein Ausgleichstreffer war im sechsten Versuch sein erster Schuss aufs Gehäuse. Obwohl der Treffer nicht zwingend gegen den Spielverlauf fiel, kam er doch überraschend und verlieh den Hausherren spürbar Aufwind. Dennoch offenbart der Auftritt von Barça einige ungewohnte Schwächen.

So leistete sich selbst der gewohnt souveräne Rodri im Mittelfeld zehn Ballverluste, was zu einem ungewohnten Kontrollverlust in der Schaltzentrale führte.

Hansi Flick dürfte sich im Nachgang fragen, warum seine Mannschaft trotz 61,9 Prozent Ballbesitz und einem Torschussverhältnis von 17:8 nicht in der Lage war, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Mbappés später Schlag

Kurz vor dem Ende sorgte ein fulminanter Antritt von Eduardo Camavinga mit anschließendem Maasspass auf Mbappé für den entscheidenden Wirkungstreffer, der den Gastgebern den Stecker zog.

Mourinho bewies an diesem Abend das glücklichere Händchen bei seinen Entscheidungen – ganz im Gegensatz zu Hansi Flick.

Barça fand bis zum Schlusspfiff keine Antworten mehr. Wenn Schlüsselspieler wie Rodri und Pedri einen gebrauchten Tag erwischen, reicht es selbst im heimischen Stadion nicht gegen einen eiskalten Rivalen.

Am Ende wird es den Königlichen herzlich egal sein, dass Barça in fast allen statistischen Werten vorne lag. Die einzig entscheidende Zahl stand auf der Anzeigetafel und bringt alle drei Punkte mit nach Madrid.

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